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27.08.2026
15:03 Uhr
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Als Kommandeur ordnete er 1995 das Massaker an bis zu 8000 muslimisch-bosniakischen Männern und Jungen bei Srebrenica an. Er ging als „Schlächter vom Balkan“ in die Geschichtsschreibung ein.

Der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist laut serbischen Medienberichten tot. Nach Angaben seiner Familie starb Mladić in einer Haftanstalt des internationalen Strafgerichts IRMCT in Den Haag. Dort hatte er eine lebenslange Freiheitsstrafe für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord im Bosnien-Krieg (1992–1995) verbüßt. Das Jugoslawientribunal der Vereinten Nationen hatte ihn 2021 rechtskräftig verurteilt. Mladić wurde 84 Jahre alt.
Als Kommandeur der bosnisch-serbischen Armee ordnete Mladić im Juli 1995 das Massaker an bis zu 8000 muslimisch-bosniakischen Männern und Jungen bei Srebrenica an; und er führte das Kommando bei der mörderischen Belagerung von Sarajevo. Mit diesen Verbrechen ging Mladić als „Schlächter vom Balkan“ in die Geschichtsschreibung ein.
Ratko Mladić organisierte den ersten Völkermord auf europäischem Boden seit der Shoah, er ließ Scharfschützen auf Frauen und Kinder schießen. Dafür wurde der Ex-Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee als Kriegsverbrecher verurteilt. Nun ist er gestorben.
Nach Angaben seiner Anwälte soll Mladić in seinen letzten Lebensjahren mehrere Schlaganfälle erlitten haben. Seine Familie hatte deshalb wiederholt seine frühzeitige Entlassung aus humanitären Gründen beantragt, jedoch erfolglos.
Das jüngste Ansuchen habe der IRMCT erst vergangene Woche abgelehnt, wie bosnische Medien berichteten. Laut seiner Verteidigung befand sich Mladić zuletzt in Palliativpflege.
Sofort nach dem Töten begann der Krieg um das Narrativ: Während die Angehörigen der Ermordeten trauern, reklamiert das Volk der Täter die Opferrolle für sich – und selbst Rechte in Europa missbrauchen den Genozid bis heute.
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