Heise 30.07.2026
11:59 Uhr

OpenAI-Präsident zur Apple-Klage: „Wir sind selbst innovativ genug“


In einem Interview hat sich Greg Brockman einige Anmerkungen zum laufenden Verfahren Apples entlocken lassen. Der KI-Konzern gibt sich betont gelassen.

OpenAI-Präsident zur Apple-Klage: „Wir sind selbst innovativ genug“

Die große Klage, mit der Apple seit einigen Wochen offensiv gegen das KI-Unternehmen OpenAI vorgeht, scheint im Management des ChatGPT-Betreibers nicht für Aufregung zu sorgen. Zumindest verbreitet die Firma diesen Eindruck. In einem ausführlichen Interview, das Greg Brockman, Präsident von OpenAI, der bekannten US-Tech-Journalistin Joanna Stern gab, kam das Thema nur am Rande vor – wenn auch mit einigen wohlgesetzten Spitzen.

OpenAI sei „selbst innovativ genug“, dass es nicht notwendig sei, Geschäftsgeheimnisse anderer Firmen zu verwenden. „Wir denken über die Dinge aus unserer eigenen Perspektive nach. Das ist, wie wir arbeiten und so gehen wir vor.“ Konkrete Angaben zu den Vorwürfen machte Brockman aufgrund des laufenden Verfahrens nicht. „Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir sehr hinter unserer Langzeit-Roadmap stehen und auf unsere eigene Entwicklung und Technologie konzentriert sind.“

Apple wirft OpenAI vor, beim Abwerben von über 400 Mitarbeitern auch gleich deren geheime Apple-Informationen „mitgekauft“ zu haben. Angeblich wurden sie gezielt aufgefordert, über Dinge zu sprechen, an denen sie in Cupertino tätig waren. Teilweise sollen sie sogar Prototypen mitgebracht haben. Das hätte für ein auf Geheimhaltung bedachtes Unternehmen wie Apple eine ganz neue Qualität.

Apple bezeichnete das Hardware-Geschäft von OpenAI als „rotten to the core“, also bis zum Kern verrottet, da es auf geklauten Apple-Innovationen aufbaue. Brockman teilte mit, dass OpenAI weiter an Hardware arbeite, die man „bald“ erwarten könne. Zuletzt hieß es, OpenAI plane einen Smartspeaker, später auch ein Handy. Angeblich arbeitet Designchef Jony Ive, selbst Ex-Apple, an einer ganzen Produktfamilie, die für die „KI-Ära“ gedacht ist.

Brockman sprach in dem Interview mit Stern auch über den zunehmenden Trend, KI-Systeme und Rechner mittels Sprache zu steuern. Der OpenAI-Präsident, der das Tagesgeschäft leitet, räumte auch Probleme mit der ChatGPT-App für macOS ein, die kürzlich mit dem Coding-Assistenten Codex kombiniert wurde. Er räumte ein, dass das derzeit eine „kind of mess“ sei, die man Schritt für Schritt aufräumen wolle. So soll es künftig keine störenden Tabs mehr geben.

(bsc)