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01.08.2026
10:29 Uhr
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Präsident bittet um Lieferung für Patriot-Systeme +++ Heftige russische Angriff auf Kiew – Neun Tote +++ Moskau: Haftbefehl gegen Tochter von getötetem Kremlkritiker Nemzow +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Russland: Haben Häfen Odessa und Mykolajiw angegriffen Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau Treibstofftanks im ukrainischen Hafen Odessa sowie einen Schlepper im Hafen von Mykolajiw angegriffen. Der Treibstoff und das Schiff seien für die ukrainische Armee vorgesehen gewesen, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium.
IAEA: AKW Saporischschja verliert abermals externe Stromversorgung Das Atomkraftwerk Saporischschja hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zum 23. Mal seit Kriegsbeginn seine externe Stromversorgung verloren. Die Ursache des fast zweistündigen Ausfalls sei noch unklar, teilt die Behörde mit. Das ukrainische Kraftwerk ist von russischen Kräften besetzt.
Ukraine trifft Ölraffinerien und Frachtschiff Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Infrastruktur von drei russischen Ölraffinerien in der Region Baschkortostan angegriffen. Die Anlagen liegen knapp 1600 Kilometer von der Grenze entfernt. Zudem hätten ukrainische Truppen das sanktionierte russische Containerschiff „Yanina“ mit einer Kapazität von mehr als 100.000 Tonnen versenkt und weitere Ziele im Schwarzen und Asowschen Meer getroffen, teilt Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Auch die russische Atombehörde Rosatom meldete die Versenkung des Schiffs „Yanina\". Der von Rosatoms Schifffahrtstochter Fesco betriebene Tanker transportierte nach Angaben der Atombehörde zivile Güter einschließlich Tiefkühlwaren und Baumaterialien. Rosatom-Chef Alexej Lichatschew bezeichnete den Angriff als „Piraterie und Raub auf See“. Es gab zunächst keine Hinweise darauf, dass das Containerschiff Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Atombereich von Rosatom ausgeführt oder nukleares Material an Bord gehabt habe.
Wieder heftige russische Angriffe auf Kiew – neun ToteErneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Medienberichten zufolge wurden mindestens 9 Menschen getötet, 23 weitere verletzt, unter ihnen zwei Teenager. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko. Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst noch unklar.
Heftige Explosionen: Russland beschießt Kiew mit ballistischen RaketenIn der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind in der Nacht erneut heftige Explosionen zu hören. Dies berichten Zeugen vor Ort. Laut Angaben des Bürgermeisters der Stadt greift Russland Kiew mit ballistischen Raketen an. Kiew hat zu wenige Flugabwehrsysteme, die in der Lage sind, ballistische Raketen abzuwehren.
Ukrainer demonstrieren weiter für FedorowIn Kiew hat eine Demonstration für Reformen im Verteidigungssektor begonnen. Wie die Onlinezeitung „Ukrainska Pravda“ berichtet, versammelten sich Tausende Menschen im Taras-Schewtschenko-Park. Die Teilnehmer gedachten der gefallenen Soldaten mit einer Schweigeminute und sangen die ukrainische Nationalhymne. Danach zogen die Teilnehmer in Richtung des Franko-Theaters. Die Demonstranten forderten unter anderem die Wiedereinsetzung von Michail Fedorow als Verteidigungsminister. Sie skandierten: „Fedorow!“, „Die Macht gehört dem Volk“, „Es ist uns nicht egal“, „Was ihr kaputtgemacht habt, muss wieder in Ordnung gebracht werden“, „Weg vom Sowjetzeitalter, hin zur Europa“.Kurz nach 20 Uhr Ortszeit wurde in der Hauptstadt Luftalarm ausgelöst. Der Protestzug ging jedoch weiter. Seit dem 16. Juli demonstrieren in Kiew und anderen Städten der Ukraine Menschen mit der Forderung, Fedorow wieder ins Amt des Verteidigungsministers zu berufen, nachdem dieser von Präsident Wolodymyr Selenskyj entlassen worden war. Später kam er zwar den Forderungen der Demonstranten nach, den Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Olexandr Syrskij, zu entlassen, doch Fedorow holte er nicht zurück. Zum neuen Armeechef wurde Mychajlo Drapatyj ernannt. Mehr zu der Causa lesen Sie hier:
Russisches Gericht ordnet Festnahme der Tochter des ermordeten Putin-Kritikers Nemzow anEin Gericht in Moskau hat in Abwesenheit einen Haftbefehl gegen die Tochter des vor elf Jahren ermordeten Putin-Kritikers Boris Nemzow erlassen. Schanna Nemzowa werde die Beteiligung an einer in Russland als „unerwünscht“ eingestuften Organisation vorgeworfen, teilte die Gerichtsbehörde am Freitag mit. Nemzow war einer der prominentesten Oppositionspolitiker und Gegner von Präsident Wladimir Putin. Seine Tochter hatte Russland nach seinem Tod im Jahr 2015 verlassen. Sie ist Mitbegründerin der „Boris-Nemzow-Stiftung für die Freiheit“ mit Sitz in Bonn. Russland hatte die Organisation im Jahr 2024 für „unerwünscht“ erklärt und ihre Arbeit im Land verboten.Nemzowa reagierte auf Facebook ironisch auf die Entscheidung: „Ich bin jetzt berühmt“, schrieb sie. Bei der als „unerwünscht“ eingestuften Organisation handele es sich um die von ihr 2015 in Deutschland gegründete Boris-Nemzow-Stiftung in Bonn. Dorthin sei sie am Freitag gereist.
In Kiew getroffene Fabrik gehört US-UnternehmenBei einem russischen Luftangriff wurde am vergangenen Wochenende wurde auch eine Drohnenfabrik in Kiew getroffen. Wie der britische \"Guardian\" nun berichtete, gehört die Fabrik einem in Delaware registrierten US-Unternehmen. Es wäre das erste Mal, dass Moskau ein US-Rüstungsunternehmen in der Ukraine ins Visier genommen hätte. Laut \"Guardian\" stellt die Firma Terminal Autonomy Präzisionsdrohnen für „Deep-Strike“-Einsätze her, deren Leitsysteme gegen russische Störsignale resistent sind.Der Begriff „Terminal Autonomy“ bezieht sich auf die letzte Phase des Angriffs einer Kamikaze-Drohne, in der die KI die Kontrolle über die Waffe übernimmt, nachdem die verteidigende Streitmacht Funkwellen oder Mobilfunkdienste gestört hat.Die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass hatte am Sonntag über den Angriff unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium berichtet. Demnach haben in der Fabrik „Spezialisten eines ukrainisch-amerikanischen Unternehmens“ gearbeitet. Bei dem Angriff kam laut Unternehmenskreisen niemand ums Leben.
Russland warnt vor Blockade seiner Getreide-Exporte Die wichtigste russische Getreidelobby warnt vor einem Stopp der Getreide-Exporte über das Schwarze Meer und der Folgen für die globale Nahrungsmittelversorgung. Grund seien die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Schiffe und Häfen, erklärt der Verband der russischen Getreideexporteure und -produzenten. Die Angriffe könnten bald zu einer vollständigen Blockade der Exportkorridore führen, heißt es in einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Erklärung. Dies könne zu einem Ausfall von 30 bis 35 Millionen Tonnen russischen Weizens führen. Dies werde die Preise in die Höhe treiben und könne den Hunger in Afrika und im Nahen Osten verschärfen, warnt der Agrarverband.
Polen fängt russisches Aufklärungsflugzeug abNur einen Tag nach dem Absturz einer Rakete in Polen haben polnische Kampfflugzeuge einen russischen Aufklärer über der Ostsee abgefangen. Zwei polnische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 seien aufgestiegen, schrieb Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz auf der Plattform X. Der russische Aufklärer vom Typ Il-20 sei 40 Kilometer nördlich des Badeortes Kolobrzeg unterwegs gewesen. „Wieder befand sich das Flugzeug ohne Flugplan und mit ausgeschaltetem Transponder im internationalen Luftraum“, teilte der Minister mit. Der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden. Die russischen Erkundungsflüge vor der Küste des NATO-Mitglieds Polen haben laut Warschauer Angaben zuletzt wieder zugenommen. Mitte Juli musste die polnische Luftwaffe drei Tage in Folge russische Kampfflugzeuge abfangen. Beim sogenannten Abfangen in der Luft nehmen die Piloten Sichtkontakt zur gegnerischen Besatzung auf und signalisieren, dass deren Flugzeug sich entfernen soll. In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukrainekrieg Provokationen gegen NATO-Gebiet unternehmen könnte.
Jabloko darf nicht in Sankt Petersburg nicht antretenRusslands Zentrale Wahlkommission hat die Oppositionspartei Jabloko zwar zur Parlamentswahl im September zugelassen, legt ihr aber in ihrer Hochburg Sankt Petersburg Steine in den Weg. Die Behörde habe die Kandidatenliste von Jabloko für das Stadtparlament der nördlichen Metropole wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt, berichtete die Zeitung „Kommersant“.Jabloko ist eine alte, Kompromisse mit dem Kreml eingehende Oppositionspartei. Sie ist bei der Duma-Wahl die einzige politische Kraft, die sich gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausspricht. Die russische Führung verfolgt sonst alle Kriegsgegner. Deswegen kam die am Mittwoch verkündete Wahlzulassung auf nationaler Ebene unerwartet. Gemutmaßt wurde, dass der Kreml ein gewisses Ventil für Unzufriedene schaffen wolle.
Betrug beim Drohnenbau? Moskauer Mayo-Milliardär festgenommenWegen Betrugsverdachts beim Drohnenbau hat die russische Justiz Medienberichten zufolge den Milliardär Waleri Kustow festgenommen. Mit Kustow sei auch der Generaldirektor seines Lebensmittelkonzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Internetportal RBK. Die Vorwürfe drehen sich demnach um einen Staatsauftrag zum Bau von Drohnen, die Russland auch in seinem Angriffskrieg verwendet.Dem unabhängigen Internetportal „Agentstwo“ zufolge geht es um die schwere Transportdrohne C-80, die das russische Militär zur Versorgung seiner Soldaten an der Front im Ukraine-Krieg nutzt. An der Drohne gibt es scharfe Kritik aus Armeekreisen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow sagte bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin, die Drohne müsse überarbeitet werden. In dem Fall sitzen bereits mehrere hohe Beamte in Untersuchungshaft, unter anderem eine Abteilungsleiterin des russischen Industrieministeriums. Ihr wird Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen.
Polnisches Ministerium warnt nach RaketeneinschlagDie Regierung in Warschau bestätigte am Freitag, dass es sich bei einer über Polen abgestürzten Rakete um einen russischen Marschflugkörper handele. „Ich habe mit dem Einsatzleiter, General Ireneusz Nowak, gesprochen, und wir können mit voller Verantwortung bestätigen, dass es sich um eine russische Ch-101-Rakete handelt“, sagte Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am Donnerstagabend dem Radiosender Rmf.fm. Dies sei ein Marschflugkörper, der potentiell sehr gefährlich sei und auch Atomsprengköpfe transportieren könne. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert. Aus Protest gegen den Vorfall bestellte das polnische Außenministerium den russischen Botschafter in Warschau ein, wie Regierungschef Donald Tusk mitteilte. Mehr zu dem Einschlag lesen Sie von dem F.A.Z.-Korrespondenten Stefan Locke aus Warschau hier.
Trump zögert bei Vergabe von Patriot-Lizenz Die Ukraine hat vor dem nahenden Winter auf eine rasche Stärkung ihrer Luftverteidigung gedrungen und ist nun beim erhofften Lizenzbau amerikanischer Raketen auf Hürden gestoßen. Die Regierung in Kiew verhandele mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium über die Erlaubnis, Patriot-Abfangraketen selbst zu produzieren, sagte die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, am Donnerstag. Dieser Prozess könne jedoch ein bis fünf Jahre dauern. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge sei sich der amerikanische Präsident Donald Trump zudem nicht sicher, ob er dem zustimmen werde. „Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, an wen wir Lizenzen vergeben“, zitierte die Zeitung den Präsidenten aus einem Telefonat.Stefanischyna betonte, die Ukraine brauche die Raketen dringend, um sich gegen die zunehmenden russischen Angriffe zu schützen. Vertreter des Patriot-Herstellers Raytheon seien bereits in der Ukraine gewesen, und Lockheed Martin, das die PAC-3-Abfangraketen für das Luftabwehrsystem herstellt, arbeite daran, ebenfalls ein Team in das Land zu entsenden, erklärte die Botschafterin während einer Veranstaltung. „Die verheerenden Auswirkungen jedes nächtlichen Angriffs sind derzeit unglaublich“, sagte Stefanischyna. „Letzte Nacht und in der Nacht davor waren es 30 bis 40 ballistische Raketen.“Parallel zu den Rüstungsfragen laufen diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Trump am Dienstag im Weißen Haus getroffen. Dabei wiederholte er nach Angaben der Botschafterin sein Angebot, die Kämpfe an den aktuellen Frontlinien einzufrieren und dies als Ausgangspunkt für Verhandlungen zu nutzen. In diesem Zusammenhang kündigte Trump dem Zeitungsbericht zufolge an, dass seine Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff in den kommenden Tagen erstmals in die Ukraine reisen würden. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, der Besuch könnte aber bereits in der nächsten Woche stattfinden, erklärte Stefanischyna.