FAZ 09.09.2026
14:44 Uhr

INdonesien: Boot mit Journalisten am Vulkan Anak Krakatau vermisst


Fünf Journalisten wollten über den Ausbruch des Anak Krakatau berichten. Dann verschwand ihr Boot spurlos. Die Suche wird durch hohe Wellen und Vulkanasche erschwert.

INdonesien: Boot mit Journalisten am Vulkan Anak Krakatau vermisst

Indonesische Rettungskräfte haben am Mittwoch ihre Suche nach fünf am Vulkan Anak Krakatau verschollenen Journalisten und drei weiteren Personen ausgeweitet. Die Gruppe war am Montag in See gestochen, um die jüngste Eruption des Vulkans zu dokumentieren. Berichten der örtlichen Presse zufolge hatte ein Besatzungsmitglied des Boots am Montagnachmittag noch ein Foto an seine Frau geschickt, das in der Nähe des Vulkans aufgenommen worden war. Danach brach der Kontakt zu dem Boot und seinen Insassen ab. Der Ausbruch des Anak Krakatau am Freitag vergangener Woche hatte zu schweren Unterbrechungen im Flugverkehr des Archipelstaats mit rund 17.000 Inseln geführt. Der lokalen Presse zufolge waren mehr als 340.000 Passagiere betroffen. Die Flughäfen hatten am Dienstag wieder geöffnet. Bei den vermissten Indonesiern handelt es sich um Seeleute und Fotografen, die unter anderem für die türkische Nachrichtenagentur Anadolu und die indonesische Agentur Antara arbeiten. Im Jahr 2018 löste der Abbruch eines Vulkanteils einen Tsunami aus Am Mittwoch erklärte die Rettungsbehörde Basarnas der Provinz Banten auf der Insel Java, dass sich mindestens fünf Schiffe mit mehr als 60 Rettungskräften an Bord an der Suche beteiligten. Unter anderem nehmen drei Schiffe der Marine an der Suche teil, die zwischenzeitlich wegen schlechten Wetters unterbrochen werden musste. Wegen der schwierigen Sichtverhältnisse infolge des Vulkanausbruchs sollten unter anderem Wärmekameras eingesetzt werden. Der Anak Krakatau („Kind des Krakatau“) liegt in der Sundastraße zwischen den Inseln Java und Sumatra. Er war nach der gewaltigen Eruption des Krakatau im Jahr 1883 entstanden, die zu den verheerendsten Vulkankatastrophen der Neuzeit gehört. Im Jahr 2018 hatte der Abbruch eines Vulkanteils einen Tsunami ausgelöst, der mehr als 400 Menschen das Leben kostete.