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02.07.2026
15:05 Uhr
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Die Reformpläne zur Krankschreibung machen für kaum jemanden etwas besser. Aber sie verraten etwas über das Menschenbild der Bundesregierung.

Wenn sich Menschen nur noch persönlich und bereits am ersten Tag krankschreiben lassen müssen, dann entlastet das weder Kranke noch Ärzte, die Wartezimmer werden noch voller. Pia Bayer/dpa
Die schwarz-rote Koalition will die Menschen in diesem Land „entlasten“ und hat deshalb Reformen beschlossen. Bei der Lektüre des Papiers fällt allerdings auf: Wo Entlastung versprochen wird, ist teilweise das Gegenteil drin. Geplant ist unter anderem, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und eine verpflichtende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schon am ersten Krankheitstag einzuführen. Das entlastet weder Kranke noch Ärzte und kann selbst für Arbeitgeber unerwünschte Folgen haben. Diese Pläne sind deshalb vor allem eines: Ein Signal, dass die Deutschen um jeden Preis mehr arbeiten sollen. Und dass erst einmal grundsätzlich verdächtig ist, wer sich krankmeldet.
Friedrich Merz findet, Arbeitnehmer melden sich zu oft krank. Aber ein genauerer Blick auf den krankheitsbedingten Arbeitsausfall zeigt: Mit Faulheit hat das wenig zu tun.
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