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31.07.2026
08:46 Uhr
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Kiew will Abfangraketen im eigenen Land bauen +++ Ukraine greift weiteres Lagerhaus an +++ Selenskyj wirft Russland Nutzung nordkoreanischer Rakete vor +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

In Kiew getroffene Fabrik gehört US-UnternehmenBei einem russischen Luftangriff wurde am vergangenen Wochenende wurde auch eine Drohnenfabrik in Kiew getroffen. Wie der britische \"Guardian\" nun berichtete, gehört die Fabrik einem in Delaware registrierten US-Unternehmen. Es wäre das erste Mal, dass Moskau ein US-Rüstungsunternehmen in der Ukraine ins Visier genommen hätte. Laut \"Guardian\" stellt die Firma Terminal Autonomy Präzisionsdrohnen für „Deep-Strike“-Einsätze her, deren Leitsysteme gegen russische Störsignale resistent sind.Der Begriff „Terminal Autonomy“ bezieht sich auf die letzte Phase des Angriffs einer Kamikaze-Drohne, in der die KI die Kontrolle über die Waffe übernimmt, nachdem die verteidigende Streitmacht Funkwellen oder Mobilfunkdienste gestört hat.Die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass hatte am Sonntag über den Angriff unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet. Demnach haben in der Fabrik „Spezialisten eines ukrainisch-amerikanischen Unternehmens“ gearbeitet. Bei dem Angriff kam laut Unternehmenskreisen niemand ums Leben.
Russland warnt vor Blockade seiner Getreide-Exporte Die wichtigste russische Getreidelobby warnt vor einem Stopp der Getreide-Exporte über das Schwarze Meer und der Folgen für die globale Nahrungsmittelversorgung. Grund seien die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Schiffe und Häfen, erklärt der Verband der russischen Getreideexporteure und -produzenten. Die Angriffe könnten bald zu einer vollständigen Blockade der Exportkorridore führen, heißt es in einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Erklärung. Dies könne zu einem Ausfall von 30 bis 35 Millionen Tonnen russischen Weizens führen. Dies werde die Preise in die Höhe treiben und könne den Hunger in Afrika und im Nahen Osten verschärfen, warnt der Agrarverband.
Polen fängt russisches Aufklärungsflugzeug abNur einen Tag nach dem Absturz einer Rakete in Polen haben polnische Kampfflugzeuge einen russischen Aufklärer über der Ostsee abgefangen. Zwei polnische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 seien aufgestiegen, schrieb Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Der russische Aufklärer vom Typ Il-20 sei 40 Kilometer nördlich des Badeortes Kolobrzeg unterwegs gewesen. „Wieder befand sich das Flugzeug ohne Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder im internationalen Luftraum“, teilte der Minister mit. Der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden. Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des NATO-Mitglieds Polen haben laut Warschauer Angaben zuletzt wieder zugenommen. Mitte Juli musste die polnische Luftwaffe drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge abfangen. Beim sogenannten Abfangen in der Luft nehmen die Piloten Sichtkontakt zur gegnerischen Besatzung auf und signalisieren, dass deren Flugzeug sich entfernen soll. In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukrainekrieg Provokationen gegen NATO-Gebiet unternehmen könnte.
Jabloko darf nicht in Sankt Petersburg nicht antretenRusslands Zentrale Wahlkommission hat die Oppositionspartei Jabloko zwar zur Parlamentswahl im September zugelassen, legt ihr aber in ihrer Hochburg Sankt Petersburg Steine in den Weg. Die Behörde habe die Kandidatenliste von Jabloko für das Stadtparlament der nördlichen Metropole wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt, berichtete die Zeitung „Kommersant“.Jabloko ist eine alte, Kompromisse mit dem Kreml eingehende Oppositionspartei. Sie ist bei der Duma-Wahl die einzige politische Kraft, die sich gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausspricht. Die russische Führung verfolgt sonst alle Kriegsgegner. Deswegen kam die am Mittwoch verkündete Wahlzulassung auf nationaler Ebene unerwartet. Gemutmaßt wurde, dass der Kreml ein gewisses Ventil für Unzufriedene schaffen wolle.
Betrug beim Drohnenbau? Moskauer Mayo-Milliardär festgenommenWegen Betrugsverdachts beim Drohnenbau hat die russische Justiz Medienberichten zufolge den Milliardär Waleri Kustow festgenommen. Mit Kustow sei auch der Generaldirektor seines Lebensmittelkonzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Internetportal RBK. Die Vorwürfe drehen sich demnach um einen Staatsauftrag zum Bau von Drohnen, die Russland auch in seinem Angriffskrieg verwendet.Dem unabhängigen Internetportal „Agentstwo“ zufolge geht es um die schwere Transportdrohne C-80, die das russische Militär zur Versorgung seiner Soldaten an der Front im Ukraine-Krieg nutzt. An der Drohne gibt es scharfe Kritik aus Armeekreisen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow sagte bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin, die Drohne müsse überarbeitet werden. In dem Fall sitzen bereits mehrere hohe Beamte in Untersuchungshaft, unter anderem eine Abteilungsleiterin des russischen Industrieministeriums. Ihr wird Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen.
Polnisches Ministerium warnt nach RaketeneinschlagDie Regierung in Warschau bestätigte am Freitag, dass es sich bei einer über Polen abgestürzten Rakete um einen russischen Marschflugkörper handele. „Ich habe mit dem Einsatzleiter, General Ireneusz Nowak, gesprochen, und wir können mit voller Verantwortung bestätigen, dass es sich um eine russische Ch-101-Rakete handelt“, sagte Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am Donnerstagabend dem Radiosender Rmf.fm. Dies sei ein Marschflugkörper, der potentiell sehr gefährlich sei und auch Atomsprengköpfe transportieren könne. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert. Aus Protest gegen den Vorfall bestellte das polnische Außenministerium den russischen Botschafter in Warschau ein, wie Regierungschef Donald Tusk mitteilte. Mehr zu dem Einschlag lesen Sie von dem F.A.Z.-Korrespondenten Stefan Locke aus Warschau hier.
Russischer Gouvernour: Energieanlage und Lagerhallen in Brand nach DrohnenangriffUkrainische Drohnen haben in der russischen Millionenstadt Wolgograd ein weiteres Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries und eine Ölraffinerie in Brand gesetzt. Dies teilte der regionale Gouverneur Andrej Botscharow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Fünf Menschen benötigten medizinische Hilfe, erklärt er weiter. Details zu den betroffenen Anlagen nennt er nicht, die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. In der Region befindet sich eine Ölraffinerie des Konzerns Lukoil.
Rumänische Flugzeuge sichern LuftraumDas NATO- und EU-Mitglied Rumänien hat nach der Entdeckung von Flugkörpern nahe der Grenze zur Ukraine zwei Kampfflugzeuge aufsteigen lassen. Die Ziele seien im Bereich der Flussgrenze geortet worden, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit. Im grenznahen Bezirk Tulcea sei zudem die Bevölkerung gewarnt worden.
Selenskyj: Russland tötete mit nordkoreanischer Rakete Familie in der UkraineDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der russischen Armee vorgeworfen, im Krieg gegen sein Land erstmals seit Langem wieder eine nordkoreanische Rakete eingesetzt zu haben. Der Angriff in Raduschne nahe Krywyj Rih im Zentrum der Ukraine werde noch untersucht, „doch ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich um eine nordkoreanische Waffe“, erklärte Selenskyj am Donnerstag in seiner täglichen Videobotschaft.Die von der russischen Armee abgefeuerte Rakete traf nach Angaben örtlicher Behörden ein Wohnhaus, in dem sechs Mitglieder einer Familie, drei Erwachsene und drei Kinder, getötet wurden. Selenskyj hatte Russland am Samstag vorgeworfen, 30.000 nordkoreanische Soldaten für den Krieg gegen sein Land angefordert zu haben. Außerdem bereite Nordkorea die Lieferung weiterer Raketenabschussrampen vor.
EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg Die EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg gegen Russland. Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen Mitgliedsländern künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem entsprechenden Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten sagte.Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe:
Brüssel finanziert Kiew den Kauf von Gripen-KampfflugzeugenDie EU-Kommission hat am Donnerstag weitere Militärhilfe für die Ukraine in Höhe von 3,47 Milliarden Euro freigegeben. Das Geld stammt aus einem Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für dieses und nächstes Jahr. Es soll, wie ein Sprecher sagte, hauptsächlich für den Kauf von Kampfflugzeugen des Typs Gripen verwendet werden, außerdem für Flugkörper und Drohnen, darunter Langstreckendrohnen. Kiew will vom schwedischen Hersteller 16 neue Flugzeuge des modernen Typen JAS Gripen 39E erwerben und hat dafür Ende Juni einen Vertrag in Höhe von 2,5 Milliarden Euro geschlossen. Mit der Tranche sei die „überwiegende Zahl“ dieser Flugzeuge abgedeckt, sagte der Sprecher.Mit der neuen Tranche hat die Kommission nunmehr 8,4 Milliarden Euro von den in diesem Jahr geplanten 28,3 Milliarden Euro an Militärhilfe ausgezahlt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte zuletzt in Kiew angekündigt, dass der Schwerpunkt kommender Zahlungen auf Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern liegen werde. Kiew beabsichtigt auch, von Frankreich Rafale-Kampfflugzeuge zu kaufen.Das Geschäft mit Schweden sieht vor, dass Saab die neuen Flugzeuge in den Jahren 2029 und 2030 ausliefert. Schon ab kommendem Jahr soll die Ukraine 16 gebrauchte Gripen 39 der älteren Modelle C und D geschenkt bekommen, die von 2005 an gebaut wurden und in Schweden ausgemustert werden. Diese Flugzeuge könnten dann auch im Krieg mit Russland eingesetzt werden. Ukrainische Piloten werden seit dem Frühjahr in Schweden an den Flugzeugen ausgebildet.
Ukraine: Haben vier Tanker angegriffenDas ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben vier russische Tanker im Schwarzen und im Asowschen Meer angegriffen. Die Tanker seien getroffen worden, schreibt der Kommandeur der Drohnen-Einheiten, Robert Browdi, auf Telegram. In den vergangenen drei Wochen seien insgesamt 205 Tanker getroffen worden – 130 im Asowschen und 75 im Schwarzen Meer. Das Asowsche Meer ist ein Seitenmeer des Schwarzen Meeres und mit diesem über die Straße von Kertsch verbunden.
Offenbar russische Rakete in Polen eingeschlagenWährend der Luftangriffe auf die Ukraine in der Nacht ist laut Polens Ministerpräsident Donald Tusk eine russische Rakete in den polnischen Luftraum eingedrungen und auf einem Feld im Gebiet Lublin eingeschlagen. „Die Informationen sind eindeutig“, sagte Tusk laut polnischen Medien. „Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, falls sie ihren Flug fortgesetzt hätte.“ Tusk sprach von einem „ernsten Vorfall“. Das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte hatte zuvor mitgeteilt, dass wegen einer Verletzung des polnischen Luftraums durch ein unbekanntes Objekt um 3.40 Uhr am Donnerstagmorgen ein F-16-Jagdflugzeug aufgestiegen sei. In der Region Lublin wurde deshalb Luftalarm ausgelöst. An der mutmaßlichen Einschlagstelle nahe der Ortschaft Tarnawa-Kolonia etwa 50 Kilometer südlich von Lublin entstand laut Berichten polnischer Medien ein Krater von etwa zehn Metern Durchmesser, in den umliegenden Ortschaften soll eine laute Explosion zu hören gewesen sein, die Fensterscheiben erzittern ließ. Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha handelte es sich bei dem in den polnischen Luftraum eingedrungenen Geschoss um einen russischen Marschflugkörper des Typs Ch-101. Tusk, Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz und Innenminister Marcin Kierwinski fuhren zu Beratungen mit dem Krisenstab in das Gebiet Lublin.
Mindestens acht Tote bei russischer AngriffswelleBei russischen Angriffen mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen sind in der Nacht ukrainischen Medienberichten zufolge mindestens acht Menschen getötet worden. Es gebe zudem mehr als ein Dutzend Verletzte.In der Stadt Krywyj Rih wurde nach einem Bericht des „Kyiv Independent“ das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren, sowie acht Verletzte. Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. In Lwiw gebe es fünf Verletzte, hieß es unter Verweis auf Behördenangaben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Das genaue Ausmaß der Schäden war bei Tagesanbruch noch unklar.In zwei großen Wohnblöcken in Lwiw nahe der polnischen Grenze seien nach Raketentreffern Brände ausgebrochen, hieß es in den Berichten. Auch in Kiew seien mehrere Gebäude getroffen worden, allerdings wohl von herabstürzenden Trümmern. Reporter sprachen von mehreren Explosionswellen im Laufe der Nacht.