FAZ 02.10.2026
11:37 Uhr

Künstliche Intelligenz: Wie KI den Bewerbungsprozess verändert


Lange nutzten Bewerber vor allem Suchmaschinen oder Jobportale für die Stellensuche. Inzwischen setzt jeder Dritte KI ein, um Arbeitsplatzangebote zu finden. Im Bewerbungsprozess selbst spielt die Technik nur eine kleine Rolle.

Künstliche Intelligenz: Wie KI den Bewerbungsprozess verändert

Drei von zehn Bewerbern setzen inzwischen generative Künstliche Intelligenz ein, um Stellen zu suchen oder mehr über potentielle Arbeitgeber herauszufinden. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag eines interdisziplinären Teams von Wissenschaftlern der Wirtschaftsuniversität Wien, der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems sowie der Universität Amsterdam hervor. Demnach nutzen 29 Prozent der Befragten nach eigenen Angaben KI-Modelle für die Stellensuche, weitere 44 Prozent können sich vorstellen, dies künftig zu tun. Befragt wurden gut 2000 Menschen, die eine neue Stelle suchen oder sich derzeit bewerben. Je jünger Bewerber sind, desto häufiger setzen sie KI für die Jobsuche ein.  Während in der Gruppe der 50 bis 59 Jahre alten Bewerber jeder Vierte KI verwendet, ist es in den Altersgruppen darunter jeweils etwa jeder Dritte. Das Vertrauen in die Antworten der KI ist hoch. Nur eine Minderheit von 15 Prozent der Befragten hält sie für unglaubwürdiger als eine herkömmliche Suchmaschinenabfrage oder eine Recherche auf einem der gängigen Jobportale. 42 Prozent bewerten die KI-Ergebnisse sogar als glaubwürdiger. Gleichwohl misstrauen viele der KI, wenn diese ein Unternehmen empfiehlt, das auf Arbeitgeberbewertungsplattformen schlecht abschneidet: Nur ein Viertel der Befragten würde in diesem Fall der KI-Empfehlung folgen. Was den konkreten Einsatz von KI im weiteren Bewerbungsprozess angeht, ist die Mehrheit der Befragten eher zurückhaltend. Gerade mal elf Prozent stimmen voll und ganz der Aussage „Ich benutze KI-basierte Sprachmodelle, um meinen Lebenslauf an den Arbeitgeber oder die Stellenausschreibung anzupassen“ zu. 13 Prozent wären bereit, ihr Motivationsschreiben von einer KI verfassen lassen, neun Prozent würden sie nutzen, um ein Bewerbungsgespräch zu simulieren.