FAZ 20.03.2026
10:15 Uhr

Gefälschte Nacktbilder: Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen


Seit Jahren kursieren gefälschte Profile, Nacktfotos und Sexvideos von Collien Fernandes im Netz. Nun beschuldigt die Schauspielerin ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Sein Anwalt spricht von „unwahren Tatsachen“.

Gefälschte Nacktbilder: Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Christian Ulmen

Die Schauspielerin Collien Fernandes hat schwere Vorwürfe gegen ihren früheren Mann Christian Ulmen erhoben. In einem Instagram-Post vom Donnerstag beschuldigte die Vierundvierzigjährige den Schauspieler, ein von ihr jahrelang gesuchter Täter zu sein: Der Fünfzigjährige sei für die Verbreitung von gefälschten Nacktfotos und Sexvideos von ihr verantwortlich, die „privat anmuten und so wirken sollten, als habe ich mich selbst nackt fotografiert und heimlich beim Sex gefilmt“. Er habe diese Aufnahmen „Hunderten von Männern“ geschickt. Der Anwalt von Ulmen spricht von „unwahren Tatsachen“ und kündigt rechtliche Schritte an, es gilt die Unschuldsvermutung. Ulmen habe, so Fernandes, in ihrem Namen E-Mails angelegt sowie Fakeprofile in den sozialen Medien erstellt. Mit mehreren Männern habe er in ihrem Namen mithilfe einer KI-generierten Stimme telefoniert, diese Gespräche seien zu Telefonsex übergegangen. „Sextreffen“ seien vereinbart und kurzfristig wieder abgesagt worden. Mit 30 Männern habe Ulmen in ihrem Namen eine „intensive Onlineaffäre“ geführt, die teils jahrelang andauerte. Diesen Männern sei eine detaillierte Beschreibung einer ausgedachten Gruppenvergewaltigung Fernandes’ durch 21 Männer geschickt worden. Die Taten, die Fernandes ihrem früheren Mann vorwirft, hätten sich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren erstreckt. Ulmen habe auch dann noch weitergemacht, als sie „vor einigen Jahren“ von den gefälschten Profilen erfahren habe: Ein Produzent habe sie beim Mittagessen auf eine Unterhaltung angesprochen, die vermeintlich sie mit ihm geführt habe. Ihr früherer Mann habe ihr die Taten gestanden, nachdem sie wegen der zahlreichen Deepfakes im Jahr 2024 Anzeige gegen Unbekannt erstattet habe. Er habe gewollt, dass sie die Ermittlungen stoppe, und ihr gesagt, er habe aus „einer Art Besitzdenken“ gehandelt: „Weil er mich besitzt (ich bin schließlich seine Ehefrau), könne er mich anderen Männern zum Sex zur Verfügung stellen.“ Diese „Degradierung“ habe ihm „Lust bereitet“. Fernandes wollte den Tätern in einer ZDF-Doku auf die Spur kommen Kurz vor der Veröffentlichung des Posts am Donnerstag hatte der „Spiegel“ über den Fall berichtet. Einen Fragenkatalog der F.A.Z. zu Fernandes’ Instagram-Post ließ Ulmens Anwalt unbeantwortet und verwies auf sein Statement zur Berichterstattung des „Spiegels“. Diese sei „nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig“. Er sei beauftragt, gegen das Medienhaus rechtliche Schritte einzuleiten. Es handele sich um „unzulässige Verdachtsberichterstattung“, „unwahre Tatsachen“ seien „aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“ worden. Laut dem „Spiegel“-Bericht hat Ulmen gegenüber dem Medienhaus alle Vorwürfe unbeantwortet gelassen. Collien Fernandes hatte ihren jahrelangen Kampf gegen die Deepfakes im Jahr 2023 öffentlich gemacht. In einer ZDF-Doku im Jahr 2024 versuchte sie, den Tätern auf die Spur zu kommen. Auf Instagram schrieb sie am Donnerstag: „Der Täter war (wie ich jetzt weiß) die ganze Zeit über ziemlich nah. Sein Name: Christian Ulmen.“ Im Dezember 2024 gab Fernandes auch der F.A.Z. ein Interview zu dem Thema, in dem sie eine Anzeige gegen Unbekannt erwähnt. Sie sprach davon, wie leicht es mittlerweile für Täter sei, gefälschte, aber täuschend echte Pornobilder von Personen zu erstellen. Damals sagte sie: „Vom Schamgefühl her macht es keinen Unterschied, ob die Bilder echt sind oder nur so aussehen.“ Falsche Profile von sich habe sie auf Xing, Linkedin und Parship entdeckt. Ein Jurist etwa habe sie angesprochen: Ein Fakeaccount hatte ihm in ihrem Namen obszöne Nachrichten und ein Video geschickt, in dem vermeintlich sie ihr Oberteil auszog. Auf Anfrage der F.A.Z verwies die Managerin von Fernandes am Donnerstag lediglich auf den Instagram-Post: „Im Weiteren wird sie sich dazu erst einmal nicht äußern.“ Fernandes und Ulmen heirateten 2011 und trennten sich 2025, seit wenigen Wochen sind sie geschieden. 2023 war das Paar, das gerne gemeinsam in der Öffentlichkeit auftrat, mit der gemeinsamen Tochter nach Mallorca gezogen. Wie der „Spiegel“ berichtete, hat Fernandes dort Ende 2025 Anzeige gegen Ulmen erstattet. Ermittlungen der spanischen Justiz noch in früher Phase Eine Justizsprecherin in Palma bestätigte der F.A.Z. am Donnerstagabend, dass seit dem 2. Dezember 2025 ein Ermittlungsverfahren bei der Abteilung für Gewalt gegen Frauen am Amtsgericht Palma anhängig sei. Die Ermittlungen befänden sich in einer sehr frühen Phase und seien vertraulich. Es sei Anzeige erstattet worden wegen mutmaßlicher Fälschung des Zivilstandes, Geheimnisverrats, öffentlicher Beleidigung, wiederholter Misshandlung und schwerer Drohungen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Staatsanwaltschaft ihre rechtliche Bewertung vorgenommen und eine Anklage vorgelegt habe, werde festgelegt, welcher Straftaten der Beschuldigte verdächtigt wird. Momentan liege nur eine Anzeige vor. Auf die Anfrage der F.A.Z. bestätigte das Gericht auch ein früheres, mittlerweile abgeschlossenes Schnellverfahren. Laut dem „Spiegel“-Bericht waren an einem Tag im Januar 2023 aus der damaligen Wohnung des Paares in Palma Schreie und Hilferufe zu hören gewesen. Die Polizei habe Ulmen vorübergehend festgenommen, es sei um den Verdacht auf „häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt“ gegangen. Wie die Justizsprecherin der F.A.Z. mitteilte, sei der Einsatz „auf einen mutmaßlichen Streit im familiären Umfeld“ zurückgegangen. Dem „Spiegel“ sagte Fernandes, sie habe das Verfahren gegen ihren Mann damals nicht weitertreiben wollen, unter anderem, weil sie die Familie nicht habe auseinanderreißen wollen. Nach Angaben des Gerichts sind bei der Ermittlung Beweise erhoben und Zeugen vernommen worden. Die Staatsanwaltschaft habe die Einstellung des Schnellverfahrens (Aktenzeichen DUD 10/2023) bei der Abteilung für Gewalt gegen Frauen des Amtsgerichts Palma beantragt. Die Gründe für die Einstellung teilte die Justizsprecherin nicht mit. Zudem erwähnt die Sprecherin in der Mitteilung ein „einvernehmlich beendetes Scheidungsverfahren vom 18. Februar 2026“ bei der Zivilabteilung des Amtsgerichts Palma.