Der französische Bücherherbst verdankt Thélyson Orélien seinen Überraschungserfolg und seine Polemik. Zuerst sah alles gut aus: Der Romanerstling „C’était ça ou mourir“ (Das oder sterben) verkaufte sich satte 35.000 Mal, wurde von dem prominenten Autorenkollegen Gaël Faye beworben und galt als Favorit für die Literaturpreise. Am Montag letzter Woche, nur Stunden nachdem Orélien den Romanpreis der Kulturkaufhauskette Fnac erhalten hatte, warf der X-Account „Balance ton Claude“ („Verpfeif deinen Claude“, eine Anspielung auf den KI-Agenten von Anthropic und den MeToo-Account „Balance ton porc“) ihm vor, den Roman mittels KI geschrieben zu haben. Die Woche über beharkten sich zwei Lager, die der politischen Front zwischen Rechts und Links entsprachen; es bestätigte diese Sicht, dass hinter „Balance ton Claude“ Samuel Fitoussi steht, ein antiwoker Autor des konservativen „Le Figaro“, wie dann am Freitag bekannt wurde.
