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28.07.2026
22:23 Uhr
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4000 Urlauber werden an der französischen Atlantikküste in Sicherheit gebracht. Eine neue Hitzewelle könnte die Löscharbeiten erschweren. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Angesichts einer neuen Hitzewelle in Frankreich versucht die Feuerwehr mit allen Mitteln, die an der Atlantikküste wütenden Waldbrände in den Griff zu bekommen. Während der größere der beiden Brände bei Bordeaux punktuell wieder aufloderte und zu Evakuierungen führte, die Tausende weitere Touristen betrafen, bekam die Feuerwehr den flächenmäßig kleineren Brand südwestlich von Bordeaux am Vorabend unter Kontrolle. Dort konnten 15 000 Menschen nach vorheriger Evakuierung zurück in ihre Häuser.
Wegen der bedrohlichen Waldbrandlage am bekannten Badeort Lacanau ordnete die Präfektur in Bordeaux dort am Vormittag die Räumung von Campingplätzen und Feriensiedlungen in Lacanau und Lacanau Océan an. Es geht um rund 4000 Menschen. Der Ort Lacanau und seine Einwohner seien von der Evakuierung zunächst nicht betroffen, hieß es.
Wie die Behörden betonten, handelt es sich um eine vorsorgliche Evakuierung angesichts der weiteren Wetterentwicklung. Mit einer erneuten Hitzewelle werden ein Anstieg der Temperaturen und ein Absinken der Luftfeuchtigkeit erwartet. Wie die Feuerwehr am Vormittag erklärte, erschweren Hitze und Wind den Kampf gegen die Flammen, die sich seit dem Wochenende zwar nicht weiter ausgedehnt haben. Der Großbrand könne dennoch noch „mehrere Wochen, ja sogar mehrere Monate andauern“, ehe er vollständig gelöscht sei, sagte Feuerwehroffizier David Annotel vom französischen Feuerwehrverband dem Sender France Info. Während an der einen Stelle ein Brand gelöscht werde, breche an anderer Stelle ein neuer aus.
Um dem Feuer in der Umgebung von Bordeaux die Möglichkeit einer weiteren Ausbreitung zu nehmen, wurden am Montag an zahlreichen Stellen Schneisen in den Wald gerodet. Ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebiete soll damit verhindert werden.
Seit Mittwoch wurden bereits mehr als 220 000 Menschen in der auch bei Deutschen beliebten Urlaubsregion an der Atlantikküste in Sicherheit gebracht, darunter viele Touristen. Das Feuer hat sich inzwischen auf bis zu 15 Kilometer der Großstadt Bordeaux genähert und rund 42 000 Hektar Wald und Buschland zerstört. Das sind 420 Quadratkilometer, eine Fläche größer als die Stadt Köln. Seit der Nacht zum Montag hat die Feuerwehr allerdings eine weitere Ausbreitung verhindern können, die Lage habe sich stabilisiert, hieß es.
Die EU unterstützt Frankreich und Spanien derweil mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und Feuerwehrkräften. Über den EU-Katastrophenschutzmechanismus stellen andere europäische Länder sowie die EU selbst 13 Flugzeuge, vier Hubschrauber sowie 41 Fahrzeuge und rund 130 Einsatzkräfte, wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte.
Auch Deutschland beteiligt sich: Die Bundeswehr unterstützt Frankreich mit Hubschraubern bei der Bekämpfung der Waldbrände im Südwesten des Landes. Zwei CH-53-Transporthubschrauber seien am Vormittag auf dem Weg zum französischen Militärflugplatz Cazaux, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Ein A400M-Transportflugzeug bringe zudem Löschgerät und weiteres Material in die Region.
Frankreich und Spanien werden laut EU-Kommission außerdem mit Satellitenbildern des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus versorgt, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Nach Angaben der Kommission mussten wegen der Brände in beiden Ländern zusammen mehr als 300 000 Menschen ihre Häuser verlassen – eine der größten Evakuierungen jemals in Europa. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib sagte, kein Land müsse eine Katastrophe dieses Ausmaßes allein bewältigen.
In Spanien zeichnet sich eine leichte Entspannung der Lage ab, die Behörden warnen jedoch vor verfrühter Entwarnung. Besonders betroffen bleiben die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo, wo die Brände zusammen knapp 80 000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet haben. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände deutlich verlangsamt, die Feuerwehr meldet Erfolge.
„Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez nach einer Sitzung des Krisenstabs in Madrid. Die Regierung werde „bis zur letzten Flamme“ alle verfügbaren Mittel einsetzen. Die von den Bränden betroffenen Gebiete seien nun zu Katastrophenzonen erklärt worden, wodurch erste Hilfen anliefen.
Der sozialistische Politiker erneuerte zudem seinen Appell für einen parteiübergreifenden Klimapakt. Die Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels sei „der schlimmste Brennstoff“ im Kampf gegen Brände und Klimakrise, warnte Sánchez vor Journalisten.
Rund 90 000 Menschen waren zuletzt von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Die kommenden Stunden gelten als entscheidend, da der Wetterdienst Aemet ab Mittwoch eine neue Hitzewelle erwartet. Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes bei Valencia brennt es weiter; dort mussten rund 16 000 Menschen ihre Häuser verlassen.
Der Brand in Ávila wurde nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Behörden vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Nach Medienberichten wurde dort ein Mann unter dem Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung festgenommen. Er soll trotz eines wegen der Hitzewelle geltenden Verbots schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer ausgelöst haben.
Die in Ávila vom Feuer erfasste Fläche entspricht etwa 65 000 Fußballfeldern. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre der Brand der größte seit Beginn der Erfassungen durch die Zentralregierung im Jahr 1968. Bisher galt das Feuer von Larouco im Jahr 2025 mit knapp 38 000 zerstörten Hektar in den Regionen Galicien und Kastilien und León als das größte im beliebten Urlaubsland.
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