FAZ 17.08.2026
16:21 Uhr

Folgen der Gletscherschmelze: Der Kampf um den Wasserspeicher Schweiz ist eröffnet


Wegen des Gletschersterbens fließt künftig weniger Schmelzwasser ab. Das ist auch für Schweizer Nachbarländer wie Deutschland und Frankreich eine schlechte Nachricht.

Folgen der Gletscherschmelze: Der Kampf um den Wasserspeicher Schweiz ist eröffnet

Die Schweiz gilt als Wasserspeicher Europas. Ihre hohen Berge entlocken den Wolken viel Niederschlag, und hier entspringen Rhein, Rhone und Inn. In ihren Gletschern ist zudem Süßwasser gebunden, das durch die Schmelze im Sommer die Pegel von Flüssen und Seen stabilisiert. Dieser Effekt schwächt sich jedoch zunehmend ab, weil die Gletscher infolge der Klimaerwärmung immer kleiner werden oder ganz verschwinden. Für den Rhein in Deutschland ist das eine schlechte Nachricht: In Hitzesommern wie diesem wird er in Zukunft kaum noch schiffbar sein. Auch die Franzosen blicken besorgt in die Eidgenossenschaft. Die Schweizer kontrollieren den Abfluss aus dem Genfersee in die zum Mittelmeer strebende Rhone. An deren Gestaden sind französische Atomkraftanlagen, Bauern und Winzer darauf angewiesen, dass stets ausreichend Wasser fließt. Verteilungskämpfe drohen aber auch in der Schweiz selbst. Während die Stromversorger im Sommer ihre Stauseen füllen wollen, um im Winter Strom zu erzeugen, lechzen Landwirte, Fischer und Reeder in der trockenen Jahreszeit nach dem kostbaren Nass.