SZ 18.08.2026
10:10 Uhr

(+) Kino: Die Gegenwart, aber mit Meerblick


„Hiddensee“ erzählt von der Ostseeinsel als mythischem Ort, auf dem sich deutsche Geschichte nur so drängt. Die heutigen Kulturkämpfe deutet der Dokumentarfilm an – um sie sogleich auszublenden.

(+) Kino: Die Gegenwart, aber mit Meerblick
In der späten DDR war Hiddensee ein beliebtes Reiseziel von Punks. Weltkino Filmverleih

Wer einmal auf Hiddensee war, das gleißende Licht, das türkis- bis dunkelblaue Meer dort kennt, wird sich wundern, warum dieser Film in Schwarz-Weiß gedreht ist. Warum auf diese Farben verzichten? Man kann nur ahnen, weshalb die Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel sich dazu entschlossen hat. Vielleicht, um ihren Bildern etwas Überzeitliches zu geben. So verschwimmen die vielen Archivaufnahmen aus den Zwanzigerjahren, den Achtzigern mit der Gegenwart eines Orts, der auch heute an vielen Stellen wirkt wie nicht ganz von dieser Welt.

War die Untergrundkunst der DDR letztlich ein Produkt des MfS? Eine Retrospektive und ein Buch von Gabriele Stötzer werfen eine Frage neu auf, die auch von Punks heute noch debattiert wird.

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