SZ 23.07.2026
13:10 Uhr

(+) Frankreich: Polizei verhaftet 675 Männer, weil sie mutmaßlich Kinder gefährden


Nach dem Mord an der elfjährigen Lyhanna hat Frankreichs Justizminister die Staatsanwaltschaften innerhalb von fünf Wochen 85 000  Akten zu Gewalttaten prüfen lassen – und sofort reagiert.

(+) Frankreich: Polizei verhaftet 675 Männer, weil sie mutmaßlich Kinder gefährden
Die Polizei transportiert den mutmaßlichen Mörder von Lyhanna zum Gericht in Agen. LIONEL BONAVENTURE/AFP

Es musste alles ganz schnell gehen, absolute Dringlichkeit. Fünf Wochen gestand Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin den Staatsanwälten im Land nur zu, um Zehntausende sogenannter „schlafender“ Akten zu sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige zu prüfen. Bis zum „14 juillet“, dem Nationalfeiertag, das war seine Vorgabe. „Keiner geht in die Ferien, bevor nicht alle Fälle geprüft sind“, sagte Darmanin. Er stand unter großem Druck.

Der Tod der elfjährigen Lyhanna hat etwas in Bewegung gebracht in Frankreich, wo jedes Jahr schätzungsweise Hundertsechzigtausend Kinder Opfer sexualisierter Gewalt werden. Viele haben genug von der Unkultur des Wegsehens.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: