FAZ 01.08.2026
12:26 Uhr

Hitze-Liveblog: Weitere schwere Gewitter erwartet


Toter und Verletzte: Unwetter kracht in Sächsische Schweiz +++ Waldbrand bei Bordeaux unter Kontrolle +++ Ab Sonntag wieder Hitze +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Hitze-Liveblog: Weitere schwere Gewitter erwartet

Griechenland: Bis zu 100 Häuser verbranntIn dem Küstenort Porto Germeno im Nordosten des Golfs von Korinth sollen bis zu 100 Häuser verbrannt sein, sagte der Vizebürgermeister der umliegenden Gemeinde Mandra dem Nachrichtensender Ertnews. „Aufgrund der starken Winde können derzeit überhaupt keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Wir hoffen, dass der Wind nachlässt. Es gibt keine andere Möglichkeit.“Er warnte die Bewohner der evakuierten Ortschaften, noch nicht zurückzukehren. „Es gibt zu viel Rauch. Ich bitte die Bürger, unnötige Wege zu vermeiden, die Gefahr eines Wiederaufflammens ist groß. Menschenleben haben Vorrang“, appellierte er. Das gefährdete und teils brennende Gebiet ist Satellitenbildern zufolge immer noch rund sechs mal sechs Kilometer groß.„Es ist ein schwieriger Tag für den Katastrophenschutz und die Feuerwehr, da wir uns in der höchsten Waldbrandwarnstufe (Kategorie 5) befinden“, sagte ein Feuerwehrsprecher gegenüber dem Sender. Häuser, Viehställe und Landgüter seien zerstört worden. In Porto Germenos wüte das Feuer an drei Fronten. 

Nachlöscharbeiten in den Chiemgauer AlpenIn den Chiemgauer Alpen haben die Nachlöscharbeiten des Waldbrandes begonnen. Seit dem Morgen suchen die Einsatzkräfte nach Glutnestern im steilen Gelände, wie ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein sagte. Besonders am Grat seien die Glutnester oft gar nicht mit dem Hubschrauber, sondern nur per Seilschaft zu erreichen. Das Feuer in dem Bergwald nahe der Lackenbergwand wurde am Freitag gelöscht. In der Nacht flog dem Sprecher zufolge eine Drohne mit Wärmebildfunktion über das Gebiet. Demnach bildeten sich zwar vereinzelt Rauch und Glutnester am Berg, allerdings flammte das Feuer nicht wieder auf. 

Lebensgefahr – Nationalpark Sächsische Schweiz gesperrtNach dem schweren Unwetter mit einem Toten und drei Schwerverletzten ist der Nationalpark Sächsische Schweiz für Besucher gesperrt. Dies betrifft die Gebiete zwischen der Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilte. Es besteht demnach akute Lebensgefahr durch Sturmschäden. 

Unwetter auch im Süden und Osten BayernsIn Niederbayern erlitt eine Frau einen Stromschlag an einem Zaun. Ein Polizeisprecher sagte, dass ein entwurzelter Baum eine Hochspannungsleitung nach unten gedrückt habe. Dadurch habe die Leitung den Zaun eines Anwesens in Kröning (Landkreis Landshut) tangiert und unter Strom gesetzt. Als die Bewohnerin den Zaun berührte, habe sie einen Stromschlag erlitten und sich leicht verletzt.In Niederbayern habe es am Abend unwetterbedingt rund 85 Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Während des Gewitters traf ein Blitz den Dachvorsprung eines Hauses in Vilshofen (Landkreis Passau). Daraufhin sei die Fassade in Brand geraten, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr löschte den Brand rechtzeitig, sodass es im Inneren des Wohnhauses keinen Schaden gab. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. In und um Augsburg gab es am Abend rund 130 Einsätze, wie die Feuerwehr mitteilte. Durch das Unwetter stürzen demnach mehrere Bäume um, Dächer wurden abgedeckt. Die herumfliegenden Dachteile trafen teils auf Autos.

Vier Feuerwehrkräfte in Freudenberg verletztBeim Löschen eines Waldbrandes in Freudenberg in der Oberpfalz sind vier Einsatzkräfte der Feuerwehr verletzt worden. Das teilte das Landratsamt Amberg-Sulzbach mit. Der Brand, der am Freitagabend bei Freudenberg ausgebrochen war, ist demnach unter Kontrolle. Das Feuer erstreckt sich den Angaben nach über rund 5,7 Hektar und breitet sich aktuell nicht weiter aus. Die Löscharbeiten dauern an. 

Neue Brände in Europa – Höchste Alarmstufe im Großraum AthenNach Evakuierungen wegen der schweren Waldbrände dürfen viele Menschen an der französischen Atlantikküste und Spanien wieder nach Hause. Andernorts sind Behörden stärker in Alarmbereitschaft: In Südfrankreich kommt ein Feuer mit großer Wucht zurück, und auch in Griechenland ist die Situation angespannt.Frankreich: Im südfranzösischen Département Var, zwischen Marseille und Cannes, ist ein Brand wieder aufgeflammt, der sich schnell ausbreitete. Innerhalb weniger Stunden wurden am Freitag 1.000 Hektar verwüstet, wie die Präfektur mitteilte. Etwa 2.500 Menschen mussten demnach evakuiert werden. Laut Angaben in der Nacht waren 720 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie hätten sich darauf konzentriert, sensible Stelle zu schützen und das Vorrücken des Feuers einzudämmen, hieß es.

Toter und Verletzte: Unwetter kracht in Sächsische SchweizEin Toter, drei Schwerverletzte und zehn weitere Verletzte: Ein Unwetter kracht mitten in den kleinen Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Ein Baum begräbt nach Angaben der Rettungsleitstelle Dresden einen 28-jährigen Mann unter sich. Zehn Menschen seien ambulant versorgt und 40 Menschen seien evakuiert worden. Die Lage ist unübersichtlich.Ein massiver Windbruch am Amselsee und der Felsenschlucht Schwedenlöcher nahe der Bastei sorgte laut der Leitstelle dafür, dass Bäume umstürzten. Das Unglück ereignete sich nahe der Felsenbühne.

Unwetter in Stuttgart: Bäume umgekippt, 50 EinsätzeEin schweres Gewitter mit Sturm hat in Stuttgart eine Reihe von Bäumen zu Sturz gebracht. „Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Es gebe etwa 50 Einsätze – diese würden nach Dringlichkeit priorisiert und abgearbeitet. Über 120 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr waren mit der Beseitigung von Unwetterschäden im gesamten Stadtgebiet befasst – auch noch um Mitternacht. Verletzte gebe es nach aktuellem Stand nicht, sagte der Sprecher. Das Unwetter traf die Landeshauptstadt gegen 20.20 Uhr. „Über das gesamte Stadtgebiet verteilt kam es zu zahlreichen wetterbedingten Einsatzstellen. Dabei handelte es sich insbesondere um Sturmschäden“, teilte die Feuerwehr in ihrer Bilanz gegen Mitternacht mit. 

Weltmeteorologiebehörde rechnet mit starkem El Niño im HerbstUN-Generalsekretär António Guterres warnt mit Blick auf das sich gerade entwickelnde Klimaphänomen El Niño vor einem klimamäßig heißen Spätsommer und Herbst. „Während wir mit Krieg und Instabilität ringen, verschärft sich eine weitere Krise – eine Krise, die keine Grenzen kennt und weltweit Leben und Existenzgrundlagen zerstört“, sagte Guterres in New York.Die Weltwetterorganisation (WMO) rechnet nach den ersten Anzeichen nun mit einem starken El Niño. Zusammen mit den ohnehin schon warmen Ozeanen und anderen Klimaphänomenen im Indischen Ozean werde dies das Klima in der zweiten Jahreshälfte weltweit bestimmen, so die Experten. Die Anomalien dürften im November ihren Höhepunkt erreichen, so die WMO.Der Sommer mit „rekordverdächtigen Hitzewellen“ und „apokalyptischen Waldbränden“ sei nur ein Vorgeschmack gewesen, so Guterres. „El Niño verstärkt sich – und heizt die ohnehin schon angespannte Lage auf unserem Planeten weiter an.“ Guterres kritisierte gleichzeitig ein teilweises Schweigen zu den Gründen: „Wir hören viel über Rekordhitze, Dürren und Waldbrände – aber nicht genug über die eigentliche Ursache dieser Ereignisse: die sich beschleunigende Klimakrise, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wird.“

Feuer nahe des Vatikans ausgebrochen – und wieder unter KontrolleEin Vegetationsbrand ist am Freitag gegen 14:00 am Monte Ciocci unweit des Vatikans ausgebrochen. Ein Löschhubschrauber ist weiter im Dauereinsatz, um die durch Wind immer wieder neu angefachten Flammen einzudämmen. Der Brand ist unter Kontrolle, so die römische Feuerwehr.Der Monte Ciocci ist ein begrünter Hügel, einige hundert Meter von den vatikanischen Mauern entfernt. Der Rauch war vom Vatikan aus sichtbar, der Brandgeruch dort deutlich wahrnehmbar.

Griechenland: Behörden rufen zu Evakuierungen nahe Athen aufWestlich der griechischen Hauptstadt Athen haben die Behörden einen Evakuierungsaufruf für einen Teil des Vorortes Chaidari ausgegeben. Die Zivilschutzbehörde forderte die Menschen am Freitag über einen Warnhinweis auf Mobiltelefonen dazu auf, sich in Sicherheit zu begeben. Nach Feuerwehrangaben loderten die Flammen auf einem Berg nahe Chaidari. Der Ort ist etwa elf Kilometer vom Zentrum Athens entfernt. Auch andernorts in Griechenland loderten Feuer, darunter auf der Insel Kreta, auf der Halbinsel Peloponnes und auf den Ägäisinseln Paros, Kalymnos und Andros. In vielen Landesteilen wurde das Waldbrandrisiko am Freitag als „sehr hoch“ eingestuft. Es galt die zweithöchste Warnstufe.

Waldbrände in Frankreich eingedämmt, aber weiter aktivNach den heftigen Bränden rund um Bordeaux im Südwesten Frankreichs entspannt sich die Lage: Mehr als die Hälfte der rund 224.000 zuvor in Sicherheit gebrachten Einwohner konnte zurückkehren. Der Großbrand sei zwar „innerhalb seines Umfangs eingedämmt“, es gebe jedoch weiterhin „hartnäckige aktive Brandherde“, hieß es von der Präfektur der Gironde. Die Feuerwehr werde „Einsätze zur Rodung des Waldunterholzes und zur Bekämpfung der Brandränder vornehmen“. 

Jüterbog: Feuer weitet sich wieder ausEin Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im brandenburgischen Jüterbog hat sich wieder ausgeweitet. Dort waren am Freitag nach Angaben der Feuerwehr 300 Hektar betroffen. Damit brannten noch einmal 50 Hektar mehr als am Donnerstag, wie ein Feuerwehrsprecher vor Ort sagte.