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16.07.2026
16:00 Uhr
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Der Jonr H2 Pro kombiniert starke Wischleistung mit flachem Design, großen Tanks und einer ungewöhnlichen Lösung gegen unangenehme Gerüche.

Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Der Jonr H2 Pro kombiniert starke Wischleistung mit flachem Design, großen Tanks und einer ungewöhnlichen Lösung gegen unangenehme Gerüche.
Der Jonr H2 Pro ist ein typischer Akku-Wischsauger für Hartböden: Er saugt trockenen Schmutz und Flüssigkeiten auf und wischt den Boden gleichzeitig, wobei er die Bürstenwalze kontinuierlich mit Frischwasser versorgt und anschließend das Schmutzwasser wieder vom Boden in den eigenen Abwassertank absaugt.
Auffällig sind auf dem Papier der große Frischwassertank und das vollständig auf den Boden ablegbare Gehäuse. Praktisch ist zudem die aufwendigere Selbstreinigung. Ein Highlight soll vor allem die ungewöhnliche Position des Schmutzwassertanks sein, durch die typische Geruchsprobleme klassischer Wischsauger weitgehend vermieden werden sollen. Wir haben im Test überprüft, wie gut das funktioniert.
Der Jonr H2 Pro setzt auf ein überwiegend dunkelgraues und schwarzes Gehäuse aus Kunststoff mit auffällig großem und schmalem Frischwassertank. Der Wischkopf wirkt im Verhältnis beinahe überdimensioniert. Die Verarbeitung hinterlässt einen soliden Eindruck, weder auffälliges Knarzen noch störendes Spiel zwischen den Bauteilen trüben den guten Eindruck. Lediglich die Tasten am Handgriff wirken nicht ganz so hochwertig.
Mit einem Gewicht von rund 3,5 Kilogramm leer gehört der H2 Pro zu den leichteren Geräten seiner Klasse. Mit stolzen 1,5 Litern Frischwasser steigt das tatsächliche Gewicht während der Reinigung aber noch einmal spürbar an. Praktisch: Nutzer können den Saugwischer ohne Kraftaufwand auf den am hinteren Teil des Wischkopfes installierten Rollen zu seinem Einsatzort schieben.
Insgesamt ist die Konstruktion trotz des im Betrieb höheren Gewichts vergleichsweise handlich. Im Alltag sehr hilfreich: Der H2 Pro kann selbst stehen – nicht nur in der einfachen Reinigungsschale, die gleichzeitig als Ladestation dient, sondern auch abseits davon im Betrieb. Anders als bei manchen Akkusaugern ist der nicht verstellbare Griff des H2 Pro in dieser Geräteklasse üblich, kann für besonders kleine oder große Personen aber wenig komfortabel sein.
Am Griff befinden sich die wichtigsten Bedienelemente. Dazu gehören der Ein- und Ausschalter sowie die Taste für den Wechsel des Reinigungsmodus. Ein kleines Display informiert zudem über den gewählten Modus und den verbleibenden Akkustand. Zusätzlich gibt der Wischsauger Sprachmeldungen aus. Sie informieren beispielsweise über den Beginn der Selbstreinigung, niedrigen Frischwasserstand oder den Ladevorgang. Die Sprachansagen sind sehr laut, lassen sich aber auf Wunsch deaktivieren.
Der Zusammenbau direkt aus dem Karton lässt keine Fragen offen. Nach dem Zusammenstecken des Griffs und dem Befüllen des Tanks ist das Gerät grundsätzlich einsatzbereit. Zum Lieferumfang gehören die Lade- und Reinigungsstation, eine Reinigungsbürste und eine kleine Menge Reinigungsmittel.
Der Wischsauger lässt sich vollständig auf dem Boden ablegen. Die Bauhöhe beträgt dann knapp 11 Zentimeter und ermöglicht es, auch Bereiche unter Betten, Schränken und Sofas zu reinigen, ohne dass Wasser ausläuft oder die Funktion des Wischsaugers sonst wie eingeschränkt ist. Ein weiterer Vorteil: Der Bodenkopf reinigt vorn und an den Seiten nah bis an Kanten. Der Frischwassertank fasst 1500 Milliliter und verspricht langes Reinigen ohne Unterbrechung.
Dem sehr großen Frischwassertank steht ein Schmutzwassertank mit 600 Millilitern gegenüber. Statt im Korpus des Saugwischers integriert Jonr ihn oben auf dem Wischkopf. Zudem lässt er sich zum Reinigen vollständig aufklappen – praktisch! Zur Ausstattung gehört außerdem ein System gegen aufgewickelte Haare. Ein Abstreifer löst Haare und Schmutz von der Walze und führt sie dem Schmutzwassertank zu.
Auf Hartböden kombiniert der H2 Pro Saugen und Wischen in einem Arbeitsgang. Die Bürstenwalze wird kontinuierlich mit sauberem Wasser benetzt. Gleichzeitig nimmt das Gerät gelösten Schmutz, Haare, Krümel und Flüssigkeiten auf. Das verschmutzte Wasser landet getrennt vom Frischwasser im unteren Tank.
Die maximale Saugleistung gibt Jonr mit 20.000 Pa an, was mehr oder weniger die Norm bei modernen Wischsaugern ist. Im Test zeigt der H2 Pro in der Tat bei trockenem und nassem Schmutz eine überzeugende Aufnahmeleistung. Besonders klebrige oder länger eingetrocknete Verschmutzungen benötigen aber gegebenenfalls wie bei der Konkurrenz mehrere langsame Überfahrten.
Auf glatten Böden bleiben keine großen Pfützen zurück. Laminat und Fliesen trocknen unter normalen Bedingungen innerhalb kurzer Zeit. Dank der sparsamen Wasserdosierung reicht der zusätzlich sehr große Frischwassertank lange, zudem besteht auf empfindlicheren Böden ein geringeres Risiko durch übermäßige Feuchtigkeit.
Das Handling gehört zu den Stärken des H2 Pro. Die Walze erzeugt einen spürbaren Vortrieb. Der Wischsauger muss deshalb nicht mit viel Kraft über den Boden bewegt werden. Dafür muss beim Zurückziehen naturgemäß etwas mehr Widerstand überwunden werden. Insgesamt lässt sich der H2 Pro dennoch leicht führen. Enge Kurven und schnelle Richtungswechsel gelingen ohne größeren Kraftaufwand.
Der H2 Pro bietet mehrere Betriebsarten. Neben einem automatischen Modus steht ein leistungsstärkerer Turbo-Modus zur Verfügung. Hinzu kommt ein spezieller Modus für Badezimmer und andere besonders nasse Bereiche. Dabei soll das Gerät mehr Wasser aufnehmen und weniger Feuchtigkeit auf dem Boden zurücklassen. Im Test war der Unterschied zum normalen Betrieb allerdings nicht besonders deutlich.
In der Praxis kommt man vorn und seitlich nah an Hindernisse wie Möbel und Sockelleisten heran. Dort bleibt nur ein schmaler, ungereinigter Streifen von wenigen Millimetern zurück. Auch in Ecken kommt das Gerät vergleichsweise weit. Ganz ohne Abstand arbeitet die Konstruktion allerdings nicht. Mangels besonderer Randtechnik wie einer automatisch absenkenden Frontlippe zur Erhöhung des Saug-Unterdrucks kann dort daher bisweilen etwas Schmutz zurückbleiben.
Unter Möbeln zahlt sich das flache Design aus. Der H2 Pro kann weit unter niedrige Betten oder Schränke geschoben werden, ohne dass der Reinigungskopf sich vom Boden abhebt. Das Besondere hier ist, dass man in der flachen Position keine Kapazität des Schmutzwassertanks einbüßt. Bei vielen anderen Wischsaugern, die im abgeflachten Zustand arbeiten können, ist das der Fall.
Der 1,5-Liter-Frischwassertank ist bei großen Wohnungen praktisch. Jonr nennt eine mögliche Flächenleistung von mehr als 300 m² pro Füllung, wir halten aber 100 bis 150 m² für realistischer – vor dem Frischwasser geht dem H2 Pro nämlich eher die Energie aus.
Die Selbstreinigung beim Zurückstellen in die Ladeschale startet nicht vollautomatisch, sondern muss über die entsprechende Taste am Handgriff aktiviert werden. Dabei spült das Gerät die Walze und die internen Bereiche mit bis auf 70 Grad erwärmtem Wasser. Die Reinigung funktionierte im Test gut, allerdings können wir die vom Hersteller genannte Temperatur nicht bestätigen. „Handwarm“ scheint eine passendere Beschreibung zu sein. Das trifft aber auch auf das Gros der Konkurrenzprodukte zu. Anschließend wird die Wischwalze mit heißer Luft getrocknet.
Der Trocknungsvorgang kann bis zu drei Stunden dauern. Das reduziert effektiv Feuchtigkeit und verhindert Stock und damit verbundene Gerüche, allerdings hat die lange Laufzeit auch einen Nachteil: In Kombination mit der hohen Lautstärke des Vorgangs will man das Gerät nicht im Wohn- oder Schlafzimmer stehen haben. Das Geräusch, das fast an eine alte Abzugshaube in der Küche erinnert, nervt auf Dauer einfach. Die Konkurrenz ist da teils deutlich leiser oder erledigt den Trocknungsvorgang bei ähnlichem Lautstärkelevel in 5 bis 10 Minuten.
Ganz wartungsfrei ist der Saugwischer außerdem trotz Selbstreinigungsfunktion nicht. So sollte der Abwasserbehälter nach der Nutzung vom Wischkopf genommen und unter fließendem Wasser ausgespült werden. Hilfreich ist dabei die Möglichkeit, die obere Abdeckung komplett um 90 Grad aufzuklappen, wodurch man überall gut herankommt. So einfach sind entsprechende Tanks bei der Konkurrenz meist nicht zugänglich.
Im Jonr H2 Pro arbeitet ein fest eingebauter Akku mit sechs Zellen und einer Kapazität von je 2600 mAh. Der Hersteller nennt eine maximale Laufzeit von bis zu 45 Minuten. Auf unterster Reinigungsstufe erreichten wir im Test etwa 40 Minuten. Die tatsächliche Laufzeit hängt vom gewählten Modus und der Verschmutzung ab, denn im Turbo-Modus arbeitet der Motor mit höherer Leistung, wodurch die Laufzeit sinkt. Für die normale Reinigung einer mittelgroßen Wohnung reicht eine Akkuladung dennoch meist aus.
Hochgerechnet konnten wir etwa 120 m² gut mit einer Akku- und Frischwasserladung reinigen – das ist sehr viel für so ein Gerät. Anschließend waren noch Energiereserven vorhanden, weshalb auch 150 m² machbar sein sollten. Das dürfte mehr sein, als die meisten Anwender am Stück wischen wollen. Anschließend müssen sie rund 3 Stunden warten, bis der Akku wieder vollständig geladen ist.
Den Jonr H2 Pro gibt es aktuell für 200 Euro.
Der Jonr H2 Pro bietet viel Ausstattung zu einem vergleichsweise niedrigen Straßenpreis. Er reinigt Hartböden gründlich, nimmt trockenen und feuchten Schmutz zuverlässig auf und kommt dank seiner flachen Bauweise weit unter Möbel. Besonders überzeugend sind das gute Handling trotz großen Frischwassertanks sowie die einfache Reinigung des Abwassertanks dank seiner ungewöhnlichen Platzierung und Formgebung. Die Laufzeit reicht zudem für größere Wohnungen aus.
Negativ fallen in erster Linie die lange Trocknungsdauer sowie die dabei hohe Lautstärke auf. Das lässt sich zum Glück in einen abgelegenen Hauswirtschaftsraum auslagern und dann machen Interessenten beim H2 Pro dank starkem Preis bei guter Leistung nichts falsch.