Heise 17.07.2026
16:00 Uhr

Stromspeicher Anker Solarbank 4 Pro im Test: für ein Balkonkraftwerk zu schade


Die Anker Solarbank 4 Pro bietet eine PV-Eingangsleistung von 5000 Watt und kann bis zu 2500 Watt einspeisen. Was sie sonst noch leistet, zeigt der Test.

Stromspeicher Anker Solarbank 4 Pro im Test: für ein Balkonkraftwerk zu schade

Nach seinem Studium begann Kai seine journalistische Laufbahn Mitte der 90er bei der PC Professionell. Für Heise Bestenlisten by TechStage berichtet er über interessante Produkte aus den Bereichen Smart-Home, Überwachungskameras, Balkonkraftwerke, Mähroboter und vieles mehr.

Die Anker Solarbank 4 Pro bietet eine PV-Eingangsleistung von 5000 Watt und kann bis zu 2500 Watt einspeisen. Was sie sonst noch leistet, zeigt der Test.

Die Anker Solarbank 4 Pro ist weit mehr als ein einfacher Speicher für ein Balkonkraftwerk. Mit ihren vier integrierten MPP-Trackern können bis zu zwölf Solarmodule angeschlossen werden, sodass sich die maximale PV-Eingangsleistung von 5.000 Watt voll ausschöpfen lässt. Für noch höheren Leistungsbedarf lassen sich drei Solarbank‑4‑Einheiten zusammenschalten oder sogar vier Geräte gleichzeitig über das Anker Power Dock betreiben. Dadurch steigt die Leistungsabgabe auf 7,5 kW respektive 10,5 kW und die PV-Eingangsleistung auf 15 kWp oder 20 kWp. Zudem können bis zu fünf Zusatzbatterien unter einer Solarbank 4 Pro gestapelt werden – bei drei oder vier Solarbanks ergibt sich so eine maximale Speicherkapazität von bis zu 90 oder 120 kWh.

Wer die Solarbank 4 Pro jedoch voll ausreizen möchte, kommt an einem Elektriker und der Anmeldung als reguläre PV-Anlage nicht vorbei. Nur im werkseitigen Auslieferungszustand ist das System weiterhin für die vereinfachte Anmeldung als Balkonkraftwerk im Marktstammdatenregister qualifiziert.

Wie sich die Anker Solix Solarbank 4 Pro E5000 Pro in der Praxis bewährt, zeigt unser ausführlicher Test.

Für ihre Kapazität mit 5,02 kWh fällt die Anker Solarbank 4 Pro mit den Abmessungen 46,0 × 30,5 × 35,5 cm (B/T/H) noch relativ kompakt aus. Beim Design bleibt Anker seiner bisherigen Linie treu und verpackt die Technik in ein silberfarbenes Gehäuse aus Aluminium. Neu bei der Solarbank 4 ist ein Display an der Front im oberen Bereich. Es informiert über den aktuellen Gerätestatus und zeigt wesentliche Betriebsparameter wie Solarproduktion und Einspeiseleistung an. Steuern lässt sich die Solarbank 4 damit nicht.

Der Einschalter sitzt unterhalb der vier MPP-Tracker an der linken Gehäuseseite. Jeder MPP-Tracker bietet eine Eingangsleistung von 1250 Watt, sodass die Solarbank insgesamt 5000 Watt von Solarpanels aufnehmen kann. Laut Anker ist der Betrieb von zwölf 500-Watt-Panels mit insgesamt 6 kWp problemlos möglich. Anker selbst bietet diese Konfiguration in seinem Shop an. Beim Anschluss von zwölf Solarpanels werden über ein Adapter-Kabel drei Panels pro MPP-Tracker angeschlossen.

Der hintere Teil des Gehäuses ist von einem massiven Kühlkörper umgeben. An der rechten Seite findet sich der AC-Anschluss, der den Speicher mit dem Hausnetz über eine Schuko- oder Wieland-Steckdose mit dem Stromnetz verbindet. Darunter gibt es einen Kommunikationsport für andere Anker-Geräte wie EV-Charger, eine Notstromsteckdose sowie ein Druckentlastungsventil.

An der Unterseite findet sich hinter einer Abdeckung der Anschluss für einen Zusatzakku, der mit 46,0 × 25,4 × 33,3 cm. An den Seiten gibt es eingelassene Tragegriffe. Doch alleine lässt sich die 50 kg schwere Solarbank 4 Pro nur von kräftigen Personen tragen. Der Zusatzakku BP5000 mit 5,02 kWh wiegt 42 kg. Insgesamt kann eine Solarbank 4 Pro bis zu fünf Zusatzakkus ansteuern, womit eine Gesamtkapazität von 30 kWh möglich ist. Wer eine Solarbank 2 oder 3 im Einsatz hat, kann diese mit der Solarbank 4 tauschen und die älteren Zusatzakkus der Solarbank 2 und 3 (BP1600 und BP2700) in Kombination mit der Solarbank 4 Pro weiter verwenden.

Das Gehäuse ist einwandfrei verarbeitet: Es gibt keine scharfkantigen Stellen. Alle nötigen Kabelverbindungen (MC4-Kabel der Solarpanels, AC-Kabel) sitzen passgenau und stabil.

Die Solarbank 4 Pro ist IP66-zertifiziert und demnach staubdicht und gegenüber starkem Strahlwasser geschützt. Regen macht ihr also nichts aus. Trotzdem sollte man sie, wie jeden anderen Speicher auch, nicht der Sonne aussetzen. Dadurch kann sich der Speicher so stark aufheizen, dass die Leistung zurückgefahren wird. Laut Anker verkraftet die Solarbank 4 Temperaturen zwischen –20 und 55 °C. Da Batteriezellen nur bei Temperaturen über 0 °C geladen werden können, hat Anker in der Solarbank 4 Pro eine Heizung integriert, die sich automatisch einschaltet.

Im Auslieferungszustand beträgt die maximale Einspeiseleistung der Solarbank 4 Pro 800 Watt. Damit können Benutzer sie als Balkonkraftwerk beim Marktstammdatenregister anmelden. Beim Anschluss von mehr als zwei Modulen erfüllt eine Wieland-Steckdose die entsprechende VDE-Norm.

Bei mehr als 2 kWp-PV-Leistung ist laut VDE grundsätzlich ein Elektrobetrieb hinzuzuziehen, der die Anlage prüft und anmeldet. Dies geht aus einer FAQ zur neuen Norm 4105 hervor:

„Für Steckersolargeräte gilt die Produkt- und Prüfnorm DIN VDE V 0126-95 nach der nur Steckersolargeräte bis 2 kWp ohne Elektrofachkraft in Betrieb genommen werden dürfen. Für alle anderen Erzeugungsanlagen und Speicher gilt uneingeschränkt die DIN VDE V 0100-551-1, DIN VDE 0100-712 oder die VDE-AR-E 2510-2, die immer eine Elektrofachkraft bedingt.“

Für eine Anlage mit bis zu 7 kWp PV-Leistung ist kein intelligentes Messsystem (iMSys), bestehend aus einem Smart Meter und einem Gateway, erforderlich. Wer mehrere Anker Solarbank 4 Pro mit einer PV-Leistung über 7 kWp betreibt, muss hingegen ein solches installieren lassen. Damit steigen die Kosten des Stromzählers von 25 Euro (moderne Messeinrichtung) auf 50 Euro (iMSys) jährlich bei einer PV-Anlage bis 15 kWp und auf 110 Euro für PV-Anlagen bis 25 kWp. Die Jahresgebühr steigt bei PV-Anlagen bis 100 kWp auf 140 Euro. Zudem kommen noch Kosten für eine Steuerbox, deren Jahresgebühr 50 Euro beträgt.

Wer eine Anker Solarbank 4 Pro in der Maximal-Konfiguration mit zwölf 500-Watt-Solarpanels und 2500 Watt Einspeiseleistung betreiben möchte, benötigt zwingend eine Wieland-Steckdose oder Festanschluss an einem abgesicherten Stromkreis, der keine weiteren Verbraucher bedient. Außerdem muss die Anlage angemeldet werden. Für den Einbau einer Wieland-Steckdose inklusive Anmeldung verlangt Anker aktuell 500 Euro.

Für die Inbetriebnahme der Solarbank 4 Pro wird die Anker-App benötigt, die den Stromspeicher mit dem heimischen WLAN und idealerweise mit einem Smart Meter koppelt. Erst damit ist eine bedarfsgerechte Einspeisung (Nulleinspeisung) möglich. Das kann der neue Anker Smart Meter sein, der zusätzlich einen Anschluss zum Messen einer weiteren PV-Anlage bietet. Hierfür wird ein optional erhältlicher zweiter Klemmensatz benötigt. Wir nutzen aber nicht den Anker-Smart-Meter, sondern den bewährten Shelly Pro 3EM. Alternativ lässt sich die Nulleinspeisung auch mit einem Everhome Ecotracker realisieren. Dieser muss anders als der Shelly Pro3EM und dem Anker-Smart-Meter nicht von einem Elektriker in der Stromverteilung installiert werden, sondern kann vom Anwender direkt zum Auslesen des Strombedarfs auf den Hausstromzähler montiert werden, sofern dieser eine Schnittstelle dafür bietet. In Eigenheimen mag das eine sinnvolle Alternative sein, aber in Eigentumswohnungen liegt der Zählerschrank meist außerhalb des heimischen WLANs, sodass eine Koppelung nicht möglich ist.

Für Anwender ohne dynamischen Stromtarif ist in der App die Einstellung „Eigenverbrauch“ die wichtigste. In Verbindung mit einem Smart Meter wie dem Shelly Pro 3EM speist die Solarbank 4 Pro nur so viel Strom ein, wie aktuell benötigt wird. Ohne Smart Meter können Anwender über die Option „Benutzerdefinierter Modus“ Lade- und Einspeiseleistung nach Zeitplänen definieren.

Wer bereits eine intelligentes Messsystem mit Gateway (iMsys) installiert hat, kann statt eines festen einen dynamischen Strompreis nutzen, der sich an den Börsenpreisen orientiert. Damit kann in sonnenarmen Zeiten die Solarbank 4 zu günstigen Tarifen geladen werden. Und sobald der Strompreis steigt, kann man dann die vollgeladene Solarbank 4 Pro zum Einspeisen nutzen. Damit das wirtschaftlich ist, müssen die Preise von günstigstem und höchstem Preis für die kWh aber deutlich mehr als 20 Prozent auseinanderliegen, sodass die Verluste durch die Stromumwandlung von AC (Stromnetz) zu DC (Akku) zu AC ausgeglichen werden. Für diese Betriebsart kommen in Deutschland allerdings nicht viele infrage: Laut Bundesnetzagentur liegt die Einbauquote von intelligenten Messsystemen nur bei 5,5 %. Insofern dürften für knapp 95 % aller Anwender die an dynamische Stromtarife gekoppelten Betriebsoptionen wie „Smart-Modus“ und „Dynamischer Tarif“ belanglos sein. Zudem muss man im Smart-Modus Energiesystemdaten mit der Anker-Cloud teilen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache.

Ansonsten ist die App übersichtlich aufgebaut und bietet neben Steuerungsmöglichkeiten auch ansehnliche Statistiken zum Energiesystem wie Solarproduktion und Einspeiseleistung. Allerdings ist der Speicherverbrauch der App relativ hoch, sodass der Start etwas länger dauert als bei der Konkurrenz. Auch ist die App nur für Smartphones, nicht aber für Tablets optimiert, sodass man auf diesen Geräten nicht von der größeren Darstellungsfläche profitiert.

Nach Zendure, SunEnergyXT, Hoymiles und Marstek bietet Anker nun auch eine lokale Schnittstelle, mit der man die Solarbank 4 Pro über Home Assistant ansteuern kann. Die offizielle Anker-Integration ist dabei nahezu perfekt, sodass man keine manuellen Sensoren über Helfer für das Energy-Dashboard erstellen muss, wie das teilweise bei anderen Herstellern der Fall ist.

Um den Zugriff von Home Assistant auf die Solarbank 4 Pro zu erhalten, muss man in der App unter Einstellungen – Einstellungen für Drittanbieter die Option Modbus TCP aktivieren. Anschließend werden IP-Adresse und Port-Nummer der Solarbank 4 Pro angezeigt. Mit diesen Daten wird die Integration konfiguriert. Anschließend steht die Solarbank 4 Pro unter Home Assistant zur Verfügung. Fortan kann sie lokal gesteuert werden und ist auf die Anker-Cloud bis auf Firmware-Updates, die weiterhin nur mit der App möglich sind, nicht mehr angewiesen.

Die Roundtrip-Effizienz beträgt beim Laden und Entladen mit 800 Watt etwa 82 Prozent. Das ist etwas weniger als bei Zendure Solarflow 2400 Pro mit 87 Prozent. Angesichts der größeren Leistung in Form einer PV-Eingangsleistung von 5000 Watt gegenüber 3000 Watt (Zendure) und einer etwas höheren Einspeiseleistung von bis zu 2500 Watt (Zendure: 2400 Watt) geht das aber in Ordnung.

Die Nulleinspeisung gelingt der Solarbank 4 Pro hingegen etwas besser als der Zendure Solarflow 2400 Pro. Zwar beginnen beide Systeme gleich schnell mit der Regelung. Das Einschwingverhalten ist bei der Solarbank 4 Pro aber etwas ungenauer. Die Solarbank 4 Pro gibt wesentlich seltener Energie ans Stromnetz ab als die Zendure Solarflow 2400 Pro. Auch gegenüber dem Solakon One ist die Anker Solarbank 4 Pro bei der Nulleinspeisung im Vorteil.

Der offizielle Verkaufspreis der Anker Solarbank 4 Pro beträgt knapp 2000 Euro. Im Handel ist der Stromspeicher mit 5 kWh Kapazität und einer PV-Eingangsleistung von 5000 Watt aktuell ab 1599 Euro erhältlich. Das entspricht einem Preis pro kWh von 319 Euro. Im Vergleich dazu ist der Zendure-Speicher Solarflow 2400 Pro inklusive Zusatzakku und einer Kapazität von 5,28 kWh mit einem Preis pro kWh von 246 Euro etwas günstiger. Allerdings bietet der Zendure nur eine PV-Eingangsleistung von 3000 Watt.

Im Folgenden listen wir die Kosten für verschiedene Solarbank-4-Konfigurationen aus dem Anker-Shop (7/2026).

Im Vergleich zum Anker-Shop sind Balkonkraftwerke mit der Solarbank 4 Pro bei anderen Anbietern etwas günstiger. So verkauft Kleines Kraftwerk die Solarbank 4 Pro zusammen mit vier 500-Watt-Panels ohne Halterungen für 1899 Euro. Mit dem Code HEISE10 reduziert sich der Preis für das Balkonkraftwerk auf 1709 Euro.

Mit dem Solarisator der HTW Berlin haben wir ermittelt, wie groß die Stromersparnis durch eine 6 kWp-Anlage auf Basis der Anker Solarbank 4 jährlich anfällt. Dabei haben wir Strompreise von 30, 35 und 40 Cent und einen jährlichen Strombedarf von 4000 kWh für die Kalkulation berücksichtigt.

Demnach amortisiert sich die 6-kWp-Anlage mit 5 kWh Speicher bei 30 Cent pro kWh nach gut 5 Jahren. Mit 10 kWh Kapazität dauert es etwa 6 Jahre und mit 15 kWh etwas über 7 Jahre.

Über eine Nutzungszeit von 15 Jahren, wovon 10 Jahre über eine Garantie abgedeckt sind, erwirtschaftet die Anlage mit 10 kWh mit 7850 Euro den größten Gewinn, gefolgt von der 5-kWh-Variante mit rund 7600 Euro. Mit 6966 Euro erzielt die 15-kWh-Anlage den geringsten Gewinn.

Anker bietet mit der Solarbank 4 Pro einen Stromspeicher, der für ein klassisches Balkonkraftwerk mit zwei PV-Panels überdimensioniert ist. Erst mit vier Solarpanels wird die Solarbank 4 Pro zumindest im Sommer gut ausgenutzt. Im Test hat sie mit Zusatzakku an sonnigen Tagen in Kombination mit unserer 1,84 kWp-Anlage bei nicht optimaler Ausrichtung bis zu 9,5 kWh Strom an einem Tag gespeichert. In der Standardauslieferung ist die Einspeiseleistung auf 800 Watt begrenzt, sodass man die vereinfachte Anmeldung als Steckersolargerät nutzen kann. Wer die Anker Solarbank 4 Pro hingegen voll ausreizen möchte, sollte sie als PV-Anlage anmelden. Dann kann man sie mit bis zu 12 Solarpanels betreiben und profitiert von der maximalen Einspeiseleistung von 2500 Watt. Für diesen Einsatzzweck gibt es derzeit kaum eine bessere Alternative.

Wer hingegen einen Speicher für ein klassisches Balkonkraftwerk mit maximal 2 kWp Solarleistung sucht, wird mit anderen Lösungen, etwa Zendure Solarflow 2400 Pro (Testbericht) oder SunEnergyXT 500 (Testbericht), deutlich günstiger bedient.