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28.06.2026
15:14 Uhr
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Wie schön: Deutschland ist bei der WM jetzt schon so weit gekommen wie seit 2014 nicht mehr! Oder ist das etwa nur ein fauler Zauber?

Wenn's mit Taktik nicht klappt, vielleicht hilft Magie? Der große Zauberer Rellöv Idur im DFB-Quartier in Winston-Salem. Federico Gambarini/dpa
Ein Zaubertrick besteht aus mehreren Akten. Im ersten Teil wird das Thema vorgestellt. Der Magier präsentiert etwas ganz Gewöhnliches. Ein Kartenspiel, eine Taube, eine Person. Vielleicht bittet er jemanden aus dem Publikum, es zu inspizieren, damit klar wird, dass es wirklich echt ist.
In der zweiten Phase geschieht der Effekt. Der Magier nimmt das gewöhnliche Objekt und lässt damit etwas Außergewöhnliches geschehen. Die Taube verschwindet. Die Jungfrau wird zersägt. Die Kapverden stehen in der K.-o.-Runde einer Fußball-Weltmeisterschaft. Und Deutschland, gerade noch arg ramponiert, glänzt wie neu!
Stefan Reuter, Rechtsverteidiger der Weltmeistermannschaft von 1990, fordert, dass der aktuelle Aushilfs-Rechtsverteidiger sofort ins Mittelfeld verschoben wird. Und er wundert sich, dass der Bundestrainer kein weiteres Tor gegen Ecuador wollte.
Nun suchen alle nach dem Geheimnis. Aber sie werden es nicht finden. Vielleicht sehen sie nicht wirklich hin. Wollen sie es gar nicht allzu genau wissen? Das ist es: Sie wollen sich verzaubern lassen!
Der große Magier Rellöv Idur (Name bitte nicht rückwärts lesen, sonst ist die Illusion futsch; d. Red.) hat gerade in Winston-Salem seinen persönlichen Meistertrick vorgeführt. „Niemand hätte vor vier Wochen gedacht, dass wir nach zwei Spieltagen schon Gruppensieger sind“, zauberte Rellöv unglaubliche Worte hervor. „Man hätte gesagt, das geht doch gar nicht!“
Wow! Stimmt! Eigentlich geht das doch gar nicht! Aber jetzt, da Rellöv, der Graue, es so hineingesagt hat in den Bühnennebel: Wie konnte das also gehen? (Staunen und Beifall im Publikum).
Also … scharf nachdenken! Deutschland gewinnt 7:1 gegen Curaçao, dann noch mal 2:1 gegen die Elfenbeinküste … Aber, zefix: Es gibt doch vier Mannschaften in der Gruppe, die gemeinsam sechs Partien austragen … und da spielt die deutsche Mannschaft zweimal und ist schon Gruppensieger? Wie beim brodelnden Hexenkessel der Fifa kann sie das ohne fremde Hilfe geschafft haben?
Doch noch ehe man das Rätsel gelöst hat, hier gleich der nächste Zauber: Die Kapverden, der zwergigste Zwerg der WM-Geschichte, dürfen gleich bei ihrer ersten WM-Teilnahme sogar ein K.-o.-Spiel bestreiten! 44 Jahre nach Falcos „Kommissar“ dreht sich nicht mal Österreich mehr um. Alle weiter bis auf Schottland. Man hätte gesagt, das geht doch gar nicht! Hex, hex!
Und Deutschland? Hat erstmals seit 2014 wieder die Vorrunde einer Weltmeisterschaft überlebt! Was für ein Fortschritt gegenüber der WM 2018 und der WM 2022, als die Nationalmannschaft jeweils das Achtelfinale nicht erreicht hatte, nicht wahr?
Nanu? Was zieht der große Rellöv da aus seinem Hut? Ein Sechzehntelfinale? Das sieht ja schräg aus! Wo kommt das denn her? Vor allem: Warum? Bild-Zeitung: „Diesen K.-o.-Hammer gab’s noch nie: Deutschland im Sechzehntelfinale!“ Aber, komisch … was flimmert denn da? Wer die Augen zusammenkneift, könnte meinen, dieses Sechzehntelfinale sei … eine Vorrunde! Es sieht jedenfalls genauso aus wie die Vorrunden, die es früher mal gab. Auch die Aufschrift ist dieselbe: „Wer überlebt, steht im Achtelfinale.“ Hä? Deutschland ist nach nur zwei Spieltagen sicher weiter – aber trotzdem nicht weiter als 2022 und 2018? Aus Raider wird Twix, sonst ändert sich nix? Die perfekte Illusion!
Nicht, dass hinter der Das-geht-doch-gar-nicht-Nummer vom großen Rellöv nur dieser Typ aus dem Kanton Wallis steckt … dieser Dings: der legendäre Taschenspieler Onitnafni Innaig! Mit seinen faulen Zaubern „direkter Vergleich einführen“ und „Turnier aufblasen“.
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