FAZ 17.03.2026
17:21 Uhr

Journalisten-Schelte: Gabor Steingart mangelt es an Stil


„The Pioneer“-Chef Gabor Steingart gibt sich gern als Lichtgestalt des Journalismus. Dabei ist er vor allem ein Krawallmacher. Jetzt watscht er die Kollegen Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander ab.

Journalisten-Schelte: Gabor Steingart mangelt es an Stil

Journalisten können sehr unterhaltsam sein, wenn sie sich zum Affen machen und übereinander herfallen. So tat es jetzt der Chef des Onlinedienstes „The Pioneer“, Gabor Steingart, in einem Morgenbriefing, in dem er „renommierte Journalisten“, die in ihren Podcasts zwischendurch Reklame verlesen (Host-Read-Ads), in der Berufssparte „Prostitution“ verortete. „Ehrenrührig“ und „Lifetime-Abo“ Die Botschaft verstand Dagmar Rosenfeld, die seit Kurzem mit Robin Alexander den Podcast „Machtwechsel“, der zuvor bei „Welt“ und „The Pioneer“ lief, auf eigene Rechnung betreibt, sofort. „Mit Entsetzen“ lese sie, was Steingart von ihrem Journalismus halte, schreibt die frühere Mitherausgeberin von „The Pioneer“ auf X. Da sei man sich doch einig, dass sie seiner Bitte, weiter für seinen Kanal als Kolumnistin zu schreiben, „nicht mehr nachkomme“. „Entpört Euch!“, retournierte Steingart; er habe niemanden namentlich genannt, sondern nur eine Werbeform kritisiert, die er für „ehrenrührig“ halte. Dass, wer andere abwatsche und zugleich für ein „Lifetime-Abo“ seines eigenen Mediums werbe, das man für sich und vier weitere für 5000 Euro kaufen kann, im Glashaus sitzen könnte, deutete Robin Alexander auf X an. „Stil und Anstand“, so Alexander, werde sich Gabor Steingart „mit keinem Geld mehr kaufen können“. Damit dürfte er sehr richtig liegen.