|
25.09.2026
20:29 Uhr
|
Sicherheitsrat ruft zu „konkreter Zusammenarbeit“ mit der Regierung im Jemen auf +++ Dubai stellt Flugverkehr nach Iran ein +++ Kolumbien bricht diplomatische Beziehungen zu Iran ab +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Iran droht Nachbarn nach US-Sanktionen gegen FlugsektorNach der Einschränkung zahlreicher Flugverbindungen durch US-Sanktionen hat Iran seinen Nachbarstaaten gedroht. „Entweder ist das Fliegen in der Region für alle frei oder für niemanden“, schrieb Mohammed Mochber, Berater des obersten Führers, auf der Plattform X. Die Kooperation mit den USA bei der „Umsetzung feindseliger Maßnahmen“ werde dem iranischen Volk im Gedächtnis bleiben. Seine Drohung ließ Mochber darüber hinaus unkonkret.Irans internationaler Luftverkehr ist nach neuen US-Sanktionen weitgehend isoliert. Mehrere Staaten haben inzwischen ihre Kooperation mit iranischen Airlines eingestellt oder verweigern gar die Erlaubnis, den Luftraum zu nutzen. Ab dem Hauptstadtflughafen Imam-Chomenei in Teheran fliegen nur noch wenige iranische Airlines nach Russland, China oder die Türkei. Hintergründe zu den Sanktionen und ihren Folgen können Sie bei Iran-Korrespondentin Friederike Böge nachlesen:
Kolumbien bricht Beziehungen zu Iran abKolumbien hat die diplomatischen Beziehungen zu Iran abgebrochen. Die Regierung begründet den Schritt unter anderem mit mutmaßlichen Verbindungen Teherans zu internationalen Terrorgruppen und zu „narcoterroristischen“ Organisationen in Kolumbien, mit Menschenrechtsverletzungen sowie Angriffen Irans auf Golfstaaten und der Blockade der Straße von Hormus. Zugleich erklärte Bogotá die iranischen Revolutionsgarden zur Terrororganisation. Der Bruch ist Teil einer außenpolitischen Kehrtwende unter dem neuen rechtsgerichteten Präsidenten Abelardo de la Espriella, der demonstrativ die Nähe zu Israel und den Vereinigten Staaten sucht und die Sicherheitszusammenarbeit mit Washington bereits deutlich ausgebaut hat. Schon im Wahlkampf hatte De la Espriella angekündigt, die Beziehungen zu autoritär regierten Staaten wie Kuba und Nicaragua zu überprüfen.
Dubai stellt Flugverkehr nach Iran einDie Vereinigten Arabischen Emirate wollen auf ihrem Flughafen in Dubai vorerst keine Flüge aus und nach Iran mehr zulassen. Das gab die dortige Luftfahrtbehörde unter Verweis auf amerikanische Sanktionen bekannt. Iranische Passagiere verlieren damit eines ihrer wichtigsten Drehkreuze für Flüge weltweit. Andere Länder wie Aserbaidschan, Oman und Indien hatten sich zuvor bereits dem amerikanischen Druck gebeugt und den Flugverkehr mit Iran eingestellt. Am Donnerstag musste zudem ein Flug aus Teheran nach Duschanbe umkehren, nachdem Turkmenistan der Fluggesellschaft laut iranischen Angaben die Überflugrechte verweigert hatte.
Pakistan: Angriff afghanischer Taliban an der Grenze abgewehrtPakistanische Sicherheitskräfte haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen einen Angriff afghanischer Taliban an der gemeinsamen Grenze abgewehrt. Im Gulistan-Sektor seien mehrere Taliban-Kämpfer getötet worden, heißt es den Kreisen zufolge. Derzeit komme es immer wieder zu Schusswechseln, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters mehrere damit vertraute Personen. Die Grenztruppen seien in Alarmbereitschaft.
Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan planen Krisentreffen nach Huthi-AngriffenNach Angriffen der jemenitischen Huthis auf Saudi-Arabien planen das Land, die Türkei und Pakistan ein Dringlichkeitstreffen ihrer Generalstabschefs. Dabei solle über Möglichkeiten zur Unterstützung der Regierung in Riad im Rahmen eines gemeinsamen Verteidigungsabkommens beraten werden, teilt das saudische Außenministerium mit. Zudem bekräftigen die drei Staaten dem Ministerium zufolge das Recht Saudi-Arabiens, nach der UN-Charta Maßnahmen zur Selbstverteidigung zu ergreifen.
Peseschkian: Iran zur Herausgabe hochangereicherten Urans bereitDer iranische Präsident Massud Peseschkian hat seine grundsätzliche Bereitschaft zur Herausgabe des hochangereicherten Urans im Besitz seines Landes erklärt. Auf die Frage, ob Iran dazu bereit sei, sagte er dem US-Sender Fox News: „Ja, im Rahmen des Völkerrechts, auf der Grundlage des Atomwaffensperrvertrags, werden wir uns an alles halten, wozu wir verpflichtet sind.“ Der Atomwaffensperrvertrag verbietet die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen.Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verfügt die Islamische Republik über etwa 440 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von etwa 60 Prozent. Laut IAEA würde die Menge für mehrere Atomwaffen ausreichen, wenn der Reinheitsgrad noch etwas weiter erhöht würde. Die Inspektoren der IAEA haben derzeit keinen Zugang zu den mehr als 20 bekannten Standorten des iranischen Atomprogramms.
Britischer Außenminister: Großbritannien warnt Iran vor feindseligen HandlungenGroßbritannien warnt Iran einem Medienbericht zufolge vor feindseligen Handlungen. Der britische Außenminister Ed Miliband sagt seinem iranischen Amtskollegen Abbas Aragtschi bei einem Treffen, Großbritannien werde „keine Einschüchterung, Drohungen oder feindselige Aktivitäten auf britischem Boden“ von Gruppen tolerieren, die mit Iran in Verbindung stehen, wie der Sender Sky News berichtet.
Iranischer Präsident: USA müssen über Kriegsende entscheidenDie USA müssen dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian zufolge über ein Ende des Krieges mit Iran entscheiden. Er sagt in einem Interview des US-Fernsehsenders Fox News auf die Frage nach einem möglichen Kriegsende noch in diesem Jahr: „Es ist Amerika, das entscheiden muss, ob es dies beenden will oder nicht.“
Macron: Frankreich will Truppen nach Saudi-Arabien schickenFrankreich wird Truppen und Verteidigungssysteme nach Saudi-Arabien entsenden, um die für den Energietransport wichtige Hafenstadt Janbu am Roten Meer zu schützen. „Wir werden militärische Mittel, das heißt Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme, entsenden, um diesen Ort zu schützen“, sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag in einem Fernsehinterview. Es gehe aber nicht darum, sich in Konflikte einzumischen. Macron versicherte der Bevölkerung angesichts hoher Energiepreise, Frankreich verfüge vor dem Winter über ausreichende Gas- und Ölvorräte. Ein mögliches US-Exportverbot für Diesel nannte Macron „katastrophal“ für die Welt und die US-Wirtschaft. Die Rohölpreise waren zuletzt gestiegen, da die alternative Route für saudische Ölexporte über Janbu von den von Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen mit Raketen angegriffen worden war.
Iranisches Passagierflugzeug muss wegen Sanktionen umkehrenNach der Ankündigung neuer US-Sanktionen gegen Irans Luftfahrtsektor ist ein iranisches Passagierflugzeug zur Umkehr gezwungen worden. „Da Turkmenistan den iranischen Fluggesellschaften keine Genehmigung zum Überflug seines Luftraums erteilt hatte, konnte der Flug Teheran-Duschanbe nicht am Zielort landen“, berichtete die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf einen Sprecher der iranischen Luftfahrtbehörde. Ein von iranischen Medien verbreitetes Video zeigte eine Durchsage im betroffenen Flug. „Wir haben sogar versucht, unsere Flugroute in der Luft zu ändern und über den Luftraum eines anderen Landes nach Tadschikistan einzufliegen“, sagt darin der Pilot. Wann der Flug diese Woche genau erfolgte, blieb zunächst unklar.US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag in einem Interview weiteren Druck auf den iranischen Luftfahrtsektor angekündigt. Dafür würden Drittstaaten unter Druck gesetzt. Er drohte Ländern mit dem Ausschluss aus dem US-Dollarsystem, sollten sie iranische Airlines mit Treibstoff versorgen, Landedienste bereitstellen oder Tickets für sie verkaufen.
Emirate sanktionieren Irans größte staatliche BankDie Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate hat Irans größtem staatlichen Finanzinstitut, Bank Melli, die Geschäftstätigkeit in dem Golfstaat weitestgehend untersagt. Die Bank dürfe in den Emiraten keine Finanztransaktionen aus Iran oder nach Iran mehr abwickeln, erklärte die Notenbank. Dies gelte auch für Überweisungen und die Finanzierung von Handelsgeschäften. Dubai und die übrigen Emirate waren für Iran zuletzt eine sehr wichtige Drehscheibe für Finanz- und Handelsgeschäfte. Die Zentralbank der Emirate wirft Bank Melli Verstöße gegen Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismus und der Verbreitung von Waffen vor. Mit der Sanktionierung des Instituts durch den US-Verbündeten erhöht sich im andauernden Konflikt zwischen den USA und Iran der wirtschaftliche Druck auf die Islamische Republik weiter.
EU-Ratschef fordert von Iran Kooperation mit AtombehördeEU-Ratspräsident Antonio Costa fordert Iran nach eigenen Angaben zur Wiederaufnahme der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf. In einem Gespräch mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian habe er sich zudem für ein Ende der iranischen Angriffe auf Nachbarstaaten sowie die vollständige Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus ausgesprochen, teilte Costa mit.
Wadephul fordert Ende der Blockade der Straße von HormusAußenminister Johann Wadephul hat Iran bei einem Treffen mit seinem Kollegen Abbas Araghtschi zum Ende der Blockade der Straße von Hormus aufgerufen. „Es ist an Iran, sich konstruktiv an Verhandlungen zu beteiligen und den Würgegriff zu lösen“, sagte der CDU-Politiker am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) in der US-Ostküstenmetropole New York vor Journalisten vor dem Treffen mit Araghtschi. Aus Kreisen der deutschen Delegation hieß es im Anschluss an das Treffen, Wadephul habe seinen iranischen Amtskollegen aufgefordert, sich ernsthaft und glaubhaft an nachhaltigen Verhandlungen mit den USA und den Nachbarstaaten in der Region zu beteiligen. „Es muss jetzt insgesamt Kompromissbereitschaft geben, um eine Lösung für den verfahrenen Konflikt in der Region herbeizuführen.“ Deutschland und das sogenannte E3-Format (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) stünden bereit, Vermittlungsbemühungen zu unterstützen. Demnach betonte Wadephul in dem Gespräch mit Araghtschi, sowohl Iran als auch verbündete Milizen — also etwa die Huthi-Miliz im Jemen — müssten Angriffe auf zivile Schiffe einstellen. Deutschland erwarte, dass die freie Durchfahrt in der Straße von Hormus umgehend wieder hergestellt werde. Gebühren, auch freiwillige, für die Fahrt durch die Straße von Hormus lehne Deutschland ab.
Iran knüpft Öffnung der Straße von Hormus an BedingungenIran hat eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus in Gesprächen mit den USA an Bedingungen geknüpft. „Solange unsere Bedingungen nicht erfüllt sind, wird die Straße von Hormus nicht geöffnet und wir werden nicht verhandeln“, sagte Mohsen Resai, Generalsekretär des mächtigen Sicherheitsrats, laut der iranischen Staatsagentur Irna.Die USA sind nach Worten von Resai für Iran nicht vertrauenswürdig. „Wir verfolgen eine neue Diplomatie“, sagte er dem Bericht zufolge. Sieben Bedingungen seien den USA bei den indirekten Verhandlungen in den USA übermittelt worden. Zu den Inhalten äußerte er sich nicht. Resai, der jüngst zu dem mächtigen Amt aufgestiegen ist, amüsierte sich über US-Präsident Donald Trump. Bei der UN-Generalversammlung habe er in der „Gestalt eines besiegten Verbrechers“ eine reine Verteidigungsrede gehalten, sagte der iranische Generalmajor. „Dies ist der erste amerikanische Präsident, dessen gesamte Aussagen sich um Iran drehen. Das zeigt, dass Iran zu Trumps größtem Problem geworden ist.“