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01.08.2026
08:00 Uhr
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Lichtspiele, Drohnenblicke und stille Nahaufnahmen – diese Woche zeigt die Galerie eine besonders vielseitige Bildauswahl.

Die Bildauswahl der Woche aus der c't-Foto-Galerie präsentiert eine bemerkenswerte Bandbreite an Motiven: von der schroffen Atlantikküste der Färöer-Inseln über einen türkisfarbenen Gletschersee am Dachstein hin zu urbanen Räumen. Natur und Architektur, Bewegung und Stille, Farbe und Schwarz-Weiß – unsere sieben Bilder des Tages stehen in einem spannenden Dialog miteinander.
Was sie alle verbindet, ist der bewusste Umgang mit Licht und Komposition. Mal ist es das warme Licht der Goldenen Stunde, das eine Landschaft in leuchtendes Gold taucht, mal das kühle Schimmern von Wasser oder das präzise Spiel von Licht und Schatten, das alltägliche Szenen in grafische Studien verwandelt. Dazu gesellen sich Nahaufnahmen, die kleinste Details sichtbar machen, sowie die Vogelperspektive, die vertraute Motive aus einer neuen Dimension öffnet. Jedes Bild erzählt auf seine Weise davon, wie ein aufmerksamer Blick und ein gutes Gespür für den richtigen Moment aus einfachen Dingen starke Bilder entstehen lassen.
Licht fällt durch eine perforierte Fläche und projiziert ein Raster aus weißen Punkten auf den Boden sowie auf die Füße einer Person in High Heels. Aus der Vogelperspektive verdichtet sich das Bild zu einer nahezu flächigen Komposition, in der Haut, Schuhe und Untergrund zu einem einzigen Muster verschmelzen. Diagonale Schattenkanten teilen die Bildfläche in geometrische Zonen aus kühlem Blaugrau und warmem Hautton. Gleichzeitig werden die Punkte von der Bildmitte nach außen kleiner, wodurch Tiefe entsteht. Dieses Lichtspiel verwandelt eine alltägliche Szene in eine grafische Studie über Projektion, Textur und visuellen Rhythmus, die an die Licht-Schatten-Experimente von László Moholy-Nagy erinnert.
Ein flacher Gletschersee am Dachstein gibt den Blick auf den felsigen Untergrund frei. Das Wasser schimmert in verschiedenen Abstufungen von milchigem Türkis bis zu tiefem Blau. Glatt geschliffene Kalksteinformationen ragen aus der Oberfläche und rahmen die einzelnen Wasserbecken. Auf dem Felsplateau dahinter stehen zwei Personen und blicken über die Berglandschaft, die sich im Dunst verliert. Wolken spiegeln sich in der glatten Wasseroberfläche. Schneereste am Rand erinnern daran, dass der Sommer hier oben kurz ist.
Diese Schwarz-Weiß-Aufnahme spielt virtuos mit dem Verhältnis von Figur und Hintergrund: Eine dunkle Silhouette steht vor einem beleuchteten Werbeplakat, auf dem eine Frau den Blick nach unten richtet – direkt zur realen Person hinab. Der harte Kontrast zwischen tiefstem Schwarz und dem hellen Leuchtkasten erzeugt eine klare Zweiteilung der Bildebenen. Der Größenunterschied zwischen der überlebensgroßen Werbefigur und der kleinen Silhouette erzeugt ein Spannungsfeld aus Nähe und Distanz. Der Schriftzug „SALE“ verortet das Bild im urbanen Konsumkontext und verleiht dem Titel eine ironische Doppelbödigkeit.
Die Luftaufnahme zeigt die Insel Tindhólmur auf den Färöer-Inseln kurz vor Sonnenuntergang im Licht der Goldenen Stunde. Die schmale, unbewohnte Felsinsel ragt mit mehreren spitzen Graten aus dem Nordatlantik empor und ähnelt in ihrer Form einem Drachenrücken. Das warme Sommerlicht taucht die grün bewachsenen Hänge und die schroffen Klippen in goldene und orangefarbene Töne, während der umgebende Ozean und der Fjord in tiefem Blau ruhen. Aus der Drohnenperspektive entfaltet sich die gesamte Dimension dieser abgelegenen Insellandschaft zwischen Meer und Himmel.
Wer benötigt schon Filter, wenn eine Glasscheibe und etwas Wasser so viel können? In diesem Makrobild lassen die Wassertropfen die bunten Flächen dahinter aufglühen und verwandeln die unregelmäßigen Konturen in ein quirliges Farbspiel. Die dunklen Ränder lenken den Blick in die helle Mitte, von wo aus er zu den nächsten Tropfen weiterspringt. Gerade das macht diese altbekannte Spielerei so charmant: Aus einfachen Dingen entsteht ein visuell beeindruckendes Experiment.
Auf einem Holzboden liegt eine Tänzerin und beugt sich in einer weiten Dehnungsübung tief nach vorn. Ihre Beine strecken sich fast waagerecht bis an die beiden Bildränder. Ihre Unterarme liegen vor dem Kopf übereinander, die Finger spreizen sich auf den Dielen. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt Rücken, Schultern und Hüfte im hellen Licht, während die Ränder dunkel auslaufen. Die strenge Aufsicht hält die Sportszene ruhig und macht daraus eine reduzierte Aufnahme mit Haltung.
Eine Libelle schwebt im Flug vor einem tief abgedunkelten Hintergrund, der durch ein einzelnes, kreisrundes Bokeh-Element im oberen Bildbereich durchbrochen wird. Die vier Flügel des Insekts bilden ein nahezu symmetrisches Kreuz und erzeugen so eine stabile, zentrierte Komposition. Das Licht trifft seitlich auf die hauchdünnen Flügelmembranen und modelliert deren feine Struktur mit einem silbrig-warmen Schimmer. Das große Bokeh darüber fungiert als visuelles Gegengewicht: Es balanciert die Bildmasse aus und öffnet zugleich die Tiefe des Raums.
(vat)