Die neue Koalition im Frankfurter Römer will ihre Wohnungspolitik künftig verstärkt auf „innovative und gemeinwohlorientierte Wohnformen“ ausrichten. CDU, Grüne, SPD und Volt haben sich darauf verständigt, dass dafür künftig in neuen Baugebieten 20 Prozent der Fläche reserviert werden sollen; bisher waren es 15 Prozent. Im Koalitionsvertrag ist darüber hinaus ausdrücklich vereinbart, dass diese Flächen von der Stadt oder einer städtischen Gesellschaft erworben werden, auch wenn das übrige Baugebiet von einem Privatunternehmen entwickelt wird. Die Grundstücke sollen in Konzeptverfahren an Gruppen vergeben werden, die genossenschaftliche oder gemeinschaftliche Wohnprojekte verwirklichen wollen. Auch Wohnungen für Studenten und Auszubildende sowie generationenübergreifende und integrative Vorhaben sollen berücksichtigt werden. Gruppen, die an gemeinschaftlichen Wohnprojekten interessiert sind, hatten bisher häufig Schwierigkeiten, an geeignete Grundstücke zu gelangen. Derzeit sind auch die hohen Baukosten ein Problem, weshalb sich zum Beispiel die Pläne, die ehemalige Akademie für Arbeit in Bockenheim umzubauen, nicht realisieren ließen. Infobörse vernetzt Akteure und Interessenten Andere Projekte hingegen wurden in den vergangenen Jahren erfolgreich realisiert. Das Wohnhaus BOLO 112 in Höchst ist am Donnerstag bei der Verleihung des Hessischen Preises für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau mit einer Anerkennung bedacht worden. Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) sprach von einem „Vorbild für weitere Projekte dieser Art“. Baugruppen geben ihre Erfahrungen am Samstag, 26. September, bei der Informationsbörse für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen in den Räumen des Planungsdezernats (Kurt-Schumacher-Straße) weiter. Von 11 bis 17 Uhr wird an rund 30 Ständen unter anderem gezeigt, wie durch gemeinschaftliches Wohnen Räume neu gedacht werden können und welche Bedeutung gemeinwohlorientierte Wohnprojekte für lebendige Quartiere haben. Schon zum 20. Mal bringen das Amt für Wohnungswesen und das Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen Akteure und Interessenten zusammen. Das gesamte Programm ist im Internet auf der Seite des Netzwerkes zu finden.
