|
08.09.2026
08:48 Uhr
|
Selenskyj: Abwehr ballistischer Raketen weiterhin „schwierig“ +++ Ukrainischer Generalstaatsanwalt tritt zurück +++ Russland offen für Wiederaufnahme von Gesprächen mit Ukraine und USA +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Angriff auf PassagierzugIn der Nacht wurde auch abermals ein Passagierzug angegriffen. Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn kam es wurden alle Passagiere rechtzeitig evakuiert. Deshalb wurde niemand verletzt. Der Zug verkehrte auf der Strecke Kiew-Sumy.
Russland: Mehrere Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff auf SaratowBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Saratow an der Wolga wird zivile Infrastruktur getroffen; mehrere Menschen werden verletzt. Das teilt der regionale Gouverneur Roman Busargin auf dem Messenger-Dienst Telegram mit. In der Region Saratow befinden sich eine große Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Rosneft sowie weitere industrielle und militärische Anlagen.
Russland setzt Angriffe auf Kiew nach dreitägiger Pause fortNach dem Ende einer dreitägigen Angriffspause wegen des Besuchs ranghoher US-Vermittler in Kiew hat Russland seine Attacken auf die ukrainische Hauptstadt ukrainischen Angaben zufolge wieder aufgenommen. Die russische Armee habe die Bezirke Boryspil und Fastiw mit Drohnen angegriffen, teilte der ukrainische Katastrophenschutz am späten Montagabend im Onlinedienst Telegram mit. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass hatte zuvor bestätigt, dass die von Russlands Staatschef Wladimir Putin angeordnete Angriffspause abgelaufen sei.Kiews Militärverwaltung teilte mit, dass wegen der Gefahr eines Drohnenangriffs durch den „Feind“ Luftalarm in der Hauptstadt ausgelöst worden sei. Sie forderte die Bewohner auf, Schutzräume aufzusuchen.
Ukrainischer Generalstaatsanwalt tritt zurückDer ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre in seiner Behörde seinen Rücktritt angekündigt. „Das ist eine politische Entscheidung“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. „Ich möchte nicht, dass das Amt des Generalstaatsanwalts als Instrument politischer Auseinandersetzungen missbraucht wird.“ Seine Haltung zu den Vorwürfen, die er bereits mehrfach zurückgewiesen hatte, bleibe unverändert.Wenige Stunden zuvor hatte Krawtschenko nach Angaben ukrainischer Medien einen möglichen Rücktritt noch abgelehnt und erklärt, dass er von diesem Posten nur abberufen werden könne.Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform hatten Sonderermittler eine kriminelle Vereinigung unter der Führung des Leiters einer Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft aufgedeckt, die angeblich Bestechungsgelder kassierte. Krawtschenko wies jede Verstrickung in diese Affäre zurück.
AKW Saporischschja hat wieder Strom Die dringend benötigte Stromzufuhr für das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi.
Selenskyj hofft auf Verhandlungen noch vor dem Winter Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach der jüngsten Reise der US-Vermittler nach Moskau und Kiew ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter. Zwar rechne Kremlchef Wladimir Putin mit einem neuen brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch wolle der russische Staatschef US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern, sagte Selenskyj im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios. „Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.“ Er gehe davon aus, dass Moskau den Winter nutzen wolle, um die Ukraine weiter unter Druck zu setzen. „Russland denkt wirklich, dass ihnen dieser Winter helfen könnte, uns niederzuringen“, sagte Selenskyj. Damit solle Kiew gezwungen werden, mehr Bereitschaft zu Kompromissen zu zeigen. Er warnte, dass auch die Ukraine wirtschaftlichen Druck auf Russland ausüben könne: „Als sie unsere Stromversorgung angriffen, haben wir ihre Möglichkeiten zum Verkauf von Öl und Gas blockiert.“Allerdings wolle die Ukraine den diplomatischen Verhandlungsprozess neu starten. „Wir haben den September und Oktober, um zu reden“, sagte Selenskyj. „Ohne Dialog kann es kein Ergebnis geben.“ Er gehe davon aus, dass Trump einen Weg finden werde, um den Verhandlungsprozess noch vor dem Winter zu starten.
Finnland errichtet 200 Kilometer langen Zaun an Grenze zu Russland Zur Abschreckung von illegalen Migranten aus Russland hat Finnland einen 200 Kilometer langen Zaun an der gemeinsamen Grenze errichtet. Dieser sei Bestandteil der Grenzsicherung und solle neben einer Überwachung auch dabei helfen, „Menschen bei Bedarf vom finnischen Hoheitsgebiet fernzuhalten“, sagte Innenministerin Mari Rantanen am Montag bei einer Veranstaltung nahe des Grenzübergangs Nuijamaa im Südosten des Landes. Der Stacheldrahtzaun ist 4,5 Meter hoch und mit Kameras und Sensoren ausgestattet.Finnland hatte im Dezember 2023 die Grenze zu Russland komplett geschlossen, nachdem mehr als 1300 Migranten ohne Visa versucht hatten, ins Land zu kommen. Helsinki warf Moskau vor, die Menschen als Teil einer „hybriden Kriegsführung“ gezielt an die Grenze geführt zu haben. Der Kreml wies die Anschuldigung zurück.
Ukraine-Kontaktgruppe berät am Dienstag Die Unterstützer der Ukraine halten am Dienstagnachmittag eine virtuelle Sitzung ab. An den Beratungen nehmen unter anderen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), sein britischer Kollege Wes Streeting, der neue ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby teil. Es handelt sich um die 36. Sitzung der Ukraine Defence Contact Group. Die Ukraine-Kontaktgruppe war nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erstmals im April 2022 auf Einladung der USA auf deren Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein zusammengekommen. Seitdem trägt das Format als Koordinierungsstelle maßgeblich zur militärischen Unterstützung der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bei. Dabei beteiligen sich auch Länder außerhalb der Nato. Im April vergangenen Jahres übernahmen Deutschland und Großbritannien gemeinsam die Leitung des Gremiums.
Selenskyj will Gespräche am Laufen halten Nach dem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew und Moskau am Wochenende dringt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges. „Am wichtigsten ist es, aktiv weiterhin gemeinsam zu arbeiten, um die Diplomatie am Laufen zu halten“, schrieb Selenskyj am Montag auf der Plattform X. „Unsere Partner wissen, was Früchte tragen kann und was vor dem Winter Früchte tragen muss.“ Man koordiniere nun die nächsten Schritte und bereite weitere Treffen und Kontakte vor.Russland hatte zuvor eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit der Ukraine und den USA nicht ausgeschlossen.
Kreml schließt Wiederaufnahme von Gesprächen nicht ausNach dem Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner hat Russland sich offen gezeigt für eine Wiederaufnahme gemeinsamer Gespräche mit der Ukraine und den USA. „Auch wir schließen eine Wiederaufnahme des trilateralen Formats nicht aus“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Es sei aber noch zu früh, um über einen möglichen Ort oder genaue Termine für solche Treffen zu sprechen. Er dankte den US-Unterhändlern für ihre jüngste Initiative.
Zwei Tote nach Angriffen auf der Halbinsel KrimAuf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind bei ukrainischen Angriffen zwei Menschen getötet worden. Das berichtet der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew. Bei den Toten soll es sich um einen Mann und eine Teenagerin handeln. Acht mehrstöckige Wohnhäuser wurden demnach beschädigt.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe auf Ziele in Russland. Dabei sei eine Raffinerie im Gebiet Rjasan beschädigt worden. Demnach wurden auch Raffinerien in der Region Perm und der Republik Tatarstan anvisiert. Zudem seien Ziele im Gebiet Kursk und im Schwarzen Meer angegriffen worden.
Russland meldet zwei Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen In Russland sind bei ukrainischen Drohnenangriffen nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet worden. Ein Todesopfer habe es in der Region Perm gegeben, teilt der Gouverneur der Region, Dmitri Machonin, mit. Vier weitere Menschen seien dort verletzt worden, als ein Wohngebäude bei dem Angriff beschädigt worden sei. Die örtliche Luftabwehr habe 27 Drohnen abgeschossen. Perm liegt am Rande des Uralgebirges im Osten des europäischen Teils Russlands. In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod sei zudem ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden, teilen die örtlichen Behörden mit. Das russische Militär griff im Gegenzug nach eigenen Angaben erneut ukrainische Häfen an. Ein Schiff im Hafen von Tschornomorsk sei am Sonntagabend getroffen worden, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Schiff habe Militärgüter an Bord gehabt. Zudem seien am Montagmorgen Verladeanlagen im Hafen von Ismajil attackiert worden.