Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
|
19.08.2026 16:00 Uhr |
Nerd, Vater, Tech-Junkie – Ich beschäftigte mich seit gut 20 Jahren fast ausschließlich mit Journalismus, überwiegend aus der Digital-Lifestyle-Ecke. Schwerpunkte: E-Scooter, Kopfhörer, Beamer, E-Bikes, Gadgets & Smart Home.
Das E-Bike Riese & Müller Charger 4 GT gehört zu den beliebtesten Modellreihen des Luxus-Herstellers. Wir schauen uns exemplarisch ein Refurbished-Modell an.
Riese & Müller gehört zu den teuersten Adressen auf dem E-Bike-Markt. Das Charger 4 GT ist das Trekkingrad der Marke: Aluminiumrahmen in Diamantform, Bosch-Mittelmotor, 750-Wh-Akku, Federgabel und gefederte Sattelstütze. Auf Waldwegen gibt es den eSUV, mit Schutzblechen, Gepäckträger, Rahmenschloss und Lichtanlage taugt es auch als City-E-Bike für den Alltag.
Unser Testrad stammt aus dem Modelljahr 2023 und kommt vom Refurbisher Rebike – ein Einzelstück der Zustandsklasse Premium Refurbished für 2899 Euro. Rebike führt viele weitere E-Bikes der Luxus-Marke Riese & Müller. Wer lieber neu kauft, findet etwa das Riese und Müller Charger 4 GT Touring Core bei ebike24.de für 4799 Euro.
Riese & Müller liefert das Charger 4 in mehreren Ausstattungslinien. Unseres trägt die Linie Touring mit Shimano Deore XT, 11 Gängen und Kette. Die Alternative heißt Vario und ersetzt Schaltwerk und Kette durch eine stufenlose Enviolo-Nabe mit Gates-Riemen. Das fährt wartungsärmer, kostet aber mehr und wiegt etwas schwerer. Wer gern sportlich schaltet und den Antrieb ohnehin pflegt, ist mit Touring richtig.
Seit 2023 hat sich an der Baureihe wenig getan: keine neue Plattform, nur Ausstattungsdetails. Damit hilft dieser Test auch beim Neukauf. Wir sind das Rad einen Nachmittag lang gefahren, um zwei Dinge zu klären: Lohnt ein refurbished E-Bike? Und wie schlägt sich das Charger 4 als Baureihe?
Rebike ist die größte deutsche Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete E-Bikes, vom City-E-Bike bis zum E-MTB. Die Räder stammen aus Leasingrückläufern, aus dem eigenen Abo-Geschäft und aus Händlerrücknahmen.
Auf Akku und Motor gibt Rebike zwei Jahre Garantie, dazu kommt ein Jahr gesetzliche Gewährleistung auf das ganze Rad. Seit Juli 2026 tragen Räder mit Bosch-Antrieb zusätzlich das Siegel Certified by Bosch, das Akkukapazität, Ladezyklen und Motorlaufleistung digital ausweist. Der Store München/Unterföhring bietet Probefahrten an. Der Versand läuft per Spedition, das Rad kommt vormontiert und kostet 69 Euro Fracht.
Das Charger 4 GT hat 7162 km hinter sich. Der Akku steht bei 91 Prozent Gesundheit nach 62 Ladezyklen – E-Bike-Zellen sind auf 500 bis 1000 Zyklen ausgelegt. Nach diesem Maßstab ist das Rad kaum eingefahren.
Getauscht hat Rebike Kette, Kassette, Bremsbeläge, Bremsscheiben und Sattel, also die klassischen Verschleißteile. Sichtbar bleiben minimale Gebrauchsspuren, vor allem leichte Kratzer an Lenker, Vorbau, Kurbel und Felgen. Alle sind im Angebot einzeln dokumentiert.
Das City-E-Bike wiegt 28 kg und nimmt 132 kg Zuladung auf. Der Aluminiumrahmen kommt als Diamantform mit hohem Einstieg, unser Testrad in mattem Blau. Die Verarbeitung entspricht dem Anspruch der Marke: Die Züge verschwinden im Rahmen, die Schweißnähte sind sauber gezogen, während der Fahrt knarzt und klappert nichts.
Unser Rad trägt die Rahmengröße 54 cm und passt damit für 184 bis 204 cm Körpergröße. Die aktuelle Baureihe teilt sich in 46, 49, 53 und 56 cm auf – wer heute neu kauft, findet die Größe also fein abgestuft.
Bei unserem Modell sitzen ein Gepäckträger im MIK-HD-System samt Bibia-Adapterplatte und ein integriertes Rücklicht am Heck. Dazu kommt ein Abus 5755 Shield XPlus als Rahmenschloss, das man sonst nachkaufen müsste. Der Sattel von Selle Royal ist neu, die Sattelstütze federt.
Auf dem Vorbau des City-E-Bikes sitzt ein Bosch Kiox 300 mit Farbdisplay, dazu der Bosch System Controller im Oberrohr. Bedient wird über die LED Remote links am Lenker. Das Display bleibt auch bei direkter Sonne gut ablesbar und zeigt auf Wunsch eine Navigation an.
Der Riser-Lenker und der im Winkel verstellbare Vorbau lassen Spielraum für die Sitzposition. Das Licht schaltet ein eigener Taster, vorn leuchtet ein Supernova Mini 2 Pro mit Fernlichtfunktion.
Wer heute neu kauft, bekommt serienmäßig das schlichtere Intuvia 100; das Kiox 300 kostet extra. An einem gebrauchten Rad kann die Ausstattung des Vorbesitzers also mehr wert sein als die Grundversion von heute.
Im Tretlager arbeitet ein Bosch Performance Line CX der vierten Generation im Smart System: 250 W Nennleistung, 85 Nm und bis zu 340 Prozent Unterstützung, gekoppelt an einen Drehmomentsensor. Bei 25 km/h regelt der Motor ab, die Schiebehilfe schiebt bis 6 km/h.
Kraft ist reichlich da. Steigungen von 15 bis über 20 Prozent nimmt das City-E-Bike ohne Not, im Turbomodus surrt der Motor allerdings hell und deutlich hörbar. In den unteren Stufen übertönt der Fahrtwind den Antrieb.
Geschaltet wird per Shimano Deore XT mit 11 Gängen und Kette. Die hydraulischen Magura-Bremsen der MT4/MT5-Klasse mit 180-mm-Scheiben greifen vorn wie hinten fein dosierbar. Vorn federt an unserem Testrad eine Marzocchi Rail – die aktuelle Baureihe fährt stattdessen eine SR Suntour Mobie 34. Hinten arbeitet eine gefederte Cane-Creek-Thudbuster-Sattelstütze, die grobe Schläge aus dem Rücken hält.
Auf 27,5 Zoll rollen Schwalbe Super Moto-X. Das Rad liegt laufruhig und spurstabil, dafür bremsen die 28 kg die Agilität: Im engen Stadtverkehr wirkt das Charger 4 GT behäbiger als leichte Räder wie das Urtopia Carbon 1 ST (Testbericht). Die Sitzposition fällt aufrecht aus, wir fühlen uns vom ersten Meter an wohl.
Im Unterrohr des City-E-Bikes steckt ein Bosch Powertube mit 750 Wh. Der Vorgänger Charger 3 fuhr noch mit 625 Wh – so viel wie das Cannondale Canvas Neo 1 (Testbericht) mit demselben Bosch-Motor.
Die Ladebuchse sitzt am Unterrohr unter einer Gummiklappe, laden lässt sich der Akku im Rahmen. Ihn herauszunehmen, gerät dagegen zur Fummelei: Der Griff ist schlecht zu ertasten. Wer keine Steckdose am Stellplatz hat, ärgert sich darüber regelmäßig.
Riese & Müller verspricht bis zu 100 km und mehr. In der Praxis halten wir 70 bis 85 km für realistisch, abhängig von Zuladung, Untergrund, Wind und Unterstützungsstufe. Wem das nicht reicht, rüstet einen Range Extender mit 250 Wh nach.
Das Charger 4 steht weiter im Programm, auf derselben Motor- und Akkubasis – wer das City-E-Bike gebraucht kauft, verpasst technisch also wenig. Es gibt vier Linien, jeweils auch als schnelles HS-Modell: Touring mit Deore XT und Kette, Vario mit stufenloser Enviolo und Gates-Riemen, Automatik mit selbst schaltender Enviolo Automatiq und Rohloff mit 14-Gang-Nabe E14. Der Core-Einstieg fährt mit 625 Wh und Shimano Cues mit 10 Gängen.
Optional gibt es Bosch ABS 2.0, das Kiox-300-Display und den Range Extender. Der Gepäckträger ist heute für 27 kg freigegeben, das Leergewicht liegt je nach Linie zwischen 28,6 und 31 kg.