Den ganzen Tag über hat Doris Dörrie Interviews in Berlin gegeben, Ermüdungserscheinungen zeigt sie keine. Im Gegenteil: Als die Regisseurin und Autorin spätnachmittags zum vereinbarten Zeitpunkt anruft, erzählt sie gleich sehr leidenschaftlich über ihren neuen Kinofilm „Frau Winkler verlässt das Haus“ – fast so, als spräche sie das erste Mal darüber. Im Film geht es um eine alte Dame, die allein in einem großen Haus lebt und nach einem Sturz Hilfe benötigt. Ihre Tochter hat keine Zeit, also wird ein Pflegeroboter angeschafft. Den mag Frau Winkler zwar nicht, doch er macht seine Sache gar nicht so schlecht. Und vielleicht hilft er ihr sogar beim Sterben. Die Münchner Regisseurin blickt in unsere nahe Zukunft, es geht um Einsamkeit, Alter, Pflege, künstliche Intelligenz und Tod. Sie erzählt das aber ganz leicht und humorvoll. Lachen hilft, sagt Dörrie – und empfiehlt ihr ganz persönliches Humorprogramm.
