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13.03.2026
11:43 Uhr
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Auf türkischen Luftraum abgefeuert +++ Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert US-Lockerung von Sanktionen gegen Russland als „falsch“ +++ Vier US-Soldaten bei Flugzeugabsturz im Irak ums Leben gekommen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Hegseth: Modschtaba Chamenei ist verletztIrans neuer oberster Führer, Modschtaba Chamenei, ist nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verletzt. Die USA wüssten, dass er „verwundet und wahrscheinlich entstellt“ sei, sagte Hegseth bei einer Pressekonferenz. Um was für Verletzungen es sich handele und wie es dazu gekommen sei, führte er dabei nicht aus. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag gesagt, der 56-jährige Religionsführer könne „sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen.“ Chamenei soll bei einem israelischen Angriff im Iran verletzt worden sein. Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde „keine Lebensversicherungen“ für die Feinde Israels abschließen. Seit seiner Ernennung zum obersten Führer im Iran am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei bisher nicht öffentlich gezeigt.
UN: 22.000 zivile Gebäude in Iran beschädigtIm Irankrieg sind nach Angaben eines UN-Vertreters bislang fast 22.000 zivile Gebäude im Land beschädigt worden. Darunter seien mehr als 17.000 Wohneinheiten, berichtete Salvador Gutierrez, Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Teheran. Tausende Familien seien vor den Angriffen geflohen, viele davon in den Norden des Iran, hieß es in einer Stellungnahme von Gutierrez. Es sei unerlässlich, den Konflikt zu deeskalieren, um weiteres Leid zu verhindern. „Der Schutz von Zivilisten muss absolute Priorität haben“, sagte er.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz droht Libanon mit „Gebietsverlusten“ Mit Blick auf die Zerstörung einer Brücke über den südlibanesischen Litani-Fluss durch die israelische Armee am Freitagmorgen sagte Katz bei einer Lagebesprechung mit der Armeeführung, dies sei „erst der Anfang“. Er warf der libanesischen Regierung vor, sie habe ihre Zusage nicht eingehalten, die Hizbullah zu entwaffnen. Bis dieses Versprechen erfüllt sei, werde sie „einen immer höheren Preis in Form von Infrastrukturschäden und Gebietsverlusten zahlen“. Die zerstörte Brücke war laut Armeeangaben ein wichtiger Übergang für die Hizbullah, um Kämpfer in den Süden Libanons zu bringen. Die Drohungen vonseiten der israelischen Regierung haben sich in den vergangenen Tagen zusehends verschärft, einhergehend mit massiven Angriffen der Hizbullah auf den Norden und die Mitte Israels. Am Donnerstag hatte Katz, der für seine hartleibige Rhetorik bekannt ist, mit dem Einmarsch der Armee in Libanon gedroht. Israelische Truppen sind schon seit mehreren Tagen nördlich der Grenzlinie aktiv, die Armee beharrt bislang aber darauf, dass es sich nicht um eine Bodenoffensive handele, sondern um „Vorwärtsverteidigung“.
Unions-Politiker gegen Lockerung der Russland-SanktionenZu den Lockerungen von Öl-Sanktionen gegen Russland sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jürgen Hardt, der F.A.Z.: „Die größte Gefahr für das Wohlergehen Europas geht nicht von vorübergehend gestiegenen Energiepreisen, sondern vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aus. Deshalb bin ich gegen eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland. Ich denke, der amerikanische Präsident hat Recht, wenn er mittelfristig sogar von sinkenden Energiepreisen ausgeht.“ Das Angebot sei da, so Hardt, viele Staaten seien auf Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft dringend angewiesen. „Kurzfristig werden andere Lieferanten ihre Produktion hochfahren. Mittel- und langfristig wird eine sinkende Nachfrage nach fossiler Energie bei immer noch wachsenden Reserven tendenziell zu sinkenden Preisen führen, auch wenn russisches Öl und Gas für uns Tabu bleibt.“Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der sich seit längerem für einen neuen Dialog mit Russland und die Wiederaufnahme von Gas- und Öllieferungen ausspricht, sagte zu den rasant steigenden Energiepreisen im Deutschlandfunk: „Da ist extrem gefährlich für uns Verbraucher und die Wirtschaft.“ Amerika agiere „mit Rambo-Methoden, weil es gerade dem eigenen Interesse entspricht“. Auf die Frage, ob in der konkreten Situation nach dem amerikanischen Vorbild die Russland-Sanktionen gelockert werden sollten, um den hohen Energiepreisen zu begegnen, sagte der CDU-Politiker, „wer den Glauben hatte, es sei noch irgendwie rational, was dieser amerikanische Präsident und seine Administration tun, der muss doch an dieser Stelle aufwachen. Wir sind in Deutschland und Europa in dieser Lage zu Recht an der Seite der Ukraine, aber wir haben doch auch außer Acht gelassen, was unsere Interessen sind.“ Amerika negiere das vollkommen.
Merz und Støre kritisieren Sanktionslockerung durch WashingtonBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Lockerung der US-Russland-Sanktionen kritisiert. „Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“, sagte Merz bei einer Pressekonferenz zusammen mit dem norwegischen Ministerpräsident Jonas Gahr Støre im norwegischen Andöya. Merz sagte, im Rahmen der G7 sei über das Thema gesprochen worden, es habe die sehr klare Meinung von sechs der sieben Mitglieder gegeben, dass eine Sanktionslockerung nicht das Richtige sei. Doch die amerikanische Regierung habe sich anders entschieden. Warum, sei unklar, schließlich gebe es derzeit ein Preis- und kein Mengenproblem. In der Nacht auf Freitag hat der US-Finanzminister bekanntgegeben, dass zeitweise russisches Erdöl gekauft werden darf, das sich bereits auf Schiffen befindet. Diese Lockerung der US-Sanktionen gegen Russland gelte bis zum 11. April.In der Ukraine zeige Russland weiterhin keine Verhandlungsbereitschaft. „Wir werden uns durch den Irankrieg nicht abbringen oder ablenken lassen von der Unterstützung der Ukraine“, so Merz. Es gelte sicherzustellen, dass Russland nicht den Irankrieg nutze, um die Ukraine zu schwächen. Zudem werde man verhindern, dass Russland die NATO im Osten und Norden Europas teste. Auch Støre sagte, eine Lockerung der Sanktionen sei „ganz falsch“. Es gelte, weiter wirtschaftlichen Druck auf Russlands Energiesektor aufrechtzuerhalten, damit Russland den Krieg in der Ukraine beende.
Merz will keinen Militäreinsatz zum Schutz von SchiffenBundeskanzler Friedrich Merz sieht derzeit keinen Anlass für einen internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus. Der CDU-Chef kritisierte bei seinem Besuch in Norwegen, dass weiterhin keine Strategie erkennbar sei, wie der Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu Ende gebracht werden solle. „Die Fragen sind ja auch nicht wirklich beantwortet. Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht deswegen auch keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, sagte Merz auf die Frage nach seiner Haltung zu einer solchen Mission und einer möglichen deutschen Beteiligung.
Europäer kritisieren Lockerung von US-SanktionenBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich zurückhaltend zu den von den USA gelockerten Russland-Sanktionen geäußert. Die Lockerungen seien „auf wenige Mengen beschränkt und auch zeitlich beschränkt“, sagte Reiche am Freitag in Berlin. Dennoch mache sie sich Sorgen, „dass wir Putins Kriegskassen nicht noch weiter füllen“. Die USA hatten zuvor bekannt gegeben, dass sie wegen der steigenden Ölpreise infolge des Irankrieges vorübergehend bis zum 11. April den Verkauf russischen Erdöls wieder erlauben. „Jeder Schritt, der Russland in die Lage versetzen würde, seine Einnahmen und Ölverkäufe zu steigern, wäre angesichts der größeren Ziele, die wir verfolgen, problematisch\", sagte auch ein EU-Diplomat zu der amerikanischen Ausnahmeregelung am Freitag der F.A.Z. in Brüssel.
Zahlreiche Tote nach israelischen Angriffen in LibanonBei israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon hat es libanesischen Angaben zufolge in der Nacht auf Freitag mehr als 20 Tote gegeben. Allein in der Gegend der Küstenstadt Sidon seien neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Bei weiteren Bombardements im Süden und Osten des Landes wurden demnach weitere 14 Menschen getötet. In Beirut sei eine Person bei einem Angriff auf ein Auto ums Leben gekommen.Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage nicht konkret zu den tödlichen Angriffen und verwies auf eine offizielle Mitteilung zu ihrem jüngsten Vorgehen gegen die Hizbullah in Libanon. Darin hieß es, das Militär habe „Dutzende Angriffswellen“ in der Hauptstadt Beirut, der Bekaa-Ebene im Osten des Landes sowie im Südlibanon ausgeführt. Ins Visier seien Waffenlager und bedeutende Vermögenswerte der Hizbullah genommen worden, um die Miliz weiter zu schwächen. Zu möglichen Opfern machte Israels Armee zunächst keine Angaben.
Vier amerikanische Soldaten bei Absturz in Irak ums Leben gekommenBei dem Absturz eines Tankflugzeugs in Irak sind vier amerikanische Soldaten ums Leben gekommen. „Vier der sechs Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs wurden für tot erklärt, während die Rettungsmaßnahmen weitergehen\", teilte das amerikanische Zentralkommando Centcom auf der Plattform X mit. „Die Umstände des Vorfalls werden derzeit untersucht. Der Verlust des Flugzeugs ist jedoch nicht auf feindliches Feuer oder eigenen Beschuss zurückzuführen“, hieß es weiter. Zuvor war bekannt geworden, dass ein Betankungsflugzeug vom Typ KC-135 über dem West-Irak abgestürzt war. Ein zweites, in den Vorfall verwickeltes Flugzeug sei sicher gelandet.
Tote durch herabstürzende Drohne in OmanIn Oman sind einem Bericht zufolge zwei Menschen durch eine herabstürzende Drohne ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden demnach verletzt. Eine zweite Drohne sei in offenes Gelände gestürzt, meldete die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Vorfälle ereigneten sich demnach in der Region Sohar im Norden des Landes. Bei den Toten, die sich bei dem Einschlag in einem Industriegebiet aufhielten, soll es sich um ausländische Staatsbürger handeln, hieß es weiter.Zur Herkunft der Drohnen war zunächst nichts bekannt. Die zuständigen Behörden ermittelten, so die Meldung. Der Oman wurde trotz seiner Vermittlungsbemühungen seit Beginn des Irankriegs mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe.
Israelfeindliche Demonstration in TeheranTrotz anhaltender Luftangriffe sind in Teheran Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen gegangen. Die Kundgebungen finden anlässlich des sogenannten Al-Kuds-Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini 1979 eingeführt hat. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die „Befreiung Jerusalems“. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Irans Präsident Massud Peseschkian rief die Bevölkerung trotz des Krieges zur Teilnahme auf. Auf X schrieb er am Donnerstag, das iranische Volk solle „die Feinde des Irans enttäuschen, indem es in größerer Zahl als je zuvor auf die Straße geht“.
Israel startet weitere AngriffswelleIsrael weitet seine Angriffe auf die libanesische Hauptstadt aus. Eine Drohne habe ein Wohnhaus im Beiruter Stadtteil Burdsch Hammud getroffen, melden libanesische Medien. Es ist der erste Angriff auf den Bezirk am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt. Bislang konzentrierten sich die Angriffe auf die Hochburg der Hisbollah-Miliz im Süden der Hauptstadt. Außerdem hat das israelische Militär am Freitag den Beginn einer großangelegten Angriffswelle auf Teheran bekanntgegeben. Iranische Staatsmedien berichteten von mehreren Explosionen und Kampfflugzeugen über der Stadt Karadsch westlich der Hauptstadt. Bei neuen Raketensalven auf Israel aus Iran wurden in der Nacht hingegen 58 Menschen im Ort Sarsir laut Israels Rettungsdienst Magen David Adom überwiegend leicht verletzt.
Russland hält weitere Lockerungen der Öl-Sanktionen für unvermeidlichDie Ausnahmegenehmigung der USA für den Kauf von sanktioniertem russischen Öl betrifft nach Angaben aus Moskau 100 Millionen Barrel. Angesichts der wachsenden Energiekrise scheine eine weitere Lockerung der Restriktionen unvermeidlich, schreibt der russische Gesandte Kirill Dmitrijew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Dies gelte trotz des Widerstands einiger „Brüsseler Bürokraten“. Die USA haben eine 30-tägige Ausnahmeregelung erlassen, nach der Öl in Tankern auf See verkauft werden darf. US-Finanzminister Scott Bessent hat dies mit der Stabilisierung der Energiemärkte begründet.