Die in Afghanistan herrschenden Taliban haben nach Angaben von Human Rights Watch (HRW) sechs Angestellte einer Frauenrechtsorganisation gewaltsam verschwinden lassen. Bereits vor knapp einem Monat seien die Männer von den Islamisten festgenommen worden – seither gebe es keine Informationen über ihren Verbleib.
Laut HRW arbeiteten die Festgenommenen für die Organisation »Women and Children Legal Research Foundation«, die nach eigenen Angaben die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen und Mädchen fördert. Am 18. Juli wären die Männer von den Taliban aufgefordert worden, zuvor beschlagnahmte Geräte abzuholen.
Stattdessen wurden alle sechs in Gewahrsam genommen. Angehörige der inhaftierten Männer berichteten nach HRW-Angaben, dass Vertreter der Taliban keinerlei Informationen über deren Aufenthaltsort, ihren Gesundheitszustand oder etwaige gegen sie erhobene Vorwürfe geben. Eine Stellungnahme der Taliban lag zunächst nicht vor.
Erst am Sonntag zwei Uno-Mitarbeiter festgesetzt
Erst am Sonntag waren zwei afghanische Mitarbeiter der Uno Hilfsmission für Afghanistan (Unama) in der westlichen Stadt Herat vom Geheimdienst der Taliban festgenommen worden, wie ein Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres in New York bestätigte. Die Uno hatte demnach zunächst keine Informationen über etwaige Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiter. Besuche seien nicht gestattet worden.
Am 15. August 2021 hatten die Taliban in einer Blitzoffensive die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen. Seither regieren sie das Land. Uno-Organisationen sowie Nichtregierungsorganisationen müssen sich für ihre Arbeit mit Taliban-Behörden absprechen. Seit September 2025 dürfen Frauen nicht mehr in Anlagen der Uno in Afghanistan arbeiten.
Seit ihrem Sieg 2021 haben die Taliban in Afghanistan einen Staat geschaffen, der besser funktioniert als erwartet und dessen Zukunft sie zugleich zerstören. Wie paradox die Taliban herrschen, lesen Sie hier .
