Heise 18.08.2026
15:55 Uhr

Tesla Cybercab: Starlink-Antenne im Heck als Vorreiter?


Das neue Tesla Cybercab verfügt über eine integrierte Starlink-Antenne. Elon Musk deutet an, dass künftig alle Modelle auf Satelliten-Internet setzen könnten.

Tesla Cybercab: Starlink-Antenne im Heck als Vorreiter?

Wer sie sehen möchte, muss schon sehr genau hinschauen: Teslas Taxifahrzeug, das Cybercab, hat eine ins Heck gebaute Starlink-Antenne. Angesichts des ohnehin sonderbaren Aussehens des Fahrzeugs sticht das nicht ins Auge. Doch die Internetverbindung über das All hat sofort eine Diskussion darüber ausgelöst, ob das Cybercab Vorbild für künftige Tesla-Fahrzeuge sein könnte. Genährt wurde dies durch eine Aussage von Tesla-CEO Elon Musk, der via X erklärte, dass künftig alle Autos Starlink nutzen werden.

Aus Sicht von Tesla und seinen Kunden spricht einiges für eine künftige Starlink-Integration. Bislang wird die Konnektivität der Fahrzeuge via Mobilfunk realisiert. Tesla muss dazu Abkommen mit Providern abschließen. Die sind augenscheinlich so kostspielig, dass Over-the-Air-Updates der Software selbst bei Nutzung der Bezahloption Premiumkonnektivität nur via WLAN möglich sind. Tesla-Besitzer müssen für die in der Regel mehrere Gigabyte großen Aktualisierungen also entweder das heimische WLAN, offene WLAN-Netze oder Mobilfunk-Tethering nutzen. Ärgerlich: Freie WLANs mit Vorschaltseite (Captive Portal) sind bis heute nicht nutzbar.

Mit Starlink könnte Tesla die Verbindung mit Infrastruktur aus dem eigenen Hause realisieren. Lücken in der Mobilfunkversorgung wären mit Satellitenverbindung auch kein Problem mehr und Verbindungsabbrüche bei Fahrten über Landesgrenzen könnten besser abgefangen werden – idealerweise mit Mobilfunk als Fallback-Option. Gegenwärtig bietet Starlink Internetanschlüsse ab 35 Euro pro Monat an – hinzu kommen allerdings einmalige Hardwarekosten für das Terminal und dieser Einstiegstarif ist nur in ausgewählten Regionen verfügbar. Die Premiumkonnektivität von Tesla via Mobilfunk schlägt mit knapp 10 Euro monatlich zu Buche.

Das fotografierte Cybercab hat die Antenne vom Typ Starlink V5 eingelassen. Sie ist offenbar mit vier Nieten befestigt. Das neue, kleinere Terminal von SpaceX misst 38,4 × 30,6 Zentimeter und wiegt 1,1 Kilogramm. Es hat eine Leistungsaufnahme zwischen 35 und 50 Watt. Im Vergleich zur V4-Antenne ist es kleiner, leichter und benötigt weniger Strom.

Die Internetverbindung ist für Tesla-Fahrzeuge vor allem für Navigation, Kundensupport und Flottenmanagement wichtig. Zusätzlich werden darüber Komfortmerkmale wie Streaming und Webbrowsing realisiert.

Das Tesla Cybercab ist als vollautonomes Robotaxi konzipiert. Es verzichtet auf Lenkrad, Pedale oder Seitenspiegel und wird ausschließlich über Kameras und Teslas FSD-System (Full Self-Driving) gesteuert. Tesla bietet sein Robotaxi aktuell in Austin, Dallas und Houston (Texas) an. Statt modifizierter anderer Tesla-Modelle soll der Dienst künftig per Cybercab angeboten werden. Inzwischen testet Tesla in Austin bereits Serienversionen des Cybercab ohne Lenkrad und Pedale – eine wichtige regulatorische Hürde für den Robotaxi-Dienst könnte dabei demnächst wegfallen.

(mki)