Einerseits ließ sich die Geschichte von Ferat Koçak immer als Erfolgsgeschichte lesen. 1979 geboren in Berlin-Kreuzberg, aufgewachsen in Neukölln, dem Stadtteil, der als Paradebeispiel für die Multikulturalität der Hauptstadt steht. Seine Großeltern kamen aus Anatolien nach Deutschland, sein Vater gründete eine Versicherungsagentur und war Gewerkschafter, er war ein kommunikativer Mittelpunkt im Kiez, so erzählt es Koçak gern. Im vergangenen Jahr wurde Koçak als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt, er war der erste Abgeordnete der Linken, der ein Direktmandat in einem Wahlkreis gewinnen konnte, der nicht auf dem Gebiet der ehemaligen DDR lag. Er wolle eine andere Politik machen, sagte er, eine, die immer nah an den Menschen in seinem Wahlkreis sei.
