Die Verwertung des Bestands der insolventen Kunsthandlung Röbbig geht in die dritte Runde. Über Jahrzehnte galt die Münchner Firma als eine der führenden Adressen für deutsche Porzellane des frühen 18. Jahrhunderts, vor allem für Stücke der Manufakturen Meissen und KPM. Die dem Insolvenzantrag im Juni vergangenen Jahres folgende Bestandsaufnahme von insgesamt acht Wohn- und Lagerstätten sicherte Mengen an Porzellan und Einrichtungsgegenständen des 17. und 18. Jahrhunderts. Derweil Röbbig-Geschäftsführer Alfredo Reyes noch immer untergetaucht ist, hatten 39 Gläubiger Forderungen in Höhe von 17 Millionen Euro angemeldet, anerkannt hatte Insolvenzverwalter Dino Straub vorläufig 2,8 Millionen. Der Auftrag, die Bestände zu versteigern, ging an Sotheby’s. Bei einer Live-Auktion in Paris kamen inklusive Aufgeld 2,2 Millionen Euro zusammen; weitere 1,2 Millionen Euro brachte dort die erste Onlinecharge ein. Nun kommt die letzte Tranche zum Aufruf, online über die Kölner Niederlassung von Sotheby’s. Noch bis zum 17. September stehen 350 Lose zum Verkauf: Silber, Gemälde, Asiatika, Möbel und selbstverständlich viel Meissener Porzellan. Gleich als allererstes Los tritt eine weiße Teekanne an, ein frühes Stück der Zeit um 1713 bis 1715 mit appliziertem Blumendekor zum Taxpreis von 3000 bis 5000 Euro. Insgesamt beginnen die Schätzungen bei wenigen Hundert Euro und reichen hinauf bis in den fünfstelligen Bereich.
