SpOn 17.03.2026
14:43 Uhr

Aimee Boorman: Ex-Trainerin von Simone Biles verlässt Stuttgarter Turn-Stützpunkt


Sie kam, nachdem Missbrauchsvorwürfe das deutsche Turnen erschüttert hatten. Etwa ein Jahr später trennen sich die Wege vom DTB und Trainerin Aimee Boorman wieder. Die Zusammenarbeit habe nicht »wie gewünscht« funktioniert.

Aimee Boorman: Ex-Trainerin von Simone Biles verlässt Stuttgarter Turn-Stützpunkt

Die frühere Trainerin der US-Ausnahmeturnerin Simone Biles hört am Bundesstützpunkt in Stuttgart vorzeitig auf. Die US-Amerikanerin Aimee Boorman und der Deutsche Turner-Bund (DTB) hätten sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit zu beenden, teilte der Verband mit .

Die 52-Jährige war wenige Wochen nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen gegen das Kunstturnforum Stuttgart verpflichtet worden. Rund um den Jahreswechsel 2024/2025 hatten mehrere ehemalige und aktive Turnerinnen dort Vorwürfe erhoben, es ging unter anderem um »systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch« . Der Schwäbische Turnerbund (STB) trennte sich daraufhin von zwei Trainern.

»Sie startete damals unter schwierigen Bedingungen am Stützpunkt, der im Zuge von Missbrauchsvorwürfen im Umbruch war und bis heute ist«, heißt es in der Mitteilung des DTB über Boorman nach der Trennung. Trotz großem Bemühen habe die Zusammenarbeit »nicht so funktioniert, wie es gewünscht und erforderlich gewesen wäre«.

Aimee Boorman sieht ihrem Schützling Simone Biles bei Olympia 2016 in Rio zu

Aimee Boorman sieht ihrem Schützling Simone Biles bei Olympia 2016 in Rio zu

Foto: sportfotodienst / ITAR-TASS / IMAGO

Zwischen 2005 und 2016 hatte Boorman die siebenmalige Olympiasiegerin Simone Biles betreut. Danach war sie für Turnverbände, -vereine und als Expertin sowie als Beraterin tätig, ehe sie im März 2025 in Stuttgart unterschrieb. Ihr Vertrag war im August bis Dezember 2028 verlängert worden.

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In Stuttgart sollte sie eine kleine Gruppe um die deutsche Hoffnungsträgerin Helen Kevric betreuen. Kevric hatte sich Ende Mai 2025 bei den Turn-Europameisterschaften in Leipzig schwer am Knie verletzt und befindet sich im Aufbautraining. Die Olympiateilnehmerin hatte sich nach der Freistellung der zwei Trainer im Zuge des Skandals hinter diese gestellt und gesagt, sie sei »kein Missbrauchsopfer«. Die Aufarbeitung der Vorwürfe, von denen auch der Stützpunkt in Mannheim betroffen ist, dauert bis heute an, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Demütigungen, Strafen, Drohungen: Schwere Vorwürfe ehemaliger Athletinnen über Missbrauch und Zwang erschütterten das deutsche Turnen der Frauen. Über das dahinterliegende System lesen Sie hier mehr. 

luc/dpa/sid