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01.08.2026
03:39 Uhr
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Toter und Verletzte: Unwetter kracht in Sächsische Schweiz +++ Mann in Sachsen von Baum erschlagen +++ Unwetter in Stuttgart: Bäume umgekippt, 50 Einsätze +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Weitere schwere Gewitter erwartet„Heute von der Mitte bis in den Osten gebietsweise kräftiger gewittriger Regen“, schrieb der Deutsche Wetterdienst in seiner am Morgen aktualisierten Vorhersage. „In Baden-Württemberg und in Bayern besonders südlich der Donau Quellwolken und teils kräftige Gewitter.“Für den frühen Vormittag sagten die Meteorologen starke Gewitter in einem schmalen Streifen von Thüringen über Sachsen-Anhalt nach Brandenburg voraus. Dabei könnten Regenmengen von bis zu 20 Liter auf den Quadratmeter fallen. In weiten Teilen Deutschlands soll der Samstag überwiegend heiter und vielfach trocken werden: 20 bis 26 Grad in der Nordhälfte, sonst 25 bis 31 Grad.
Unwetter auch im Süden und Osten BayernsIn Niederbayern erlitt eine Frau einen Stromschlag an einem Zaun. Ein Polizeisprecher sagte, dass ein entwurzelter Baum eine Hochspannungsleitung nach unten gedrückt habe. Dadurch habe die Leitung den Zaun eines Anwesens in Kröning (Landkreis Landshut) tangiert und unter Strom gesetzt. Als die Bewohnerin den Zaun berührte, habe sie einen Stromschlag erlitten und sich leicht verletzt.In Niederbayern habe es am Abend unwetterbedingt rund 85 Einsätze gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Während des Gewitters traf ein Blitz den Dachvorsprung eines Hauses in Vilshofen (Landkreis Passau). Daraufhin sei die Fassade in Brand geraten, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr löschte den Brand rechtzeitig, sodass es im Inneren des Wohnhauses keinen Schaden gab. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. In und um Augsburg gab es am Abend rund 130 Einsätze, wie die Feuerwehr mitteilte. Durch das Unwetter stürzen demnach mehrere Bäume um, Dächer wurden abgedeckt. Die herumfliegenden Dachteile trafen teils auf Autos.
Vier Feuerwehrkräfte in Freudenberg verletztBeim Löschen eines Waldbrandes in Freudenberg in der Oberpfalz sind vier Einsatzkräfte der Feuerwehr verletzt worden. Das teilte das Landratsamt Amberg-Sulzbach mit. Der Brand, der am Freitagabend bei Freudenberg ausgebrochen war, ist demnach unter Kontrolle. Das Feuer erstreckt sich den Angaben nach über rund 5,7 Hektar und breitet sich aktuell nicht weiter aus. Die Löscharbeiten dauern an.
Toter und Verletzte: Unwetter kracht in Sächsische SchweizEin Toter, drei Schwerverletzte und zehn weitere Verletzte: Ein Unwetter kracht mitten in den kleinen Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz. Ein Baum begräbt nach Angaben der Rettungsleitstelle Dresden einen 28-jährigen Mann unter sich. Zehn Menschen seien ambulant versorgt und 40 Menschen seien evakuiert worden. Die Lage ist unübersichtlich.Ein massiver Windbruch am Amselsee und der Felsenschlucht Schwedenlöcher nahe der Bastei sorgte laut der Leitstelle dafür, dass Bäume umstürzten. Das Unglück ereignete sich nahe der Felsenbühne.
Unwetter in Stuttgart: Bäume umgekippt, 50 EinsätzeEin schweres Gewitter mit Sturm hat in Stuttgart eine Reihe von Bäumen zu Sturz gebracht. „Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Es gebe etwa 50 Einsätze – diese würden nach Dringlichkeit priorisiert und abgearbeitet. Über 120 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr waren mit der Beseitigung von Unwetterschäden im gesamten Stadtgebiet befasst – auch noch um Mitternacht. Verletzte gebe es nach aktuellem Stand nicht, sagte der Sprecher. Das Unwetter traf die Landeshauptstadt gegen 20.20 Uhr. „Über das gesamte Stadtgebiet verteilt kam es zu zahlreichen wetterbedingten Einsatzstellen. Dabei handelte es sich insbesondere um Sturmschäden“, teilte die Feuerwehr in ihrer Bilanz gegen Mitternacht mit.
Weltmeteorologiebehörde rechnet mit starkem El Niño im HerbstUN-Generalsekretär António Guterres warnt mit Blick auf das sich gerade entwickelnde Klimaphänomen El Niño vor einem klimamäßig heißen Spätsommer und Herbst. „Während wir mit Krieg und Instabilität ringen, verschärft sich eine weitere Krise – eine Krise, die keine Grenzen kennt und weltweit Leben und Existenzgrundlagen zerstört“, sagte Guterres in New York.Die Weltwetterorganisation (WMO) rechnet nach den ersten Anzeichen nun mit einem starken El Niño. Zusammen mit den ohnehin schon warmen Ozeanen und anderen Klimaphänomenen im Indischen Ozean werde dies das Klima in der zweiten Jahreshälfte weltweit bestimmen, so die Experten. Die Anomalien dürften im November ihren Höhepunkt erreichen, so die WMO.Der Sommer mit „rekordverdächtigen Hitzewellen“ und „apokalyptischen Waldbränden“ sei nur ein Vorgeschmack gewesen, so Guterres. „El Niño verstärkt sich – und heizt die ohnehin schon angespannte Lage auf unserem Planeten weiter an.“ Guterres kritisierte gleichzeitig ein teilweises Schweigen zu den Gründen: „Wir hören viel über Rekordhitze, Dürren und Waldbrände – aber nicht genug über die eigentliche Ursache dieser Ereignisse: die sich beschleunigende Klimakrise, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wird.“
Feuer nahe des Vatikans ausgebrochen – und wieder unter KontrolleEin Vegetationsbrand ist am Freitag gegen 14:00 am Monte Ciocci unweit des Vatikans ausgebrochen. Ein Löschhubschrauber ist weiter im Dauereinsatz, um die durch Wind immer wieder neu angefachten Flammen einzudämmen. Der Brand ist unter Kontrolle, so die römische Feuerwehr.Der Monte Ciocci ist ein begrünter Hügel, einige hundert Meter von den vatikanischen Mauern entfernt. Der Rauch war vom Vatikan aus sichtbar, der Brandgeruch dort deutlich wahrnehmbar.
Griechenland: Behörden rufen zu Evakuierungen nahe Athen aufWestlich der griechischen Hauptstadt Athen haben die Behörden einen Evakuierungsaufruf für einen Teil des Vorortes Chaidari ausgegeben. Die Zivilschutzbehörde forderte die Menschen am Freitag über einen Warnhinweis auf Mobiltelefonen dazu auf, sich in Sicherheit zu begeben. Nach Feuerwehrangaben loderten die Flammen auf einem Berg nahe Chaidari. Der Ort ist etwa elf Kilometer vom Zentrum Athens entfernt. Auch andernorts in Griechenland loderten Feuer, darunter auf der Insel Kreta, auf der Halbinsel Peloponnes und auf den Ägäisinseln Paros, Kalymnos und Andros. In vielen Landesteilen wurde das Waldbrandrisiko am Freitag als „sehr hoch“ eingestuft. Es galt die zweithöchste Warnstufe.
Waldbrände in Frankreich eingedämmt, aber weiter aktivNach den heftigen Bränden rund um Bordeaux im Südwesten Frankreichs entspannt sich die Lage: Mehr als die Hälfte der rund 224.000 zuvor in Sicherheit gebrachten Einwohner konnte zurückkehren. Der Großbrand sei zwar „innerhalb seines Umfangs eingedämmt“, es gebe jedoch weiterhin „hartnäckige aktive Brandherde“, hieß es von der Präfektur der Gironde. Die Feuerwehr werde „Einsätze zur Rodung des Waldunterholzes und zur Bekämpfung der Brandränder vornehmen“.
Jüterbog: Feuer weitet sich wieder ausEin Feuer auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz im brandenburgischen Jüterbog hat sich wieder ausgeweitet. Dort waren am Freitag nach Angaben der Feuerwehr 300 Hektar betroffen. Damit brannten noch einmal 50 Hektar mehr als am Donnerstag, wie ein Feuerwehrsprecher vor Ort sagte.
Griechenland: Menschen in Booten vor Bränden gerettet Zwei große Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Griechenland weiter in Atem. Besonders kritisch ist die Lage rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Dort breiten sich die Flammen nach Behördenangaben auf einer kilometerlangen Front aus. Örtlichen Medien zufolge mussten im Gebiet Agios Vasilios Hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden, nachdem sie von den Flammen eingeschlossen worden waren. Ein weiterer größerer Brand wütet auf der Halbinsel Peloponnes nahe Porto Heli. Auch dort wurden zahlreiche Dörfer vorsorglich evakuiert, berichtete der griechische Rundfunk ERT.
Bis zu 41 Grad in Mittel- und Osteuropa erwartetMittel- und Osteuropa sind von einer neuen Hitzewelle erfasst worden, die das Thermometer in den kommenden Tagen auf über 41 Grad klettern lassen soll. Für Ungarn sagte der Wetterdienst HungaroMet für Freitag bis zu 39 Grad voraus – in den kommenden sechs Tagen sollen die Temperaturen dann bis zu 41 Grad erreichen. Die Behörden untersagten im ganzen Land offenes Feuer.Regierungschef Peter Magyar rief die Industrie auf, ihren Stromverbrauch vorsorglich einzuschränken, um eine Energiekrise zu vermeiden. Auf Facebook teilte er mit, die Stadt Szentendre habe kein Wasser mehr, woraufhin die Armee mobilisiert worden sei, um mit zwei Tankwagen Trinkwasser zu liefern. In der Slowakei galten am Freitag Hitzewarnungen für das gesamte Land. Im Südwesten wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. Dem Wetterdienst SHU zufolge sollen sich die Temperaturen bis zum Wochenende zwischen 34 und 39 Grad bewegen.In Slowenien, wo ähnliche Temperaturen erwartet wurden, warnte die Umweltbehörde für den Westen des Landes vor einer „extrem hohen“ Waldbrandgefahr. Die nationale Eisenbahngesellschaft verkündete, die Geschwindigkeit der Züge tagsüber zu drosseln, um Unfälle aufgrund von Schienenverformungen durch Hitze zu vermeiden. In Rumänien galten in der westlichen Hälfte des Landes Hitzewarnungen, hier wurden für das Wochenende Temperaturen von 40 Grad erwartet. In Österreich wurden Temperaturen zwischen 38 bis 39 Grad gemessen, im Osten des Landes sogar 40 Grad.
Wer an diesen heißen Tagen Abkühlung sucht, findet sie zum Beispiel an Brunnen – so wie am Theresienplatz in Straubing.
Abkühlung für Eisbären im Prager ZooAuch die Eisbären im Zoo in der tschechischen Hauptstadt Prag leiden unter der Hitze. Während Menschen sich mit ein paar Eiswürfeln im Getränk abkühlen, halten die Tierpfleger fast 2,5 Tonnen Eiswürfel für die beiden Eisbär-Zwillinge Aleut und Gregor bereit. Derzeit rollt auch über Tschechien eine Hitzewelle, bei der nach Einschätzung des staatlichen Wetterdienstes CHMU Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erreicht werden könnten. Neben den Eisbären durften sich auch die Papageien über Eiswürfel freuen. Für die Besucher gab es mehr als ein Dutzend Wassernebelduschen.Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland appelliert derweil an deutsche Zoos, die Haltung von Eisbären aufzugeben. Die sengende Hitze könne lebensbedrohlich sein, heißt es in einer Mitteilung. „Kein noch so aufwendig gestaltetes Gehege kann darüber hinwegtäuschen, dass diese Lebewesen für Eis und Kälte geschaffen sind – nicht für Hitzewellen in deutschen Städten. Dennoch müssen sie dort zur Unterhaltung des Publikums dienen“, sagt Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei Peta. Im Jahr 2012 war ein Eisbär im Zoo von Buenos Aires in Argentinien wegen Hitzefolgen gestorben, bei 35 Grad Celsius.