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16.07.2026
12:01 Uhr
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Ein Jahresvergleich des weltweit wichtigen Chipherstellers zeigt, wie Prozessoren, GPUs und Beschleuniger teurer werden.

Der weltweit größte Chipauftragsfertiger TSMC verbucht mit gut 40 Milliarden US-Dollar Umsatz ein neues Rekordquartal. Knapp 22,4 Milliarden US-Dollar bleiben im zweiten Quartal 2026 als Nettogewinn übrig. „High-Performance-Chips“ machen inzwischen zwei Drittel von TSMCs Umsatz aus. Damit meint die Firma alle Prozessoren, GPUs, Beschleuniger und andere Chips von der Notebook-Klasse bis zu Ablegern für Rechenzentren.
Beeindruckend ist vor allem der Jahresvergleich: Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 steigt der Umsatz um 34 Prozent. Der Nettogewinn legt noch viel stärker zu, mit einem Plus von gut 74 Prozent. Analog steigt die Bruttomarge von 58,6 auf 67,7 Prozent; ein immenser Wert für einen Chipauftragsfertiger.
Das zeigt, wie stark TSMCs Preise gestiegen sein müssen und untermauert entsprechende Chefaussagen und vorangegangene Gerüchte. Genaue Preise bleiben Spekulationssache, weil die Industrie diese traditionell geheim hält.
Ein eher kleiner Teil des Wachstums kommt vom Produktionsausbau: TSMC hat im zweiten Quartal 2026 knapp 17 Prozent mehr Silizium-Wafer belichtet als ein Jahr zuvor. Gut 4,3 Millionen sogenannte 300-mm-Wafer-Äquivalente nennt die Firma aktuell. Dabei rechnet TSMC auch Wafer mit einem Durchmesser von 200 mm oder kleiner auf den aktuellen 300-mm-Standard hoch, der bei allen modernen Fertigungsprozessen üblich ist. Aus einem Wafer werden schlussendlich Dutzende bis Tausende Chips geschnitten.
Die Wafer-Umsatzverteilung zwischen den Fertigungsgenerationen hat sich in dem einen Jahr nur leicht verändert. Der 3-Nanometer-Anteil ist von 24 auf 30 Prozent gestiegen, der von 5 nm von 36 auf 33 Prozent gesunken. Unter anderem Nvidia lässt jetzt seine neue KI-GPU Rubin und den Serverprozessor Vera mit 3-nm-Strukturen von TSMC herstellen.
Das Unternehmen verbucht zudem den allerersten nennenswerten Umsatz mit 2-nm-Prozessen, der allerdings noch bei einem Anteil von drei Prozent liegt. AMD und Apple sind die ersten Abnehmer mit Prozessoren und KI-Beschleunigern.
TSMC weist den Umsatz aus der Belichtung von Wafern nicht explizit aus. Anhand der ausgewiesenen Daten müsste dieser allerdings bei knapp 34 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 84 Prozent des Gesamtumsatzes liegen. 3 nm käme demnach auf etwa zehn Milliarden und 2 nm auf eine Milliarde US-Dollar.
Das restliche Geld kommt vor allem vom sogenannten Advanced Packaging, bei dem mehrere Chiplets auf einem gemeinsamen Träger verheiratet werden. Das ist insbesondere bei KI-Beschleunigern üblich, die häufig mehrere Compute-Chiplets, teilweise getrennte I/O-Dies und High-Bandwidth Memory (HBM) kombinieren.
Im angelaufenen dritten Quartal erwartet TSMC 44,6 Milliarden bis 45,8 Milliarden US-Dollar Umsatz. Für das Gesamtjahr hebt TSMC seine Wachstumsprognose von über 30 auf leicht über 40 Prozent an. Die Börsen nehmen die Ergebnisse gemischt auf: In Taiwan ist die Aktie minimal im Plus. Das hier gehandelte American Depositary Receipt (ADR) ist dagegen knapp vier Prozent im Minus, allerdings beeinflusst vom US-Iran-Konflikt.
(mma)