SZ 28.06.2026
13:38 Uhr

(+) Prantls Blick: Die unvollendete Revolution


Die Gleichberechtigung der Frau ist in Ehe und Familie einigermaßen gediehen. Im Parlament lässt sie noch auf sich warten. Die Initiative „Parität Jetzt“ will das ändern: Im Bundestag sollen zur Hälfte Frauen und zur Hälfte Männer sitzen.

(+) Prantls Blick: Die unvollendete Revolution
Im Bundestag lag der Frauenanteil bis 1987 bei unter zehn Prozent. 1998 konnte er dort erstmals die 30-Prozent-Marke nehmen. Dort hängt er seitdem fest. Michael Kappeler/dpa

Der Kampf um die Parität in den Parlamenten ist in Deutschland der wohl letzte große Schritt hin zur Gleichberechtigung; in Europa haben Frankreich, Spanien, Portugal und Slowenien diesen Schritt schon unternommen. Die Initiative „Parität Jetzt“ hat soeben mit einem zweiten Aktionstag „für eine gleichberechtigte politische Teilhabe von Frauen“ auch in Deutschland geworben. In der Bundesrepublik sind Paritätsgesetze nämlich noch heute so umstritten, wie es in den Jahren 1918/19 das damals eingeführte Frauenwahlrecht und wie es 1948/49 der Gleichberechtigungssatz im Grundgesetz war. Dieser Gleichberechtigungssatz war damals, 1948/49, der Wegweiser zu einer juristischen Revolution – um die sich aber das Kabinett Adenauer erst einmal nicht kümmerte. Die ganze Nachkriegszeit war eine Zeit, in der die Gleichberechtigung zwar im Grundgesetz, aber ansonsten am Herd stand.

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