SpOn 08.09.2026
03:23 Uhr

9/11-Gedenkfeier in New York City: Rudy Giuliani fordert, dass Zohran Mamdani fernbleibt


Die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York jähren sich zum 25. Mal. Am Freitag gedenkt die Stadt der Opfer – erstmals wird auch ein muslimischer Bürgermeister teilnehmen. Präsident Trump kommt hingegen nicht.

9/11-Gedenkfeier in New York City: Rudy Giuliani fordert, dass Zohran Mamdani fernbleibt

Am 11. September jähren sich die Terroranschläge in den USA zum 25. Mal – doch selbst der Gedenktag entzweit das zutiefst gespaltene Land. Bei der zentralen 9/11-Veranstaltung in New York City wird unter anderem Bürgermeister Zohran Mamdani erwartet, die Stadt hat erstmals nach dem Einsturz des World Trade Centers einen muslimischen Bürgermeister. An der Teilnahme Mamdanis arbeitet sich nun die politische Opposition ab.

Der Haussender von US-Präsident Donald Trump, Fox News, ließ Mamdani-Kritiker zu Wort kommen, die dem linksgerichteten Bürgermeister vorwerfen, wie ein »Propaganda-Papagei« seit Jahren eine wortgleiche Erklärung zu 9/11 abzugeben und es mit seinen Trauerbekundungen nicht ernst zu meinen.

Giuliani: »Ich empfinde es als Beleidigung, dass er kommt«

Kritik kommt auch von Rudy Giuliani. Er war von 1994 bis Ende 2001 Bürgermeister von New York, also auch während der Terroranschläge. Danach feierten ihn Anhänger als »Amerikas Bürgermeister«, weil er in der Katastrophe Worte der Stärke und des Trostes fand. In den vergangenen Jahren machte der Ex-Anwalt und enge Trump-Verbündete vor allem mit wirren Tiraden und juristischen Problemen von sich reden (mehr über den Kollaps des Rudy Giuliani erfahren Sie hier ).

Dem rechtsgerichteten Sender Newsmax  sagte Giuliani nun, er empfinde es als »Beleidigung«, dass Mamdani zu der Gedenkveranstaltung am Ground Zero kommen werde, »da ich dort Freunde verloren habe und vielen der Familien sehr nahe stehe«. Gefragt, ob Mamdani der Zeremonie fernbleiben sollte, sagte Giuliani: »Nun, es steht außer Frage, dass er das tun sollte.«

In seiner Schimpfrede zog Giuliani Parallelen zwischen Mamdanis Glauben und den Attentätern des 11. September. Die Terroristen hätten ihre ideologische Opposition gegen die Vereinigten Staaten »im Namen der muslimischen Religion« zum Ausdruck gebracht und »dies nicht verheimlicht, wie Mamdani es zu verheimlichen versucht«.

Bürgermeister Mamdani

Bürgermeister Mamdani

Foto:

Porter / ZUMA Press Wire / IMAGO

Mamdani hat bereits früher darüber gesprochen, wie nach den 9/11-Anschlägen Vorurteile für muslimische Amerikaner zu einer »täglichen Realität« geworden seien. Der »New York Times«  sagte er im vergangenen Jahr: »Es war dieser schreckliche Tag, der für viele New Yorker auch der Moment war, in dem sie als ›die anderen‹ abgestempelt wurden.«

Am Montag bestätigte Mamdani, dass er an der zentralen Gedenkveranstaltung teilnehmen werde. »Ich bin stolz darauf, Bürgermeister dieser Stadt zu sein«, sagte er. »Ich liebe diese Stadt. Ich liebe dieses Land.« Er wolle, dass man sich nun vor allem auf die Familien der Opfer sowie auf die Ersthelfer konzentriere. Auf Giulianis Kommentare wollte er nicht eingehen.

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In New York werden am Freitag auch die früheren Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama erwartet. Nicht aber Donald Trump. Er plant stattdessen eine Rede im Verteidigungsministerium. Trump reagierte verärgert auf einen Bericht der »New York Times«, er weiche ins Pentagon aus, weil ihm bei dem stillen Gedenken in New York eine Ansprache versagt worden sei. Die Geschichte sei »erfunden«, sagte Trump. Es würde ihm nichts ausmachen, einmal nicht zu sprechen, »weil ich schon die ganze Zeit rede und das ein Tag ist, um der Opfer zu gedenken«.

Auf die Frage, warum er dann nicht an der New Yorker Zeremonie für die 2977 Todesopfer teilnehme, antwortete Trump schmallippig: »Weil ich ins Pentagon gehe.« Stattdessen soll Vizepräsident JD Vance die Regierung an der Gedenkstätte Ground Zero vertreten.

Die Terroranschläge prägen die USA bis heute – vom Machtzuwachs der Überwachungsbehörden bis zu den Exzessen der Abschiebepolizei ICE. Mehr dazu erfahren Sie hier .

aar/AFP