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09.06.2026
14:00 Uhr
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Die von Nextcloud und Ionos vorangetriebene Web-Office-Suite Euro-Office hat ihre erste Version herausgebracht.

Die erste stabile Version der quelloffenen Web-Office-Suite Euro-Office ist veröffentlicht. Das gaben die federführenden Projektpartner Nextcloud und Ionos bekannt. Mit Euro-Office sollen Unternehmen, Behörden und andere Organisationen gemeinsam Dokumente, Tabellen und Präsentationen erstellen, bearbeiten und sich von proprietären Angeboten wie Microsoft Office oder Google Docs unabhängig machen können.
„Unsere oberste Priorität war es, eine Version bereitzustellen, mit der die Nutzer tatsächlich arbeiten können. Zunächst haben wir dafür den Code bereinigt, einige Sicherheitsupdates implementiert und Euro Office in bestehende Lösungen integriert“, fasst Nextcloud-Chef Frank Karlitschek den Projektstand zusammen. Lokale Desktop- und Mobilanwendungen gibt es noch nicht, sie stehen als nächster Schritt auf der Liste. Die vollständige Unterstützung offener Standards wie ODF habe ebenfalls Priorität. „Dies wird bei der nächsten Version ganz oben auf der Agenda stehen“, so Karlitschek.
Euro-Office soll zunächst vor allem in Kollaborations-Tools der Partner als Office-Modul Einzug finden. Neben Ionos und Nextcloud sind auch noch Eurostack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, Open-Xchange und Office.eu als Partner des Projekts mit an Bord. Ionos und Nextcloud bauen eigener Aussage nach ein Entwicklungsteam für Euro-Office auf, erste Stellen seien schon besetzt.
Den Anfang bei den Integrationen macht Nextcloud selbst mit dem ebenfalls am heutigen Dienstag vorgestellten Nextcloud Hub 26 Spring.
Die bisher in Nextcloud verwendete Office-Komponente Collabora soll laut Nextcloud-Chef Karlitschek aber nicht verschwinden. Nutzer sollen die Wahl zwischen Collabora und Euro-Office haben. Die Integration von Euro-Office in das Nextcloud-Workspace-Angebot von Ionos ist für den Spätsommer geplant. Das französische Unternehmen XWiki rechnet mit einer Integration im vierten Quartal dieses Jahres. Auch Office.eu mit Sitz in den Niederlanden plant, ein auf Euro-Office fußendes Angebot zur Verfügung zu stellen.
Technisch gesehen handelt es sich um einen Fork der quelloffenen Suite OnlyOffice. Die Entscheidung für den OnlyOffice-Fork hatten Nextcloud und Ionos zum Start des Projekts mit der moderneren Architektur und Codebasis im Vergleich zu LibreOffice und dessen Browservariante Collabora begründet.
OnlyOffice hatte allerdings kurz nach der Projektankündigung den Vorwurf von Lizenzverletzungen erhoben. Das habe man laut Karlitschek inzwischen aber ausgeräumt, entsprechende Quell- und Markenhinweise seien in Euro-Office ergänzt worden und der Streit damit beigelegt. Konkurrenz aus dem Open-Source-Lager könnte aber auch bald ins Haus stehen, da LibreOffice Ende Mai einen Strategiewechsel angekündigt hat. Die freie Office-Suite soll sich künftig stärker in Richtung Webbrowser, Smartphones und kollaboratives Arbeiten weiterentwickeln.
Wer Euro-Office auf Docker-Basis ausprobieren oder zum Projekt beitragen möchte, findet weitere Informationen im GitHub-Repo.
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(axk)