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18.08.2026
10:59 Uhr
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Vor 11,8 Milliarden Jahren ist die Milchstraße mit einer Zwerggalaxie ähnlicher Größe kollidiert. Es ist nicht die erste, von der Überreste erhalten sind.

Das Weltraumteleskop Hubble hat „eindeutige Beweise“ für die Kollision unserer Milchstraße mit einer weiteren Galaxie vor 11,8 Milliarden Jahren gefunden, also gerade einmal rund zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall. Das hat die für die Entdeckung verantwortliche Forschungsgruppe jetzt publik gemacht. Die längst verschluckte Zwerggalaxie haben sie auf den Namen „Low-energy-Kraken-Heracles“ oder LKH getauft, im Gedenken an drei Forschungsartikel zu dem Thema. Der Fund bestätigt einmal mehr die unruhige Frühgeschichte unserer Milchstraße, gleichzeitig haben solche Verschmelzungen „tiefgreifende Folgen“ für die Entwicklung einer Galaxie. Die Forschungsgruppe will nach weiteren suchen und die bestehenden noch besser verstehen.
Das Forschungsteam erinnert nun daran, dass vor allem das ESA-Weltraumteleskop Gaia enorm zu unserem Verständnis der Entwicklung der Milchstraße beigetragen hat. Das hat präzise die Bewegung von unzähligen Sternen vermessen und unter anderem Unregelmäßigkeiten entdeckt, die auf eine unterschiedliche Herkunft zurückgehen. Je weiter man zurückgeht, desto ungenauer wird diese Methode jedoch. Mit dem Weltraumteleskop Hubble hat die Gruppe jetzt 39 Kugelsternhaufen untersucht, die einige der ältesten Sterne der Milchstraße enthalten. Erwartet haben sie nach eigener Aussage, dass sich darunter welche aus der frühen Milchstraße befinden und welche aus einer Zwerggalaxie namens Gaia-Sausage-Enceladus, mit der die Milchstraße vor über 10 Milliarden Jahren kollidierte.
Unter anderem über die Häufigkeit von schwereren Elementen als Helium in den Kugelsternhaufen – also deren Metallizität – konnte die Forschungsgruppe deren Alter ermitteln. Dabei haben sie nach eigenen Angaben eine dritte Population entdeckt, deren Entstehungszeit genau zwischen den beiden anderen Populationen liegt. Sie müssten deshalb aus einer weiteren Kollision mit einer Galaxie stammen, die auf etwa 500 Millionen Sonnenmassen gekommen ist. Das sei „ein erheblicher Anteil an der damaligen Masse unserer Galaxie“ gewesen, die Kollision dürfte sie also merklich verändert haben. In unterschiedlicher Tiefe kennen wir damit nun mehr als ein halbes Dutzend solcher Kollisionen, die Verschmelzungen tragen Namen wie Sagittarius, Cetus, LMS-1/Wukong, Arjuna/Sequoia/I'itoi und Pontus.
Hubble wurde 1990 mit dem Space Shuttle Discovery ins All gebracht. Nach einer Reparaturmission wegen eines Fehlers am 2,4 Meter großen Hauptspiegels lieferte es beeindruckende astronomische Aufnahmen, die das Bild ganzer Generationen vom Weltraum geprägt haben. Mit mehreren weiteren Wartungsmissionen wurde das Instrument immer weiter verbessert und auch mehr als 35 Jahre nach dem Start zeigt die jetzt im Wissenschaftsmagazin Nature Astronomy veröffentlichte Arbeit, welchen immensen Wert es noch immer für die Forschung hat. In den vergangenen Jahren haben sich aber die technischen Probleme des revolutionären Instruments gehäuft. Das hat deutlich gemacht, wie altersschwach die Technik inzwischen ist.
(mho)