Dieser Tage ist es wieder besonders schwer zu fassen. Die Ahr glitzert im Sonnenschein, an manchen Stellen plätschert sie vor sich hin, an anderen wirkt es fast, als würde das Wasser stehen. 85 Kilometer lang schlängelt sich der Fluss zwischen seiner Quelle im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel bis nach Sinzig in Rheinland-Pfalz, wo er in den Rhein mündet. Er fließt entlang an Felsen, Weinbergen, Burgen. Aber die Ahr kann auch anders aussehen. Als der Regen einfach nicht mehr aufhörte in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021, türmte sich das Wasser auf. Der Pegel in Altenahr maß um 20.45 Uhr 5,75 Meter, dann riss die Flut die Messstation weg. Schätzungen gehen von einem Höchststand von bis zu sieben Meter aus. Es war das, was Experten Jahrhundertflut nennen. Wobei das nicht bedeutet, dass eine solche nur alle 100 Jahre vorkommt. Kleinere Hochwasser an der Ahr gab es immer wieder. 2016 stieg das Wasser auf bis zu 3,70 Meter, 1993 überspülte ein „Weihnachtshochwasser“ das Tal, Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Experten sind sich einig: Mit dem Klimawandel werden sich Fluten wie die von 2021 wiederholen, eher früher als später.
