|
06.10.2026
08:19 Uhr
|
Außenminister: Deutschland nicht erst dann angegriffen, wenn deutsches Gebiet angegriffen +++ Moskauer Gouverneur: Zwei Todesopfer nach ukrainischem Drohnenangriff +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Gouverneur: Zwei Zivilisten durch ukrainischen Drohnenangriff getötetBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau sind in der Nacht zu Dienstag nach Behördenangaben zwei Zivilisten getötet worden. Neun weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur, Andrej Worobjow, mit. Er sprach von einem der bislang schwersten Drohnenangriffe auf die Hauptstadtregion. Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin steuerten mehr als 650 ukrainische Drohnen auf die russische Hauptstadt zu. Die meisten von ihnen seien jedoch abgeschossen worden.Bei den Todesopfern in der Region Moskau handele es sich um einen 71 Jahre alten Mann, der aus den Trümmern eines Hauses geborgen worden sei, sowie einen 20 Jahre alten Mann aus einem nahegelegenen Dorf, erklärte Gouverneur Worobjow. Der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge geriet zudem ein Lagerhaus in Brand. In Domodedowo südlich von Moskau, wo sich der drittgrößte Flughafen des Landes befindet, fiel in einigen Dörfern der Strom aus.Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus im russisch besetzten Teil der südöstlichen Region Saporischschja wurden den dortigen Besatzern zufolge drei Menschen getötet und drei weitere verletzt. Unter den Toten sei auch der Busfahrer. Die Ukraine äußerte sich zunächst nicht dazu.
Russland greift Dnipro-Brücke in Saporischschja anRussland hat auch in ostukrainischen Großstadt Saporischschja gezielt eine Brücke über den Dnipro angegriffen. Laut dem Gouverneur der Region, Mychailo Semikin, wurden bei dem Angriff in der Nacht auf Dienstag fünf Menschen verletzt. Zwei der Verletzten seien Rot-Kreuz-Mitarbeiter auf dem Weg ihrem Einsatz gewesen, teilte Semikin mit. Mit welchen Waffen die Russen in Saporischschja angegriffen haben, wurde in den bisherigen Mitteilungen nicht erwähnt. In den vergangenen Tagen griff Russland mehrfach große Brücken über den Dnipro in der Hauptstadt Kiew mit düsenbetriebenen Drohnen an. Am Sonntag auch während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz.Die düsenbetriebenen Drohnen sind für die ukrainische Luftverteidigung deutlich schwerer abzuwehren als die propellerbetriebenen Drohnen, auf die Russland bisher hauptsächlich setzte:
Ukraine greift Moskau laut Russland mit 650 Drohnen anDie Ukraine hat die Region der russischen Hauptstadt Moskau nach Behördenangaben in der Nacht mit rund 650 Drohnen angegriffen. Die meisten seien von der Luftverteidigung aus großer Entfernung unschädlich gemacht worden, schrieb der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin auf der Plattform Telegram. 105 Drohnen seien bei ihrem Anflug auf die Hauptstadt zerstört worden. Ein Mensch wurde den Behörden zufolge getötet. Sechs weitere Personen seien verletzt worden.Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Portal „Kyjiv Independent“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, bei dem Angriff sei eine Ölförderanlage rund 40 Kilometer entfernt von Moskau ins Visier genommen worden. Die Ukraine zielt auf Anlagen der russischen Ölindustrie, um so auch den für Moskaus Kriegskasse wichtigen Energieexport zu treffen.
Russland wirft Ukraine Angriff auf AKW Saporischschja vorRussland hat der Ukraine einen tödlichen Drohnenangriff auf das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja vorgeworfen. Bei dem Angriff in der Nacht zum Montag sei ein Fahrer getötet worden, der Lebensmittel für die Mitarbeiter lieferte, sagte der Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow. Ziele seien ein Laborgebäude und eine Anlage zur Verarbeitung radioaktiver Abfälle gewesen. Eine Gefahr für die nukleare Sicherheit bestehe jedoch nicht. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.Die russische Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf dem Westen vor, die ukrainischen Angriffe durch mangelnde Verurteilung zu ermöglichen. Die von Russland eingesetzte Werksleitung hatte bereits am Samstag erklärt, ukrainischer Beschuss habe die externe Stromversorgung beschädigt. Das Kraftwerk werde derzeit über Notstromdieselgeneratoren versorgt. Das größte Atomkraftwerk Europas wurde in den ersten Wochen des Krieges von Russland besetzt. Seitdem werfen sich die Regierungen in Moskau und Kiew gegenseitig vor, die nukleare Sicherheit zu gefährden.
Feier zum Tag der Deutschen Einheit Die deutsche Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt hat anlässlich des 36. Jahrestags der Wiedervereinigung eine Feierlichkeit ausgerichtet. Der neue Botschafter Boris Ruge wandte sich auf Ukrainisch an die geladenen Gäste. Er bekräftigte die deutsche Unterstützung für das angegriffene Land und sagte, „euer Platz ist in der Europäischen Union.“ Ruge betonte aber auch die Notwendigkeit innenpolitischen Reformen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha stellte in seiner Rede einen Zusammenhang zwischen der untergegangenen DDR und der DNR her, der einst russisch kontrollierten „Volksrepublik Donezk“. Auch Bildungsministerin Karin Prien versprach der Ukraine in ihrer Ansprache weitere Solidarität.
Selenskyj erwartet Verhandlungen noch im OktoberDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft trotz der verstärkten russischen Angriffe auf sein Land auf eine baldige Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Beendigung des Kriegs. „Ich gehe davon aus, dass es der amerikanischen Seite im Oktober gelingen wird, ein Dreiertreffen zu organisieren“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Das ukrainische Verhandlungsteam stehe bereit. „Diese Bereitschaft muss nun auch von Russland kommen.“ Die Diplomatie müsse nun auch in Russland zur Priorität werden. „Bislang konzentrieren sie sich ausschließlich auf Angriffe auf die Ukraine und auf destabilisierende Aktivitäten in Europa“, sagte Selenskyj. Eine wichtige Aufgabe der USA und aller starken Partner der Ukraine sei es, Russland zur Diplomatie zu bewegen, „zu konkreten Schritten statt zu Tötungen“.
Deutschrusse in Lettland wegen Militärhilfe für Russland verurteiltIn Lettland ist ein Deutschrusse zu sieben Jahren Gefängnis und einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden, weil er Gelder und Güter an russisches Militärpersonal gesammelt und weitergegeben haben soll. Darunter sollen etwa Nachtsichtgeräte und Teleskope gewesen sein, meldete die lettische Nachrichtenagentur Leta unter Berufung auf das zuständige Gericht in Riga. Das Urteil gegen den Mann mit deutscher und russischer Staatsangehörigkeit ist noch nicht rechtskräftig. Es basierte auf Korrespondenz, Fotos und Videos, die auf dem Mobiltelefon sichergestellt wurde.Der Verurteilte bestritt die bewusste Lieferung sanktionierter Militärgüter. Nach eigenen Angaben transportierte er aus humanitären Gründen in seinem Fahrzeug Hilfsgüter wie Rollstühle, Krücken und Windeln. Vor Gericht sagte er einem Bericht des lettischen Rundfunks zufolge aus, er habe die Nachtsichtgeräte Jägern gegeben.Den Angaben zufolge soll der Mann zwischen November 2023 und September 2025 etwa 20 Mal mit einem Auto mit deutschen Kennzeichen die lettisch-russische Grenze über den Grenzübergang Terehova überquert haben. Bei einer seiner Fahrten wurde er von lettischen Behörden festgenommen.
Trump macht Ukraine für steigende Benzinpreise verantwortlichUS-Präsident Donald Trump hat die Ukraine für steigende Benzinpreise verantwortlich gemacht. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien trieben die Preise nach oben, schrieb der Republikaner am Montag auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich warf er den Demokraten vor, Raffinerien in von ihnen regierten Bundesstaaten wie Kalifornien schließen zu lassen. Nicht mehr die Straße von Hormus sei der Grund für den Preisanstieg, behauptete Trump. Aus der Region komme inzwischen fast täglich Öl in Rekordmengen.
Russland: Haben Versorgungsschiff für ukrainisches Militär getroffenRussland hat eigenen Angaben zufolge ein Frachtschiff im ukrainischen Schwarzmeerhafen Piwdennji beschossen. Das Schiff sei zur Versorgung des ukrainischen Militärs eingesetzt worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.
Drei Tote bei russischem Luftangriff auf CharkiwBei einem russischen Luftangriff mit Lenkbomben auf die nordostukrainische Stadt Charkiw sind den örtlichen Behörden zufolge drei Menschen getötet worden. 25 weitere Menschen seien verletzt und Wohngebäude sowie Lagerhallen beschädigt worden, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Kallas: Russland gefährdet mit hybriden Angriffen Leben in ganz EuropaDie EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wirft Russland vor, mit hybriden Angriffen Menschenleben in ganz Europa zu gefährden. In den vergangenen Wochen habe es einen starken Anstieg russischer Sabotageversuche und Luftraumverletzungen gegeben, sagt Kallas bei einer Pressekonferenz mit dem moldauischen Ministerpräsidenten Vasile Tofan in Brüssel. Dass am Wochenende erneut russische Raketen und Drohnen den Luftraum von Moldau verletzt hätten, sei völlig inakzeptabel. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat zuletzt vor weiteren hybriden Angriffen Russlands auf Deutschland gewarnt.
Russland greift Industrie- und Infrastruktur in Odessa anRussland hat nach eigenen Angaben in der südukrainischen Region Odessa den Hafen von Wylkowe, Treibstofflager in Tschornomorsk und Frachtschiffe angegriffen. Außerdem habe man ein Kraftwerk in der nordöstlichen Region Charkiw getroffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Ziele seien ausgewählt worden, weil sie für militärische Zwecke genutzt würden.Der Gouverneur von Odessa, Oleh Kiper, bestätigt, dass Industrie- und Hafeninfrastruktur in der Region Ziel massiver russischer Luftangriffe gewesen sei. Alle dadurch ausgelösten Brände seien inzwischen gelöscht. Die Behörden der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw hatten bereits am späten Sonntagabend den Tod eines Menschen bei einem russischen Luftangriff gemeldet. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden. Bei einem russischen Luftangriff auf Charkiw ist nach ukrainischen Angaben außerdem eine Person getötet worden. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.
Prien in Kiew: „Wichtig, keine Angst zu zeigen“Unmittelbar nach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist Familienministerin Karin Prien in die Ukraine gereist. „Uns ist es wichtig, in der gesamten Bandbreite unsere Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen“, sagte Prien nach ihrer Ankunft am Zentralbahnhof in Kiew.Die nächtliche Zugfahrt von Polen in das von Russland angegriffene Land war laut Prien ruhig. „Aber es ist schon bedrückend, die Vorstellung, in ein Kriegsgebiet zu fahren, bedrückend auch, weil die Russen angedroht haben, die Angriffe auf die Zivilbevölkerung und auch auf Diplomaten und Gäste zu intensivieren“, sagte die CDU-Politikerin. „Aber es ist wichtig gerade in dieser Situation, nicht zurückzuschrecken, keine Angst zu zeigen, sondern sehr klar zu sein“, sagte Prien. „Wir stehen als Bundesrepublik Deutschland fest zur Ukraine.“Auf ihrer Reise wolle sie insbesondere auf das Schicksal von Kindern und Jugendlichen und auf die Unterstützung der Zivilgesellschaft hinweisen, sagte Prien. Es gehe auch darum, an die Vergangenheit zu erinnern, „die uns gemeinsam prägt“. Auch Gespräche mit ukrainischen Ministern standen auf dem Programm.
Tote und Verletzte bei russischen DrohnenattackenBei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainischen Regionen Saporischschja und Dnipro sind mindestens drei Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten wurde von offizieller Seite mit mindestens sechs angegeben. In der Oblast Saporischschja war demnach eine Drohne in einer Gartenanlage explodiert, eine weitere Drohne traf einen Lastwagen. Bei beiden Angriffen starb den regionalen Militärverwaltungen zufolge jeweils ein Mensch. Details zu dem Angriff in Dnipro wurden nicht genannt.Nach den jüngsten Drohnenangriffen warnten die ukrainischen Sicherheitsbehörden die Bürger davor, Videos oder Fotos von russischen Drohnen- und Raketenangriffen sowie der dadurch entstandenen Schäden in sozialen Netzwerken zu posten. Der Gegner könne sonst diese Bilder analysieren und seine nächsten Angriffe besser planen, heißt es in der Mitteilung.