FAZ 07.08.2026
19:57 Uhr

Liveblog Ukrainekrieg: US-Senat stimmt Sanktionsgesetz gegen Russland zu


Repräsentantenhaus muss noch zustimmen +++ Fußballstadion in Odessa bei Drohnenangriff beschädigt +++ Ukraine greift Logistikzentrum von Wildberries in Jekaterinburg an +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Liveblog Ukrainekrieg: US-Senat stimmt Sanktionsgesetz gegen Russland zu

Heftige Explosionen und Brände in Kiew nach LuftalarmIn zwei Bezirken der ukrainischen ​Hauptstadt Kiew sind nach einem Luftalarm Brände ausgebrochen. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Reporter berichteten von mehreren ⁠heftigen Explosionen. 

Selenskyj trifft Vucic Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch seit Beginn des Ukrainekriegs in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar Vucic getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad am Freitagabend traf Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen. Vucic erklärte anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen. Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden.Offizielle Gespräche der beiden Präsidenten sind für Samstag im Präsidentenpalast geplant. Anschließend wollten sie nach Angaben des serbischen Präsidialamts vor die Presse treten. Selenskyj kündigte zudem Gespräche mit Regierungschef Djuro Macut an.Themen seien eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen, die Beziehungen zur EU und „Sicherheitsfragen“, erklärte Selenskyj im Onlinedienst X. Vucic hatte bereits zuvor gesagt, es solle auch um die Zusammenarbeit im Energiebereich gehen.Der Besuch ist politisch heikel: Serbien gilt als eines der Moskau am nächsten stehenden Länder Europas und ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Den wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten westlichen Sanktionen gegen Russland hat sich Belgrad nicht angeschlossen. 

Tote nach Ukrainischem Drohnenangriff auf der KrimBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei der Attacke auf einen Wohnblock in der Stadt Kertsch habe es auch einen Verletzten gegeben, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Die Krim, die auch als Aufmarschgebiet für die russischen Truppen in Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt, sieht sich seit Monaten verstärkten Drohnenattacken Kiews ausgesetzt. Dabei sterben immer wieder auch Zivilisten oder werden verletzt. 

Zwei Tote im Gebiet CharkiwDurch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt. 

Zentrales Fußballstadion von Odessa getroffen In der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist das Fußballstadion Tschornomorez des gleichnamigen Erstligisten bei einem russischen Angriff beschädigt worden. Einen Tag vor einem Pokalspiel wurden ein Loch ins Stadiondach gerissen und die Tribüne beschädigt. Nach Angaben der Gebietsverwaltung wurde eine Frau verletzt. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor russischen Raketen gewarnt.Der Angriff ereignete sich gegen 15:30 Uhr Ortszeit, kurz nachdem die ukrainische Luftwaffe gewarnt hatte, dass sich Drohnen Odessa näherten. Eine 29 Jahre alte Frau, die sich während des Angriffs im Stadion befand, wurde verletzt. Sie wurde vor Ort medizinisch versorgt, sagte Kiper.

Ukraine meldet schweren russischen Angriff auf Öl- und Erdgasanlagen Russland hat in der Nacht nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz sieben Öl- und Erdgasförderanlagen im Osten des Landes attackiert. ⁠Moskau greife den Sektor systematisch an, um der Infrastruktur vor dem Winter größtmöglichen Schaden zuzufügen, erklärt Interims-Firmenchef Serhij Fedorenko. Es handele sich um einen der schwersten Schläge der vergangenen Monate gegen Standorte der Naftogaz-Tochter Ukrnafta. Dabei sei wichtige Ausrüstung beschädigt worden. 

Russischer Oppositionspartei droht WahlausschlussRusslands zentrale Wahlleitung hat die Oppositionspartei Jabloko Ende Juli zur Parlamentswahl im September zugelassen. Seitdem steigt der Druck auf die Partei. Nun prüft sogar Russlands Oberstes Gericht den Ausschluss Jablokos von der Parlamentswahl im September.  Eine entsprechende Klage der kremltreuen nationalistischen Partei Rodina (Heimat) gegen die Partei Jabloko werde am Montag vor Gericht verhandelt, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Rodina-Chef Alexej Schurawljow erklärte demnach, Jabloko sei eine vom Westen unterstützte Bewegung, die darauf abziele, die Wahlen und Russland ‌selbst zu diskreditieren. Jabloko wies die Vorwürfe als verleumderisch zurück und kündigte eine Gegenklage an, um den eigenen Ruf zu schützen. Jabloko ist die einzige Partei im Land, die sich offen gegen ⁠den Krieg in der Ukraine stellt. Es wird erwartet, dass die dominierende und Präsident Wladimir Putin unterstützende Partei Einiges Russland die Wahlen klar gewinnen wird. 

Moskau greift ukrainische Frachter anRussland hat ⁠in dieser Woche 34 Schiffe angegriffen, die nach seiner Darstellung vom ukrainischen Militär genutzt wurden. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Moskau mitgeteilt, dass es drei Schiffe im Schwarzen Meer getroffen habe. Die russischen Streitkräfte greifen verstärkt Frachter ‌an, die nach Darstellung ‌Russlands militärische Güter in die Ukraine bringen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht. 

Ukrainer vertrauen Saluschnyj am meistenDer frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts „Sozis“ nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow.Die repräsentative Umfrage unter 2.000 Ukrainern wurde nach Angaben von „Sozis“ zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Neben einer Reihe von Fragen zu möglichen Favoriten bei eventuellen Wahlen lautete die wichtigste Frage: „Inwieweit vertrauen sie den folgenden politischen Führern?“ Dabei schnitt Saluschnyj, inzwischen Botschafter in London, mit 27,8 Prozent „voll und ganz“ und 37,1 Prozent „eher ja“ am besten ab, ganz knapp vor Fedorow. Selenskyj konnte 18 Prozent der Befragten mit vollem Vertrauen hinter sich sehen, ein „eher ja“ erhielt der Präsident von 24,5 Prozent. Wenig Vertrauen in ihn hatten 17 Prozent, während 37 Prozent angaben, überhaupt kein Vertrauen in ihren Staatschef zu haben. 

Nawalnaja gibt WahlempfehlungDie russische Kremlkritikerin Julija Nawalnaja hat zur Wahl der kriegskritischen Oppositionspartei Jabloko bei der Parlamentswahl im September aufgerufen. Die liberale Jabloko sei „derzeit die einzige Partei auf dem Stimmzettel, die öffentlich eine Haltung gegen den Krieg vertritt“, sagte die im Ausland lebende Witwe des verstorbenen Oppositionspolitikers Alexej Nawalnyj am Donnerstag in einem in Onlinediensten veröffentlichten Video.Es sei daher „moralisch und politisch richtig“, die Partei zu unterstützen, sagte Nawalnaja. Die Wahl sei trotz absehbarer Manipulationen die „einzige legale und sichere Gelegenheit seit vielen Jahren“, den Widerspruch gegen die russische Führung zum Ausdruck zu bringen.Jabloko fordert als einzige zur Wahl zugelassene Partei ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Die Parteiführung bezeichnet die Abstimmung als Referendum, das dem Kreml zeigen solle, dass Millionen Russen den Krieg ablehnten.

Brand in Wildberries-Zentrum in Jekaterinburg Der Brand im Wildberries-Verteilzentrum in Jekaterinburg infolge eines Drohnenangriffes konnte dem russischen Onlinehändler zufolge eingedämmt werden. Die meisten Waren seien unbeschädigt geblieben, teilt der Konzern auf Telegram mit. Dem örtlichen Gouverneur zufolge wurden ‌in der Nacht acht Drohnen über der Region abgeschossen. Drei davon seien auf das Dach eines Verteilzentrums gestürzt. Jekaterinburg liegt rund 1400 Kilometer östlich von Moskau. Wildberries ist seit drei Wochen fast jede Nacht Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Seit dem 18. Juli ‌wurden mindestens 20 Lagerhäuser des Unternehmens ‌attackiert. Die Ukraine will so den Krieg für die russische Zivilbevölkerung spürbar machen und die Kosten für die Fortsetzung der russischen Angriffe in die Höhe treiben. 

Lager von Agrarfirma in Charkiw brennt nach russischem AngriffEin russischer Drohnenangriff hat in der ostukrainischen Region Charkiw ein Feuer ​in den ⁠Lagerhallen eines Agrarunternehmens ausgelöst. Der Angriff habe sich in ​der Gemeinde Balaklija ereignet, teilen ⁠die örtlichen Behörden ‌über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Der ukrainische Präsident ⁠Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag ⁠den von ​russischen ⁠Angriffen betroffenen Landwirten Unterstützung ​zugesagt. Moskau greift ‌verstärkt landwirtschaftliche Exportanlagen und Handelsschiffe in der Schwarzmeerregion ​der Ukraine ​an.

Russische Angriffe: Tote und Verletzte in der Ostukraine Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zwei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.Bei einer Drohnenattacke auf den Bahnhof in der Stadt Losowa im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen nach Behördenangaben zwei Männer ums Leben. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Auskunft der ukrainischen Eisenbahn wurden bei dem Angriff das Bahnhofsgebäude, Oberleitungen und Waggons beschädigt. Acht weitere Verletzte gab es laut den Behörden zudem nach einem russischen Raketenschlag auf die Stadt Balaklija.

Selenskyj reist erstmals seit Kriegsbeginn nach SerbienDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist am Samstag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen sein Land in das traditionell mit Russland verbündete Serbien. „Wir müssen die Serben von der Seite Russlands wegziehen“, sagte ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Selenskyjs Besuch in Serbien sei für die Russen „ein Schlag ins Gesicht“.Warum der Besuch politisch heikel ist, lesen Sie hier: