SZ 05.08.2026
21:55 Uhr

(+) Flughafen Leipzig/Halle: Dobrindt: „Wettrüsten im Bereich der hybriden Bedrohung“


Die Drohne am Leipziger Flughafen sei mit Sprengstoff ausgestattet gewesen, sagt der Bundesinnenminister. Die Ermittlungen gehen nun in alle Richtungen, Dobrindt schließt auch „fremde Mächte“ nicht aus.

(+) Flughafen Leipzig/Halle: Dobrindt: „Wettrüsten im Bereich der hybriden Bedrohung“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt geht nach dem Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen von einem „hybriden Anschlagsszenario“ aus. Die Drohne, die in der Nacht auf Mittwoch am Flughafen gesichtet und später von Experten ausgeschaltet wurde, sei mit Sprengstoff ausgestattet gewesen. Das habe eine „neue Gefahrenqualität“, sagte Dobrindt auf einer Pressekonferenz am Mittwochabend. Die Bedrohung sei jetzt nicht mehr abstrakt, sondern hoch. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im Landeskriminalamt ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) haben die Ermittlungen übernommen.

Dobrindt hatte am Mittwoch seinen Urlaub unterbrochen, um sich in die Ermittlungen nach dem Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen einzuschalten. „Drohnen-Bedrohungen, auch im hybriden Zusammenhang, das kennen wir aus der Vergangenheit. Dass eine Drohne – bewaffnet mit Sprengstoff – sich auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario“, sagte Dobrindt in einer Erklärung am Leipziger Flughafen. Der CSU-Politiker hatte sich am Abend zu einer großen Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern getroffen.

Alle Spekulationen über die Art des Sprengstoffs, die Konstruktion der Drohne, ihre Herkunft und die Frage, wer dahinterstecke, seien jetzt Teil der Ermittlungen, so der Innenminister: „Alle Spekulationen, die es darüber gibt, müssen nicht in die richtige Richtung gehen, können einfach grundfalsch sein.“ Man müsse in alle Richtungen ermitteln, betonte Dobrindt. Sicher sei jedoch, dass es keine Amateure gewesen seien, sondern möglicherweise „fremde Mächte“, die sich mit Sprengstoff ausgekannt hätten: „Wir haben es hier mit professioneller Technik zu tun.“

Außerdem könne man davon ausgehen, dass die Täter die Abwehrmaßnahmen kennen. Dobrindt sprach von einem „Wettlauf oder ein Wettrüsten im Bereich der hybriden Bedrohung“, für die man sich bereits in den vergangenen Monaten aufgestellt habe. Das Gemeinsame Abwehrzentrum „Hybrid“ und das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ), das den Vorfall nun bearbeite, hätten ebenso wie auch Landespolizei, Bundespolizei und andere beteiligte Behörden „hervorragend zusammengearbeitet“, lobten Dobrindt und Schuster. Auch künftig seien solche hybriden Bedrohungsversuche nicht auszuschließen.

Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht auf der Start-und-Lande-Bahn „Südpiste“ am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow An-124 Ruslan (in Nato-Kreisen auch als Condor bekannt). Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.

Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, erklärte das sächsische Landeskriminalamt (LKA). An der Maschine wurden nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt.

Am Flughafen Leipzig wird neben einem ukrainischen Transportflieger eine Drohne mit Sprengstoff gefunden. Der Innenminister spricht von „professioneller Technik“.

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