FAZ 08.08.2026
14:34 Uhr

High Diving am Eiffelturm: Maike Halbisch springt zu EM-Bronze


Ein überragender letzter Sprung bringt Maike Halbisch eine überraschende EM-Medaille. Zuvor hat sich die Klippenspringerin Zeit für einen ungewöhnlichen Gruß genommen.

High Diving am Eiffelturm: Maike Halbisch springt zu EM-Bronze

Aus zwanzig Metern Höhe in die Seine und danach auf das Siegerpodest: Klippenspringerin Maike Halbisch hat überraschend die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften in Paris gewonnen. Die 21-Jährige musste sich nach vier Sprüngen von der Pont de Bir-Hakeim mit 292,15 Punkten nur der siegreichen Ukrainerin Nelli Tschukaniwska (324,70) und Elisa Cosetti (297,20) aus Italien geschlagen geben. Halbisch zeigte vor der spektakulären Eiffelturm-Kulisse einen starken und sehr schwierigen letzten Sprung und rückte damit im Ranking noch weit nach vorne. Weil kurz vor ihrem zweiten Sprung des Tages eine Metro über die Brücke fuhr, unterbrach sie ihre Vorbereitungen. Statt sich zu ärgern, winkte Halbisch freundlich. Einige Fahrgäste winkten zurück. „Ich hatte keinen Plan B“ „Mir hat der U-Bahnfahrer zugewunken, und dann habe ich zurückgewunken, weil ich ein netter Mensch bin“, sagte die Polizeioberkommissar-Anwärterin aus Waiblingen nach ihrem überraschenden Erfolg. Halbisch wollte gerade in den Handstand für den Dreieinhalbfachsalto gehockt gehen, als sie „im Augenwinkel“ eine Bahn auf die Brücke fahren sah. „Da habe ich gesagt, ich warte. Denn das Gerüst wackelt immer leicht.“ Sie behielt die Nerven, der derzeit „schwierigste Sprung der Welt“ gelang im zweiten Anlauf. Am Freitag hatte Halbisch nach einem verpatzten Vierfachsalto rückwärts, dem zweitschwierigsten Sprung, noch auf Rang sieben gelegen. Trotzdem ging sie am Samstag auf Risiko. „Ich hatte keinen Plan B.“ So sprang doch noch die „allererste Medaille überhaupt“ heraus und die Erkenntnis, dass in Zukunft noch eine ganze Menge mehr gehen könnte: „Das zeigt mir, was ich kann, wozu ich fähig bin, zumal ich einen ziemlich großen Fehler gemacht habe.“ Die zweite deutsche Starterin Iris Schmidbauer belegte den fünften Platz. Die 31-Jährige war 2022 Europameisterin geworden. Bei den Männern landete Manuel Halbisch, Bruder von Maike Halbisch, mit 259,55 Punkten auf dem achten Platz. Den Titel holte sich der Rumäne Catalin Preda (411,60). In Paris springen die High Diver, wie die Sportlerinnen und Sportler auch genannt werden, aus zwanzig Metern Höhe und nicht wie üblich aus 27 Metern von einem auf der Brücke aufgebauten Podest in den berühmten Fluss.