FAZ 09.09.2026
11:24 Uhr

Milliarden eingesetzt: Razzia wegen unerlaubten Onlineglücksspiels


Mehr als drei Jahre hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen eine Gruppe ermittelt, die ohne Lizenz ein Onlineglücksspiel angeboten haben soll. Es geht um Einsätze und Steuerschäden in Milliardenhöhe.

Milliarden eingesetzt: Razzia wegen unerlaubten Onlineglücksspiels

Ermittler aus Hessen und Nordrhein-Westfalen sind am Dienstag gegen mehrere Personen vorgegangen, denen gewerbs- und bandenmäßiges Anbieten von unerlaubtem Onlineglücksspiel sowie besonders schwere Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Die fünf Beschuldigten sollen seit mindestens Juli 2021 Glücksspiele im Internet organisiert haben, ohne im Besitz der hierzu nötigen deutschen Genehmigung gewesen zu sein. Gegen den Hauptbeschuldigten wurde den Angaben nach am Dienstag in Frankfurt ein Haftbefehl vollstreckt. Wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft mitteilte, hatte sie in dem Verfahren zuvor mehr als drei Jahre verdeckt ermittelt. Die über das Internet getätigten Spieleinsätze sollen allein bis Ende 2023 etwa 5,86 Milliarden Euro betragen haben. Die auf die Glücksspiele angefallenen Steuern sollen die Beschuldigten zudem nicht vollständig oder überhaupt nicht abgeführt haben. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilt, wird ihnen allein für das Jahr 2024 ein Steuerschaden von 77,6 Millionen Euro zugerechnet. An den elf Durchsuchungen in Deutschland, mit Schwerpunkt in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, waren laut Behörde 100 Einsatzkräfte beteiligt. Dabei habe man auch einen Vermögensarrest über gut 82 Millionen Euro vollstreckt; mehrere Luxusautos und diverse Konten seien gepfändet worden. An dem Einsatz waren außer der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Frankfurt und dem Frankfurter Polizeipräsidium auch das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in Nordrhein-Westfalen beteiligt.