FAZ 12.03.2026
14:56 Uhr

Liveblog Irankrieg: Khamenei: Straße von Hormus bleibt blockiert


Neuer Oberster Führer fordert Schließung von US-Stützpunkten +++ Iran warnt vor Angriff auf Inseln im Persischen Golf +++ Schweiz schließt Botschaft in Teheran +++ Trump: Iran steht kurz vor der Niederlage +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Khamenei: Straße von Hormus bleibt blockiert

USA: Noch keine Eskorte durch Straße von Hormus möglichDie USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright aktuell noch nicht in der Lage, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Die Marine werde das relativ bald tun können, gerade sei das aber noch nicht möglich, sagte Wright dem Sender CNBC. „Wir sind einfach noch nicht bereit.“ Alle militärischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven Fähigkeiten Irans zu zerstören. Er halte es für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe durch die Meerenge eskortieren könne, sagte Wright.Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist infolge des Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen. Die etwa 55 Kilometer breite Meeresenge zwischen Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Monats angeboten, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus – falls notwendig – auch mit der eigenen Marine abzusichern. Mit dem Angebot einer solchen Eskorte versucht seine Regierung auch, globale Märkte zu beruhigen. 

Israels Militär weitet Evakuierungsbefehl für Libanon aus Das israelische Militär weitet seine Evakuierungsbefehle für den Südlibanon aus. Damit hat sich die betroffene Zone fast verdoppelt. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden aufgefordert, sich in Gebiete nördlich des Flusses Zahrani zu begeben. Ein Militärsprecher veröffentlicht auf der Plattform X eine Karte mit den neuen, rot ​markierten Zonen. Damit hat das israelische Militär nun die Evakuierung von zehn Prozent des libanesischen Staatsgebiets angeordnet. In Libanon sind bereits Hunderttausende Menschen durch die israelischen Angriffe vertrieben worden.  

Frachter deutscher Reederei von Granatsplitter getroffenEin Containerschiff der deutschen Reederei Hapag-Lloyd ist westlich der Straße von Hormus von einem Granatsplitter getroffen worden. Das teilte Deutschlands größte Containerreederei aus Hamburg auf Anfrage mit. Zunächst hatten mehrere Medien berichtet. Der Treffer habe dazu geführt, dass auf der „Source Blessing“ ein Feuer ausgebrochen sei. „Die Besatzung an Bord ist wohlauf, konnte das Feuer löschen und die Situation schnell unter Kontrolle bringen“, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Zu dem Standort des weitervermieteten Schiffs machte die Reederei keine Angabe und verwies auf Sicherheitsgründe. Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine teilte mit, ein Schiff nördlich von Dubai sei von einem Projektil getroffen worden. 

Iran wirft EU „Mittäterschaft“ vor Die Führung in Teheran hat der Europäischen Union „Mittäterschaft“ bei den amerikanisch-israelischen Angriffen vorgeworfen. „Die Gleichgültigkeit und Duldung der Europäischen Union angesichts der Aggressionen, Brutalitäten und Gräueltaten der USA und Israels kommen nichts weniger als einer Mittäterschaft gleich“, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums am Donnerstag im Onlinedienst X.

Wirtschaftsforscher: Weltweite Ölreserve hält nur bis zum SommerDie internationale Ölreserve könnte bei einer längeren Dauer des Irankriegs und weiteren Freigaben nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest schon im Sommer verbraucht sein. Wenn wegen des Kriegs 25 Prozent des üblichen Ölangebots nicht mehr verfügbar und die Straße von Hormus geschlossen sei, „dann haben wir für drei Monate strategische Ölreserven weltweit“, warnte der Ökonom in Berlin. Der Wissenschaftler plädierte daher für vorsichtigen Umgang mit den Reserven: „Da wir nicht wissen, ob dieser Krieg nicht noch eskaliert und nicht vielleicht sogar noch Monate andauert, kann man durchaus fragen, ob das jetzt schon richtig ist, die Reserven so früh freizugeben.“ Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte am Mittwoch angekündigt, 400 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl freizugeben, um den Preisanstieg zu dämpfen. Das ist nach IEA-Zahlen ein Drittel der von 32 Staaten einschließlich Deutschlands gelagerten Ölreserven von 1,2 Milliarden Barrel. Hinzu kommen von der Industrie gelagerte 600 Millionen Barrel, zu deren Freigabe die Unternehmen verpflichtet werden können. 

Norwegen lehnt Deckelung des Gaspreises ab Der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere spricht sich gegen eine Deckelung des Gaspreises in Europa aus. Ein solcher Schritt wäre unklug, sagt er auf einer Energiekonferenz in Oslo. Der Preis für Erdgas ist im Zuge des Krieges zwischen den ​USA und Israel gegen Iran um rund 60 Prozent gestiegen. Stoere versichert, Norwegen werde als Europas größter Gaslieferant ein verlässlicher Energieversorger für den Kontinent bleiben. Er erinnert daran, dass Europa bereits nach Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 auf eine Deckelung der Gaskosten verzichtet habe. Norwegen werde sich auch weiterhin gegen einen solchen Preisdeckel aussprechen. 

Israel greift Militärforschungskomplex bei Teheran anDie israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben eine bekannte Militärforschungseinrichtung in Iran angegriffen. Die Attacke auf den Taleghan-Komplex östlich der iranischen Hauptstadt Teheran in dem Vorort Partschin sei im Rahmen einer der Angriffswellen der vergangenen Tage auf Basis „präziser Geheimdienstinformationen“ erfolgt, teilte Israels Militär mit.Der Taleghan-Komplex hat in der Vergangenheit immer wieder zu Spekulationen geführt. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde wurde dort im Rahmen des iranischen Amad-Programms bis 2003 an Technologien gearbeitet, die für Atomwaffen relevant sein könnten. Dabei sollen Tests mit starken Sprengstoffen erfolgt sein, um die Implosion eines nuklearen Sprengkopfs zu simulieren. Iran bestreitet die Existenz des Programms.

Flüchtlingshilfswerk: Bis zu 3,2 Millionen Vertriebene in IranSeit Ausbruch des Krieges in Iran sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bislang bis zu 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes geflüchtet. Der jüngsten Einschätzung der Organisation zufolge sind zwischen 600.000 und einer Million Haushalte zeitweise vertrieben worden. In Iran leben gut 90 Millionen Menschen. Die meisten Betroffenen würden aus Teheran und anderen Großstädten im Norden des Landes und in ländlichen Gebieten Schutz suchen, hieß es. Wenn der Konflikt andauere, werde die Zahl der Binnenflüchtlinge voraussichtlich noch steigen, warnte das UNHCR. 

Katz: Israel weitet Angriffe auf Libanon ausIsraels Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht. Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hizbullah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee „das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen“, sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern. Er habe den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht.Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf „eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten“. Die von Iran unterstützte Miliz sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bislang nicht gelungen. Anfang März griff die Hizbullah in den Krieg zwischen Israel und Iran auf der Seite Teherans ein.Die Hizbullah hatte am Mittwochabend den Norden Israels massiv mit Raketen und Drohnen beschossen. Israels Luftwaffe flog heftige Angriffe auf Ziele in den südlichen Vororten von Beirut. 

Iran warnt: Werden Persischen Golf mit Blut der Invasoren tränken  Der iranische Parlamentspräsident hat die USA und Israel vor einem Angriff auf Inseln im Persischen Golf gewarnt. „Jede Aggression gegen den Boden der iranischen Inseln wird alle Zurückhaltung zunichtemachen“, schrieb Mohammed Bagher Ghalibaf auf X. „Wir werden jede Zurückhaltung aufgeben und den Persischen Golf mit dem Blut der Invasoren tränken“, fügte der frühere General hinzu. „Das Blut der amerikanischen Soldaten liegt in Trumps persönlicher Verantwortung.“Zunächst war unklar, was Ghalibafs Drohungen ausgelöst hatte. Im Persischen Golf südlich Irans liegen mehrere Inseln von strategischer Bedeutung für die Führung in Teheran. Sie spielen auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Auf der iranischen Insel Charg etwa liegt das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein großer Teil der Ölproduktion wird von dort verschifft. Im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 war Charg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt angegriffen. 

Medien: Iran und Hizbullah koordinieren Angriffe auf IsraelKnapp zwei Wochen nach Beginn des Irankriegs zeichnet sich laut lokalen Medien eine engere Koordination der Angriffe aus Iran und seitens der libanesischen Hizbullah-Miliz im Libanon auf Israel ab. Der Beschuss durch Raketen, Marschflugkörper und Drohnen erfolge zunehmend abgestimmt, um Israels Abwehr zu belasten, heißt es in mehreren Berichten aus der Region.So habe Teheran seit Mitternacht vier Raketenangriffe auf Israel gestartet, schreibt die libanesische Tageszeitung „L'Orient Le Jour“. Die iranischen Streitkräfte meldeten außerdem einen Angriff mit Kampfdrohnen auf militärische Ziele in Israel. Attackiert worden seien die Luftwaffenbasis Palmachim und der Militärflugplatz Ovda, hieß es in einer vom staatlichen iranischen Rundfunk verbreiteten Erklärung. Ein weiteres Ziel sei das Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet gewesen.Gleichzeitig lag der Norden Israels unter starkem Beschuss aus Libanon; rund 200 Raketenstarts seien von dort aus in Richtung Süden registriert worden, berichten israelische Medien. Am Donnerstagmorgen gingen nahe Jerusalem Trümmerteile einer iranischen Drohne nieder, meldete die Zeitung „Haaretz“. Israel antwortete seinerseits mit Angriffen auf Libanon, bei denen mindstens fünf Personen getötet wurden. Die Menschen in Libanon erlebten eine „Nacht des Schreckens\", so „L'Orient Le Jour“.

Irantreue Milizen melden Angriff im NordirakIm Irak haben mit Iran verbündete Milizen einen amerikanisch-israelischen Luftangriff im Westen des Landes gemeldet. Dabei habe es Opfer unter den Kämpfern der Milizen gegeben. Örtlichen Medienberichten zufolge wurden 27 Mitglieder der sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) in der irakischen Provinz Anbar getötet und mehr als 60 verletzt. Das Hauptquartier der Miliz in der Gegend nahe der Grenze zu Syrien sowie mehrere Fahrzeuge seien zerstört worden, hieß es. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Die irakische Regierung in Bagdad sowie die USA und Israel äußerten sich nicht dazu.Im Zuge des Irankriegs kam es zuletzt auch im benachbarten Irak zu iranischen Angriffen. Jüngst verübten Iran und proiranische Milizen im Irak Angriffe auf die Kurdenregion im Norden des Landes. Der Gouverneur von Erbil, Umid Kuschnau, sprach am Donnerstagmorgen von mindestens 17 iranischen Drohnenangriffen innerhalb von 24 Stunden in der autonomen Kurdenregion. Die meisten Drohnen seien von Truppen des internationalen Militärbündnisses abgefangen worden. Einige Drohnen seien außerhalb der Stadt in freiem Gelände niedergegangen. Erbil ist Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak; dort befindet sich ein multinational genutzter Stützpunkt, auf dem Soldaten der USA und auch der Bundeswehr stationiert sind.

Die Republikaner werden nervös Unter den Republikanern im Kongress macht sich wegen der steigenden Benzinpreise Nervosität breit. Acht Monate vor den Zwischenwahlen befürchten sie einen Denkzettel der Wähler. US-Präsident Trump hat es in den vergangenen Tagen vermieden, auf Kritik einzugehen.