Es ist eher so etwas wie anekdotische Evidenz. Aber wenn man dieser Tage mit Geschäftsleuten selbst in so wohlhabenden Städten wie Königstein im Taunus spricht, dann sagen sie: Die Leute sparen. In den Geschäften sei wenig los, die Restaurants seien leer. Gerade auch die Reichen achteten sehr aufs Geld, sonst wären sie nicht reich. Als Grund für die Zurückhaltung wird eine gefühlsmäßige Mischung aus den hohen Energiepreisen und Misstrauen gegenüber der Politik vermutet. Nun setzt in dieser Woche am Donnerstag der Tankrabatt ein: ein teures Instrument auf Steuerzahlerkosten, das die Spritpreise drücken soll. Wird man das sehr merken? Zu befürchten ist: Nein. Kraftstoff kostet derzeit an der Tankstelle zwei Euro plus irgendwas je Liter, nach zwölf Uhr mehr als davor. Und er wird auch weiterhin zwei Euro plus irgendwas kosten. Die Grenze von zwei Euro wird diesmal, anders als beim Tankrabatt 2022, nicht unterschritten werden. Für die Wahrnehmbarkeit von Preisen sollte man solche runden Werte nicht unterschätzen. Hinzu kommt ein Phänomen, das auch bei früheren Tankrabatten zu beobachten war: Zum Stichtag der Steuersenkung gehen die Tankstellen mit den Preisen schon runter. Aber danach wird versucht, die Überwälzung der Steuersenkung aufzuweichen. Wer kann schon so genau nachprüfen, wenn die Preise an der Tankstelle später wieder steigen, ob daran Trump und das Rohöl schuld sind oder größere Margen der Ölkonzerne?
