FAZ 01.10.2026
17:24 Uhr

Frankfurts Finanzen: Das Ende der Großzügigkeit


Der hessische Innenminister bringt den Frankfurter Kommunalpolitikern eine alte Haushaltsweisheit bei: Man darf nicht mehr ausgeben, als man hat.

Frankfurts Finanzen: Das Ende der Großzügigkeit

Die Lage ist ernst. Auf das beruhigende Gefühl, dass am Ende noch immer alles gut geworden und aus dem eingeplanten Minus ein Überschuss geworden ist, können sich die Frankfurter Kommunalpolitiker nicht mehr verlassen. Anders als vielen Städten geht ihnen nicht das Geld aus. Das fließt durch die Gewerbesteuer noch immer reichlich. Aber Frankfurt gibt zu viel aus. Bei mehr als 440 Millionen Euro könnte der Fehlbetrag diesmal liegen, das höchste Defizit seit 20 Jahren war 2025 kein Ausreißer. Auch der Puffer schwindet. Die Rücklagen, eben noch auf dem Rekordniveau von einer Milliarde Euro, dürften 2028 vollständig aufgezehrt sein. Kämmerin Susanne Serke (CDU), erst seit gut einem Monat im Amt, ist bisher nur die Verkünderin der schlechten Nachrichten. Ihr Vorgänger Bastian Bergerhoff (Die Grünen) machte unter anderem die mangelnde Ausgabendisziplin einzelner Dezernate für die Verschlechterung der Lage verantwortlich. Serke hat nach eigenen Worten schon Gespräche geführt, dabei aber auch von weiteren Mehrkostenvorlagen erfahren. Die neue Koalition hat sich vorgenommen, das Controlling zu verbessern und die Dezernate stärker in die Budgetverantwortung zu nehmen. An diesem Ziel sollte sie dringend arbeiten. Die jetzt vorliegende Genehmigung des Innenministers für den laufenden Haushalt macht mit ihren Auflagen aber deutlich, dass die Stadtverordneten noch früher ansetzen müssen. Wer freiwillig Zuschüsse zahlt, Betreuungskosten übernimmt und Eintritte erlässt, muss das Geld an anderer Stelle einsparen.