FAZ 22.07.2026
12:05 Uhr

Urteil nach Angriff in Dresden: „Kein Wunder, dass die Deutschen keinen Respekt vor ihrem Justizsystem haben“


Das Landgericht Dresden verhängt Jugendhaft für den Messerangreifer von Dresden, Bewährung für den Mitangeklagten. Opfer John Rudat findet das Urteil zu milde und sagt, Deutschland sei zum „Kriegsgebiet“ geworden.

Urteil nach Angriff in Dresden: „Kein Wunder, dass die Deutschen keinen Respekt vor ihrem Justizsystem haben“

Es war August 2025, als das amerikanische Model John Rudat in einer Straßenbahn in Dresden einen Streit schlichten wollte. Ein 22 Jahre alter Mann stritt mit seiner Freundin, schlug sie, schrie sie an. Als Rudat dazwischenging, fing er sich einen Schlag ein. Ein weiterer Mann, 21 Jahre alt, kam hinzu und griff Rudat mit einem Cuttermesser an. Er traf ihn im Gesicht und fügte ihm Schnittverletzungen am Augenlid, der Nase, an der Lippe und auch im Mund zu. Beide Täter sind Syrer. Knapp ein Jahr nach dem Vorfall sind die beiden Angreifer nun verurteilt worden. Der 21 Jahre alte Messerangreifer wurde der schweren und gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer Jugendhaftstrafe von drei Jahren verurteilt. Er habe Rudat bei dem Angriff dauerhafte Schäden im Gesicht zugefügt, hieß es bei der Urteilsverkündung im Landgericht Dresden. Der mitangeklagte Zweiundzwanzigjährige wurde unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Beim Prozess zeigten die Angeklagten Reue und baten um Entschuldigung für ihre Tat. Sie seien betrunken gewesen, einer der beiden berichtete auch von Rauschgiftkonsum am Tag der Tat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. „I’m pissed“ John Rudat veröffentlichte auf Instagram am Mittwoch ein Video, um die Entscheidung des Gerichts zu kommentieren. „I’m pissed“, fängt er an. Die Strafen seien viel zu gering. Es handle sich nicht um einen tragischen Einzelfall, sondern um ein Migrationsproblem. Das habe der Richter nicht verstehen wollen. Er habe das als ein Bildungs- und nicht als Migrationsproblem sehen wollen. „Kein Wunder, dass die Deutschen keinen Respekt vor ihrem Justizsystem und ihren Richtern haben.“ Die Richter selbst hätten „noch etwas Bildung nötig“, schreibt Rudat unter seinem Instagram-Post. Deutschland sei mittlerweile ein „Kriegsgebiet“ geworden, sagt er in dem Video. Er verweist auf mehrere aktuelle Fälle, in denen Migranten Personen angegriffen hätten, unter anderem den tödlichen Angriff von Trier. Seit dem Vorfall in Dresden vor einem Jahr ist Rudat immer wieder mit seiner Geschichte in die Öffentlichkeit gegangen. Er traf sich auch mit Politikern, die AfD-Vorsitzende Alice Weidel empfing ihn im Bundestag. In seinem Reaktionsvideo auf das Urteil präsentiert sich Rudat als Aktivist, der Europa und die Vereinigten Staaten vor dem Untergang retten will. In Richtung der AfD sagt Rudat am Ende: „Ihr habt meine volle Unterstützung.“ Wenn die Partei „Remigration“ liefern könne, müsse man sie an die Macht bringen, rät er seinen knapp 30.000 Instagram-Followern.