Heise 05.08.2026
16:51 Uhr

Kioxias XL-Flash kommt mit 10 Millionen IOPS


Die zweite XL-Flash-Generation ist für direkte GPU-Zugriffe gedacht. Kioxia zeigt erste SSD-Ableger für Server.

Kioxias XL-Flash kommt mit 10 Millionen IOPS

Kioxias SSD-Baureihe GP1 umfasst die ersten Modelle, die zehn Millionen Input/Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) schaffen sollen. Gedacht sind sie für KI-Server, bei denen Beschleuniger direkt auf die SSDs zugreifen. Die maximale Transferrate ist zweitrangig, stattdessen ist der eingesetzte XL-Flash-Speicher auf viele parallele und zufällige Zugriffe ausgelegt.

Ähnlich wie der neuartige High Bandwidth Flash (HBF) der Konkurrenten Sandisk und SK Hynix ist XL-Flash in mehr Speicherbereiche unterteilt, als es beim NAND-Flash für normale SSDs üblich ist. Die Zielsetzung ist jedoch unterschiedlich: Während HBF hohe Transferraten von mehreren Terabyte pro Sekunde erreichen soll, ist XL-Flash auf schnelle und latenzarme Zugriffe auf zufällige Adressen ausgelegt.

Um diesen Effekt zu verstärken, lässt Kioxia jede Zelle nur mit maximal zwei Bit beschreiben (Multi-Level Cells, MLC). Bei normalen SSDs gibt es diese Herangehensweise nicht mehr; dort sind drei, vier und selten fünf Bit pro Zelle üblich (TLC, QLC, PLC).

Die zehn Millionen IOPS gelten für besonders kleine Datenblöcke von 512 Byte. Bei PC-SSDs sind 4 KByte bis 16 KByte große Blöcke üblich. Außer den IOPS nennt Kioxia bislang fast keine Spezifikationen. Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine sequenzielle Übertragungsgeschwindigkeit von gut 5 GByte/s. Bei größeren Blockgrößen wären über PCI Express 6.0 auch höhere Transferraten drin.

High-End-SSDs für Desktop-PCs und Notebooks schaffen über PCIe 5.0 bis zu 2,6 Millionen IOPS. Bereits angekündigte PCIe-6.0-Controller sind für bis zu sieben Millionen IOPS ausgelegt. Solche Werte gelten allerdings immer für Idealfälle. Die GP1-Serie könnte in der Praxis daher besser ausfallen, als es die Papierwerte suggerieren.

Der Hersteller glaubt, seine XL-Flash-Herangehensweise künftig auf 100 Millionen IOPS hochskalieren zu können. Das soll schon 2027 mit der dritten Speichergeneration und PCIe 7.0 möglich sein.

Auch Kioxia sieht XL-Flash als zusätzliche Speicherstufe zwischen KI-Beschleunigern und normalen Datenträgern. Die GP1-Serie erscheint in den Serverbauweisen E3.S und E1.S in unterschiedlichen Breiten. Die frühere FL6-Serie erschien in Kapazitäten bis 3,2 TByte, ist allerdings auch schon fünf Jahre alt. GP1-Modelle sollten mit deutlich höherer Speichermenge möglich sein.

Kioxia will bis zum Jahresende Evaluierungsmuster an Partner schicken. Die tatsächliche Einführung dürfte 2027 stattfinden.

(mma)