Heise 17.09.2026
16:41 Uhr

Souveränität: Wildberger fördert marktreife Tech-Produkte und sichere KI


Das Digitalministerium unterstützt KMU mit bis zu 5 Millionen Euro dabei, digitale Innovationen marktreif zu machen. Mit Kanada treibt es KI-Sicherheit voran.

Souveränität: Wildberger fördert marktreife Tech-Produkte und sichere KI

Das Überführen von Spitzenforschung in marktfähige Anwendungen gilt als eine der größten Herausforderungen des deutschen Innovationsstandorts. Zwar bringen hiesige Universitäten, Forschungseinrichtungen und Gründerteams regelmäßig wissenschaftliche Durchbrüche und Prototypen hervor. Doch der Schritt zum kommerziell erfolgreichen Produkt scheitert häufig an fehlendem Risikokapital, Hürden bei der Skalierung oder unzureichenden Marktzugängen. Um dem entgegenzuwirken und kritische Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern abzubauen, setzt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) auf eine doppelgleisige Offensive für mehr digitale Souveränität.

So hat das BMDS am Donnerstag die Förderrichtlinie „Digital-Tech-to-Product – Entwicklung souveräner und marktorientierter Innovationen in digitalen Technologien“ veröffentlicht. Das Programm richtet sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Start-ups als Treiber digitaler Erneuerung.

Mit finanziellen Zuwendungen von bis zu 5 Millionen Euro pro Vorhaben werden produktorientierte Projekte unterstützt, um die Hürden zwischen einem nachgewiesenen Funktionsmuster und der vorkommerziellen Marktreife zu überwinden. Technisch entspricht dies der Überbrückung der Spanne vom Machbarkeitsnachweis bis zum Erreichen eines qualifizierten Systems in seiner Einsatzumgebung.

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) hebt hervor, dass Deutschland seine Stärke in der Forschung konsequenter in marktfähige Innovationen übersetzen müsse. Im Zentrum stehe ein Wechsel im Förderansatz: Statt reiner Technologieförderung setze das Ministerium stärker auf die Nachfrage des Marktes: Gefördert würden Vorhaben, die von Beginn an ein klar definiertes Problem aus Wirtschaft oder Gesellschaft adressierten und ein schlüssiges Geschäftsmodell mitbrächten.

Im ersten Förderaufruf, für den Interessierte bis zum 11. Oktober Projektskizzen einreichen können, stehen Künstliche Intelligenz, Datenökosysteme, Cybersicherheit sowie Cloud und Edge Computing im Fokus. Als Projektträger fungiert die TÜV Rheinland Forschungs- und Innovationsmanagement GmbH.

(mho)