Der Zufall hat es sich so ausgedacht, dass die erste Fahrt mit dem „Attaquer“ in den Flagship-Store eines großen Herstellers gehobener Fahrräder führt. Der Laden gleicht einer Mischung aus Galerie und Kirche, in der begehrenswerte Objekte aus Carbon stehen, die auch als Rennrad, Mountainbike oder Gravelbike bekannt sind. Hier findet an diesem frühen Abend eine Veranstaltung statt, zu der um die hundert Zuhörer gekommen sind, und mangels Fahrradschloss muss das Vanwoid „Attaquer“, auf dem die Anreise stattgefunden hat, mit in den Laden, in ein markenfremdes Revier. Das Rad übt eine Anziehungskraft aus wie ein Magnet, es strahlt wie ein Jaguar E-Type auf einem Parkplatz voller SUVs, es ist wie ein Kunstwerk unter Kritzeleien. Besucher kommen, schauen, streichen mit der Hand über das matt-silberne Oberrohr, fragen, ob sie das Rad mal hochheben dürfen, gehen in die Hocke, betrachten jedes Detail aus allen möglichen Winkeln, seufzen und schwärmen. Ein Angestellter des Ladens taucht auf und sagt: „Ich habe gehört, hier steht ein wunderschönes Rad?“
