SZ 27.08.2026
16:30 Uhr

Reden wir über Geld: „Als ich klein war, hat meine Mutter Windeln geklaut“


Einst ernährte sie sich von Probierhäppchen auf Märkten. Heute ist sie eine gefeierte Künstlerin. Ein Gespräch mit Maria Rauch alias Volane über bittere Armut, ätzende Galeristen und die Frage, wer ihre Vulven-Bilder kauft.

Reden wir über Geld: „Als ich klein war, hat meine Mutter Windeln geklaut“
Die Malerin Maris Rauch hat viele Tattoos, die auf Kritzeleien ihrer vier Kinder basieren.
Tim Wegner/laif

Die Malerin Maris Rauch alias Volane hat das Wohnzimmer ihres neu gekauften Hauses in der hessischen Provinz zum Atelier umfunktioniert. Zur Begrüßung drückt sie den Besuchern Plastikflaschen mit Mineralwasser in die Hand, noch gibt es kein richtiges Trinkwasser im Haus. Dann lotst sie sie zu einer Sitzecke neben einem stillgelegten Kamin, der vollgestopft ist mit Dingen, die sich auch in ihren Bildern wiederfinden: zwei Packungen Tic Tac, eine Spielzeugkuh, eine Ketchup-Flasche. In einer anderen Ecke des Raumes lehnen zwei Bilder, an denen sie arbeitet: Das eine zeigt aufgeschnittene Birnen mit Vulven, das andere eine in Kaugummipapier gewickelte Gebärmutter. Die 40-Jährige ist dafür bekannt, Motive des weiblichen Körpers und der Sexualität in überraschende Kontexte zu stellen und zu provozieren. Mehr als 350 000 Leute folgen ihr auf Instagram, schauen ihr beim Malen zu oder verfolgen, wie sie in Videos schlagfertig auf negative Kommentare zu ihren Bildern reagiert.

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